Lokumbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

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berndfritz

Lokumbau von Wechselstrom auf Gleichstrom

Beitrag von berndfritz » Montag 5. Juni 2006, 16:50

Grüß euch

Ich habe da eine kurze Frage zum Thema Lokumbau.

Letzte Woche habe ich mir auf ebay einen Sonderlakierung der ÖBB Taurus geleistet, natürlich habe ich die Beschreibung nicht genau gelesen und jetzt stehe ich mit einer Wechselstromlok für meine Gleichstromanlage da :oops:

Hat jemand von euch schon einmal eine solche Lok umgerüstet und kann mir sagen, welche Kosten anfallen, wenn ich diese Projekt in Angriff nehmen sollte!

Danke im voraus für Eure Antworten.

LG Bernd

AK

Beitrag von AK » Montag 5. Juni 2006, 17:10

Also ich würde mir noch einen Taurus in "normaler Ausführung" in Gleichstrom kaufen, die Gehäuse tauschen und das Wechselstrommodell weiterversteigern.

Gruss, Andreas

berndfritz

Beitrag von berndfritz » Dienstag 6. Juni 2006, 09:08

Hi AK

Nachdem ich bei ebay eigentlich nichts verkaufen will, möchte ich diese Variante nicht wirklich durchführen!

Hat jemand von euch shcon einmal einen solchen Umbau vorgenommen und kann mir die Kosten mitteilen??

Danke Bernd

DJMetro
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Beitrag von DJMetro » Dienstag 6. Juni 2006, 12:06

Hi,
so ein Umbau ist nicht gerade einfach. Man muß nämlich die Spurkränze abdrehen und die Räder mit Isolierbuchsen versehen. Am besten mal beim Hersteller gucken ob man die Gleichstromachsen als Ersatzteil bekommen kann.

Andi

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Beitrag von Marsupilami » Dienstag 6. Juni 2006, 12:45

berndfritz hat geschrieben:Hi AK

Nachdem ich bei ebay eigentlich nichts verkaufen will, möchte ich diese Variante nicht wirklich durchführen!

Hat jemand von euch shcon einmal einen solchen Umbau vorgenommen und kann mir die Kosten mitteilen??

Danke Bernd
Es kommt auf die Konstruktion der Lok an...

Welcher Hersteller ist es denn?

Wenn es eine "echte" Wechselstromlok ist, ist ein Umbau praktisch unmöglich...

Gast

Beitrag von Gast » Dienstag 6. Juni 2006, 12:57

Unmöglich gibt es nicht! :wink:

Aber die Kosten für die nötigen Ersatzteile können schnell den Preis einer Lok betragen.

Ich habe einmal eine Roco Rheingold E10 nur noch in Wechselstrom kaufen können, hatte aber das Glück das im Verein einer seine normale Gleichstrom E10 in eine Wechselstrom tauschen wollte. Das war aber viel Glück!

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Taurus umbauen...

Beitrag von Trainspotters » Dienstag 6. Juni 2006, 16:13

Also der Umbau ist, je nach Hersteller, simpel bis annähernd unmöglich, ohne Radsatzabdrückvorrichtung und Feinmechanikerdrehbank.

Zunächst der Hausherr des Wechhselstromsystems:
Ich weiß nicht einmal, ob Tante M* überhaupt einen Taurus im Angebot hat.
Wenn ja, wird es hier ziemlich kompliziert, weil Motor, Getriebe und Achsen, bei Märklinloks, eine nur schwer zerlegbare Einheit bilden. Hier sind folgende Arbeiten notwendig:

Ausbau des Fahrtrichtungsumschalters/Decoders. Selbst wenn ein Decoder drin ist, ist der für das Motorola-Format, während man bei DC auf das Lenz Protokoll setzt.

Abbau des Schleifers.

Ausbau beider Drehgestelle.

Ablöten sämtlicher Litzen zu den Rädern.

Ausbau des Feldmagneten und Ersatz durch einen Permanentmagneten.

Abziehen sämtlicher Achsen mittels einer Radsatzabdrückvorrichtung.

Abdrehen der Spurkränze auf Gleichstrom NEM-Maß, Spurkranzhöhe 1,05-1,1 mm. Wer will, kann natürlich auch auf RP 25 runterdrehen.

Vergrößern der Bohrung, des abgezogenen Rades, zum Einbau einer Isolierhülse. Am besten unter Zuhilfenahme eines passenden Zapfenbohrers. Die Isolierhülse muß, nach dem Einpressen, an der Radinnenseite, leicht vorstehen, damit das isolierte Rad nicht mehr das Metall des Motorblocks berühren kann.
Dieser Arbeitsgang ist nicht ohne, muß der Radsatz doch am Ende wieder zu 100%ig rund laufen. Sonst eiert die Lok nämlich nur noch über die Gleise.

Einbau von Radschleifern auf der isolierten Seite. Die andere Seite leitet ihren Strom weiterhin über die Masse des Drehgestells. Darauf achten, daß die Radschleifer auf keinen Fall Massekontakt bekommen.

Aufpressen der inzwischen abgedrehten und isolierten Achsen. Radsatzinnenmaß 14,3-14,4 mm. Auch hier ist auf absoluten Rundlauf zu achten.

Erstellen der elektrischen Verbindungen. Das führe ich nun nicht weiter aus. Denn wenn Du in der Lage bist, den oben beschriebenen Umbau zu bewerkstelligen, dürfte Dich das erst recht vor kein Problem mehr stellen.

Kostenpunkt: Allein das Werkzeug schon weit über EUR 1000,--. Permanentmagnet und Kleinteile sollten für etwa EUR 30,-- zu haben sein.

Piko Taurus:
Kauf eines beliebigen anderen Gleichstrom Taurus und Auswechseln des Gehäuses. Sorry aber bei einem Neupreis von rund EUR 50,-- für die ganze Lok, lohnt sich ein Umbau einfach nicht. Die dann nicht mehr benötigte Wechselstromlok stellst du entweder stromlos ins BW oder verkaufst sie bei Ebay. Ansonsten geht der Umbau, da das gleiche Antriebskonzept, fast wie bei Roco vonstatten, mit einem Unterschied: Die Achsen sind bei Piko Katalogware, kosten etwa EUR 8,-- und könnten daher beim Fachhändler Deines Vertrauens sogar vorrätig sein.

Kostenpunkt: ~ EUR 50,-- Wenn Du dennoch selbst umbaust, sparst Du etwa die Hälfte ein. Das bewegt sich aber dann in dem Rahmen, den Deine Pikolok mit dem anderen Gehäuse bei Ebay auch erzielt. Deshalb lohnt es sich ja eben nicht. Der WS-Taurus ist neu ja auch schon etwas teurer und erzielt deshalb in der Regel eben auch einen etwas höheren Gebrauchtpreis.

Roco Taurus:
Hier lohnt sich der Umbau schon eher. Jedoch sei angemerkt, daß die Ersatzteilversorgung bei Roco derzeit etwas düster ist, insbesondere bei Fahrzeugen aus der Produktionszeit vor der Insolvenz. Die Firma ist momentan im Umbruch und muß nun erst mal wieder richtig auf die Füße kommen. Dann wird auch die Ersatzteilversorgung wieder besser werden. Gegebenenfalls lohnt sich deshalb derzeit auch hier der Erwerb einer GS-Lok und der Tausch der Lokgehäuse.

Es werden gebraucht: 4 Radsätze DC, Platine komplett DC, ggf. zwei Radschleifer. Falls Antrieb nur auf einem Drehgestell: Getriebe Komplett nebst Kardanwelle und ggf. entsprechende Aufnahme für die Motorwelle. Mag aber sein, daß diese, unbenutzt, schon vorhanden ist.

Nun geht es los:
Lokgehäuse abheben.
Skischleifer abbauen und ablöten.
WS Platine ausbauen und ablöten.
Drehgestelle ausklipsen.
Drehgestellblenden vorsichtig abklipsen, die WS-Achsen entnehmen.
Beim "Blinden" Getriebekasten, diesen durch den Ersatzgetriebekasten ersetzen.
Ggf. Radschleifer anbauen.
Litzen an die Radschleifer anlöten.
GS-Radsätze einsetzen, dabei auf korrekten Sitz der Radschleifer achten.
Litzen der Radschleifer an den dafür vorgesehenen Stellen der Platine anlöten. Gegebenenfalls Decoder, nach Wahl, in die Schnittstelle einstecken.

Achtung:
Ich habe selbst keinen Taurus, aber die Roco Drehgestellokomotiven sind, vom technischen Aufbau her, alle gleich. Es ist möglich, daß die Platinen der Wechselstrom- und Gleichstromversion identisch sind und sich lediglich in der Bestückung unterscheiden. In diesem Fall reicht ein einfaches Umstecken der Decoder beziehungsweise der Einbau eines einfachen Schnittstellensteckers, sowie ein Umlöten der Zuführungslitzen völlig aus.

Auch ist es möglich, daß Roco auch bei den WS-Lokomotiven isolierte Achsen einbaut. Es kann sich also lohnen, zunächst mal den augebauten Radsatz auf Stromfluß durchzumessen. Die Radsätze sind aber dennoch auszutauschen, wenn die Lok ständig irgendwo entgleist. Je nach Anlage und verwendetem Gleismaterial, kann es aber auch funktionieren. Das einfach mal auszuprobieren. Man erspart sich dann den Kauf von vier Radsätzen, die, da mit aufgepresstem Zahnrad versehen, leider nicht ganz billig sind. Auf Code 83 Material (z.B. Roco-line) laufen die Roco WS-Radsätze jedoch, aufgrund höherer WS-Spurkränze, auf den Schwellen auf.

Die Drehgestellblende, die den Skischleifer trägt, muß gegebenenfalls umgebaut werden, sollte der Bereich, wo der Skischlefer saß, nun gegen die Zahnräder des Getriebes stoßen. Hier ist dann entweder die Drehgestellblende zu tauschen oder, was ich tun würde, die Vertiefung für den Skischleifer vorsichtig herauszutrennen und durch eine flache Getriebeabdeckung, aus einer passend geschnittenen dünnen Polystyrolplatte, zu ersetzen.

Kostenpunkt: Je nach tatsächlich benötigtem Arbeitsaufwand, zwischen EUR 30,-- und EUR 80,-- Die Platine dürfte mit etwa EUR 15,--, der Getriebekasten mit EUR 20,-- bis EUR 25,-- zu Buche schlagen. Die Drehgestellblende liegt auch bei etwa EUR 20,-- und die Achsen werden wohl um die EUR 16,-- kosten. Der Rest ist Kleinkram, im ein Euro Bereich.

Pierre
Ich mag die virtuelle Modellbahn: Das "Meyerfernsehn"

berndfritz

Beitrag von berndfritz » Dienstag 6. Juni 2006, 19:40

Wow, danke für die vielen Antworten!

Es tut mir leid, dass ich nicht erwähnt habe, dass es sich um eine ROCO Lok handelt....
Weiß garnicht, ob Märklin überhaupt österreichischen Sonderloks baut :oops:

Danke für die Vorschläge, werde mal schauen, was bei ebay für eine Roco wechselstrom Taurus so drinnen ist und dann versuchen zu verkaufen :!:

LG Bernd

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