Allerdings bin ich ein Freund von Lösungen, die immer wieder gleiche Wege wählen, um gleichartige Probleme zu lösen. Außerdem ist der Einkauf einfacher, wenn man nicht alles bunt durcheinander kauft und ausprobiert, sondern sich auf vielseitig einsetzbare Komponenten verlassen kann.
Es fängt mit der Herstellung von Kontakten zwischen Kabelenden und irgendwelchen Anschlüssen an: Da gibt es die weit verbreiteten Bananenstecker oder Lüsterklemmen. Beide müssen mit Werkzeug montiert werden, was ich schon mal für doof halte. Ein per Schraube eingequetschtes Kabelende gewährleistet keineswegs einen dauerhafteren Kontakt als eine Klemmfeder. Deswegen löten die Geplagten auch gerne alles, was nicht regelmäßig getrennt werden muss. Auch das ist im Prinzip die richtige Entscheidung.
Aber wer hat es noch nicht erlebt, dass er Änderungen auf der Anlage vornimmt und plötzlich ein paar Leitungen mehr braucht, als im Plan vorgesehen waren?
Wo ist da die planvolle Vorbereitung, die das vorhergesehen hat und auch eine adäquate Lösung darstellt?
Man kann Ringleitungen bauen und in regelmäßigen Abständen Schnittstellen vorsehen, die eine beliebig erweiterbare Anzahl von Anschlüssen ermöglichen. Kann man - aber wie? Lustige Furunkel aus Lüsterklemmen und Lötleisten machen nicht wirklich Spaß, wenn man sie über Kopf im Liegen konfigurieren muss. Wenn der kleine Schraubendreher mal wieder zu Boden gegangen ist, löst sich so mancher Fluch von der Zunge. Auch Lötzinn folgt der Schwerkraft, wie Narben auf den Unterarmen jedes Anlagenbauers beweisen.
Steckkontakte haben schon etwas bestechendes, wenn da nur nicht die Montage der Stecker wäre. Und wie kommt man überhaupt vom Kabelbaum ausgehend zu einer Steckbuchse? Richtig, man braucht Übergangsmodule. Sie sollen sich zwischen Teilstrecken des ringförmig verlegten Kabelbaums einbauen lassen und sie sollen großzügige Mengen offener Kontakte zur Verfügung stellen, die man wenn möglich ohne Werkzeug nutzen kann. Das Design der Übergangsmodule soll es erleichtern, den neu belegten Kontakt an der Schaltzentrale wieder zu finden. Strippen einzeln zu ziehen, ist dagegen einfach nur lästig.
Ich hab das mal für eine kleine Anlage so umgesetzt und drei Verteiler nach folgendem Muster gebaut. Rechts im Bild ist ein Stecksockel nach DIN 41651, an dem ein Flachbandkabel angeschlossen werden kann, das zur Schaltzentrale geht.

An der Schaltzentrale führt ein ebensolcher Sockel auf eine Platine, an der alle Schalter, Taster und Stromspeisungen gesammelt/verteilt werden. Das heißt, ich bin vom Löten noch nicht weggekommen. Wenigstens kann ich aber die Steuerzentrale jederzeit von der Anlage abstöpseln und sie zum Löten bequem umdrehen.
Damit ist die Kontaktverfolgung zunächst einmal standardisiert ausgeführt. Ich brauche mich auf der Strecke vom Übergangsmodul zum Schaltpult nicht um die Farbe von Kabeln zu scheren, weil es einfacher mit der Beschriftung geht.
Dann ist da aber noch die Frage, ob alle Schaltungen wirklich in der Zentrale erfolgen sollen oder ob ein Teil davon in der Nähe der "ausführenden Organe" gelegen sein soll. Wenn z.B. ein Lauflicht an einer Straßenbaustelle benötigt wird, ist es einfacher, diese Schaltung direkt unter der Baustelle zu montieren und den Strom vom nächstgelegenen Verteiler zu zapfen.
Wenn aber ein Signal abhängig von der Stellung einer Weiche gesteuert werden soll, ist schon die Frage offen, ob
a) es eine direkte Leitung zwischen Weiche und Signal geben soll, oder
b) ob diese Leitung ein von der Zentrale unabhängiger Bestandteil des Kabelbaums wird oder
c) ob Weiche und Signal nur innerhalb der Zentrale miteinander verbunden werden.
Im Fall a) liegt die Information über die abhängige Steuerung des Signals in der Zentrale nicht vor. Weitere Abhängigkeiten können mit diesem Zustand nur auf gleiche Weise gesteuert werden (z.B. weiteres Kabel zu einer elektrischen Bahnschranke)
Im Fall b) wird ein Kompromiss zwischen übersichtlicher Kabelverlegung und der Länge und Belegung weiterer Leitungen zur Zentrale erzielt, aber es gilt das gleiche, wie im Fall a).
Im Fall c) kann aus der Zentrale heraus zwischen einer automatischen Abhängigkeit oder einer manuellen Steuerung unterschieden werden. Beliebig viele Abhängigkeiten können zusammen gesteuert werden. Allerdings muss für jede Funktion mindestens eine Leitung zur Zentrale führen. Zusammen mit Rückmeldern (Lichtschranken, Schaltgleisen etc.) ergibt das eine stattliche Anzahl von Kabeln.
Hat jemand eine andere, standardisierte Lösung für dieses Verteilungsproblem gefunden?