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von Kruno Schmidt » Donnerstag 29. Januar 2004, 11:19
Hallo Matze,
ich möchte hier mal einen ganz anderen Vorschlag machen. Ich habe mich in meiner "Analog-Zeit" auch mit diesem Problem befasst und bin dabei auf eine etwas andere Lösung gekommen.
Zuerst habe ich auch eine ganze Reihe niederohmiger 10 Watt Widerstände durchgetestet (von 2 bis 20 Ohm), aber das Ergebnis war nicht überzeugend. Hatte ich endlich den richtigen Widerstand für einen Zug ermittelt, so dass er die Strecke noch mit genügend Kraft durchfahren konnte, blieb ein anderer einfach stehen. Ihm reichte der zur Verfügung stehende Strom einfach nicht mehr aus. Abhängig war das natürlich in erster Linie von der Zuglänge, aber auch vom verwendeten Lok-Typ.
Da ich mich schon seit sehr langer Zeit mit dem Bau hochwertiger Lautsprecher beschäftige, kenne ich aus diesem Bereich die Möglichkeit hohe Spannungen durch den Einsatz von Kondensatoren oder Glühlampen zu begrenzen.
Sehr praktisch ist hier der Einsatz von kleinen 12 Volt Halogenglühlampen, wie sie zum Beispiel in modernen Schreibtischlampen (IKEA usw.) eingesetzt werden. Ich habe damals anstelle des Festwiderstandes diese Lampen in die Stromzuführung eingebaut und siehe da, es funktionierte. Ich habe mit einer 12 Volt / 10 Watt Lampe die besten Erfolge erzielt, da die meistens Modellbahnmotoren auch ca. 8 – 10 Watt Leistungsaufnahme haben. Auf diese Weise habe ich die Geschwindigkeit der Loks auf etwa die Hälfte reduziert. Wollte ich die Geschwindigkeit nur um ca. 30 % reduzieren, habe ich eine 20 Watt Lampe verwendet. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften verhält sich der ohmsche Widerstand einer Glühlampe anders als der eines Festwiderstandes. Beim Aufleuchten der Lampe verändert sich hier der Widerstand in gewisser Weise dynamisch und nicht statisch.
Übrigens hat diese Art der Geschwindigkeitsreduzierung auch noch einen positiven Begleiteffekt. Man erhält zusätzlich eine kostenlose „Gleisbesetztmeldung“, da die Lampen nur dann aufleuchten, wenn sich ein Zug in diesem Streckenbereich befindet und dadurch der entsprechenden Stromkreis geschlossen wird. Wem dieses „Lichtsignal“ zu hell ist, kann auch parallel zur Glühlampe eine LED nebst Vorwiderstand schalten. In diesem Fall würde die „Widerstandslampe“ in einem Bereich der Anlage untergebracht, wo ihr Leuchten nicht stört. Aber immer daran denken, dass diese Lampen auch bei halber selbstgenutzter Leistung noch sehr heiß werden.
Vielleicht mal wieder ein etwas anderer Tipp von meiner Seite.
Viele Grüße aus dem verschneiten Siegen
Kruno