Oberleitung Digital oder Analog ?

Für alle Diskussionen rund um analoge Modellbahntechnik
dr.alzheimer
Stammgast
Beiträge: 119
Registriert: Dienstag 11. Juli 2006, 20:56

Re: Oberleitung Digital oder Analog ?

Beitrag von dr.alzheimer » Samstag 28. März 2020, 04:15

Hallo Arnold,

wenn Hobbyeisenbahner nicht schreiben, welches Gleis und Stromsystem sie nutzen, sind sie meistens Märklinisten.
Denn entweder wissen Märklinisten gar nicht, daß es noch andere Modellbahnen gibt,
oder sie sind so von ihrer Marke überzeugt, daß die anderen Systeme für sie Paralleluniversen sind. :clown:
Warum schreiben denn wohl nur Märklinisten von den sogenannten "Fremdherstellern" ? :mrgreen:

Das hier Geschriebene gilt zwar für das Märklin 3-Leiter System, wie auch das 2-Leiter Gleichstrom System,
aber für das 2-Leiter System kommt da noch ein sehr gravierender Umstand mit hinzu:
Denn aufgrund der Stromführung, darf eine Lok im 2-Leiter Betrieb nicht umgedreht werden,
da eine der beiden Schienen der gemeinsame Hin- und Rückleiter ist, bei denen im Analogbetrieb jeweils eine der beiden Klemmen der Transformatos angeschlossen ist und die andere Schiene der Hin- und Rückleiter des einen Trafos und der Fahrdraht der Hin- und Rückleiter des andere Trafos ist.

Wenn man nun die Lok umdreht und den einen Trafo nach links und den anderen nach rechts aufdreht, so addieren sich die Spannungen zwischen dem Fahrdrahtleiter und dem Schienenleiter.
Eine analoge Lok mag das kurzfristig wegstecken und man bemerkt es ja auch sofort, wenn sich die Lok anders verhält als sie sollte.

Im Digitalbetrieb sieht das schon ganz anders aus. Wenn man dabei eine Lok umdreht oder falsch drauf stellt fährt sie entweder gar nicht, wenn die Oberleitung aus der selben Stromquelle wie die Unterleitung beschickt wird,
oder der "magische Rauch" verlässt den Decoder. Zur Erklärung: Decoder werden mit "magischem Rauch" betrieben. Wenn der Rauch den Decoder verlässt, ist er kaput.
Denn wenn die Oberleitung aus einer andere Stromquelle gespeist wird, können sich auch hier die Spannungen verdoppeln.
Das passiert, wenn Schlaumeier meinen eine weitere Zentrale ( weil günstig aus der Startpackung ) an die Oberleitung anzuschliessen,
oder einen Booster nutzen, der aus Versehen falsch gepolt rum angeschlossen wurde und somit seine Impulse im Gegentakt heraus gibt.

Daraus ergibt sich aber auch, daß im 2-Leiter Betrieb, bei Nutzung einer stromführenden Oberleitung, keine Wendemöglichkeiten, seien es Wendeschleifen oder Gleisdreiecke, möglich sind.
Jetzt habe ich in der Betriebsanleitung einer 243 von Roco gelesen das ich bei der Montage des Decoders auf Schieneneinspeisung stellen soll.
Da Du von "der Montage des Decoders" sprichst, vermute ich aber nun, daß Du mit großer Wahrscheinlichkeit 2-Leiter Fahrer bist.
Roco stellt zwar auch Lokomotiven für das 3-Leiter System her, bei denen haben die Loks aber schon notgedrungen einen Decoder, da diese sonst nicht analog oder digital auf 3-Leiter Anlagen fahren würden. Nur uralte Roco Loks hatten noch einen analogen Fahrtrichtungsumschalter.

Daher dann wohl auch die von Dir zitierte Warnung, die man dann in der BA findet.

MFG
Alois

Antworten