Frage zu Haushaltsglühbirnen

Alles rund um Computertechnik, LEDs, und und und....
Benutzeravatar
Stef@n
Forumane
Beiträge: 566
Registriert: Sonntag 9. März 2003, 21:15
Wohnort: Bexbach / Saar

Beitrag von Stef@n » Dienstag 19. Juni 2007, 18:29

Salü Andreas,

Eine Lösung für Dein Problem habe ich direkt nicht, aber vielleicht eine Ursache.
Meine Schwester wohnt z. B. weniger als 100m von einer Trafostation entfernt. Dazu gibt es im Ort 2 Großbauern und eine Schreinerei mit großen Elektromotoren. Durch das Schalten dieser Großverbraucher gibt es Spannungssprünge im Versorgungsnetz. Diese Spannungsschwankungen werden umso deutlicher, je näher man am Trafo angeschlossen ist. Für Glühlampen kann jede einzelne Spannungsschwankung (nicht nur nach oben) die Letzte sein und das von dem ersten Einschalten an gerechnet.

Es gibt durchaus im Fachhandel Glühbirnen usw., die für solche Fälle hergestellt sind. So sind Supermarkt und Diskount-Glühbirnen üblicherweise mit einem Aufdruck von 230 V versehen. Für Deinen Fall wird es aber erforderlich sein, daß Du mindestens Glühbiren oder Sparlampen mit dem Aufdruck 240 V verwendest. Wobei 240 V die untere Grenze sein sollte.

Erst damit bist Du mit Deinem Equipement auf einem Level zu einem Normal-Stromverbraucher, bei dem 230-240 V Glühbirnen ganz normal halten können.

_________________
tschüs...
...Stef@n, der morgen in die Prignitz radelt...

....die Rechtschreibprüfung mit Firefox 2.0 und der Vorschau-Button sollten Pflicht werden...

PS: Wer mir mailt, der schreibt an stefan(at)diwo(dot)eu :)
oder sieht mal unter :arrow: www.diwo.eu oder :arrow: www.mef-heusweiler.de nach!

claus
Forumane
Beiträge: 549
Registriert: Montag 5. Dezember 2005, 12:42
Wohnort: bei Nürnberg

Beitrag von claus » Mittwoch 20. Juni 2007, 00:56

Was hast Du sonst noch für Verbraucher bei Dir in der Wohnung und PRüfe mal ob die Betroffenen Lampen an der Gleichen Phase angeschlossen sind.
Ich vermute mal bei Dir ist das Problem eine Verschiebung des Nullpotentials vermutlich durch eine Schieflast der Phasen. das kann bei Dir in der Wohnung, im Haus oder auch von Aussen kommen.
Extrem tritt das Problem auf, wenn z.B: der Nullleiter zu klein bemessen ist oder die Phasen untereinander extrem unterschidlich belastet werden.
unser Stromnetz ist ein Drehstromnetzt mit einem Nullleiter in der Mitte. Normalerweise hat man bei gleichmässiger Auslastung 400V zwischen den Phasen (Aussenleiter) und 230V zwischen Phase (Aussenleiter) und Null (Mittelleiter).
Wenn eine oder 2 Phasen stärker belastet werden als die anderen Verschiebt sich der Physikalische Nullpunkte. Das Problem tritt in der Veranstalltungstechnik bei zu schwachen Kabeln (z.B: Zig Meter Drehstromverlängerung vom Nächsten Bauern oder Gewerbeanschluß zum Festzelt) regelmässig auf.
Wenn 2 Phasen stark belastet werden bricht bei den Phasen die Spannung ein und die Spannung der übrigen Phase erhöht sich endsprechend. Ich hatte mal eine Krassen Fall bei dem durch ungleichmässig verteilte "Grundlasten" Fritösen, Öfen, Zeltlicht usw. eine Verschiebung von ca. 40Volt Auftrat also 2 Phasen mit 200V und eine mit 280V. Sowas machen die Verbraucher halt nicht lange mit.

Extrem ist es wenn der Nulleiter z.B. durch Unterbrechung oder Schlechten Kontakt kann im Kabel oder z.B: im IF Schutzschalter sein ganz oder teilweise ausfällt. Dann treten soche Verschibungen auch bei "normalen" Haushaltsbelastungen auf. Könnte z.B: eine Paralell laufende Waschmaschine ein Boiler oder sonst was sein.

Versuche mal ob Du irrgentwo ein Digitalmultimeter mit Meßwertspeicher für den Max. Wet auftreiben kannst und schliesse das mal Paralell zur Lampe. Am besten wäre es wenn Du da mal bei Dir in der Gegend rumfrägst ob ein Elektriker oder eine Frima die sowas zur Fehlesuche bei Maschinen hat so ein Messgeröt leihweise hergibt.
Alternativ könntest Du auch was hinter einem Modellbahntrafo selber bauen. z.B.: mit Flipflops oder bistabien Relais notfalls Weichen oder Signale, die von einer Vergleichsschaltung endweder mit Operationsverstärkern oder mit Z-Dioden geschaltet werden.

Ich gehe jedenfalls davon aus, das bei den Betroffenen Lampen zumindest Zeitweise die Spannung zu hoch ist.

10% mehr Spannung halbiert die Lebensdauer eine Glühbirne, 10% weniger verdoppelt sie, bei ca. 5% Änderung der Lichtleistung; sagt jedenfalls mein Lichttechnik Buch.
Deshalb verwendet man in der Lichttechnik Glühlampen wenn möglich eine Nr. grösser und nicht mit voller Leistung.

Andreas Weise

Beitrag von Andreas Weise » Mittwoch 20. Juni 2007, 20:04

@ Stef@n: Die Sache mit der Trafostation kann sein, denn so eine befindet sich nämlich seit ein paar jahren direkt gegenüber unserem Haus. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die anderen Lampen im Haus nicht davon betroffen sind.

@ Claus: Von Elektrik habe ich nicht so viel Ahnung; das meiste was du da schreibst, kapier ich nicht :-( Eben genau deshalb habe ich ja einen Elektriker die ganzen Tests machen lassen. Der war auch mit Messgeräten zugange. Seine Antwort war nun mal, dass es daran liegt, dass, bedingt durch meine Arbeit, die Lampe extrem lange brennt (im Winter durchaus 10-12 Stunden am Stück jeden Tag), und darauf seien normale Glühbirnen nicht ausgelegt. Bleibt die Frage, wie die das in den Polarregionen machen.

Andreas Weise

be

Beitrag von be » Mittwoch 20. Juni 2007, 20:26

Hi Andreas,
nach so vielen Ratschlägen will ich auch mal meinen Senf dazugeben.

Also dein Problem hat nichts mit den Schaltern zu tun, es sei den, du hast Kondensatoren hinter den Schaltern installiert. Durch Verschmutzung der Kontakte eines Schalters wird der Übergangswiderstand am Kontakt größer, der Strom wird kleiner und der Kontakt wird heiß bis er irgendwann mal verschmort (merke: Je höher der Widerstand, desto kleiner der Stromfluss. und da der Widerstand dem Strom ja was entgegensetzt, es reiben sich die kleinen Elektronen aneinander, entsteht Wärme).
Das Glühlampen meist beim Einschalten durchbrennen liegt daran, dass Glühlampen generell beim Einschalten einen Kurzschluss bauen. Erst durch das Erwärmen des Glühfadens wird der Widerstand größer (lässt sich ganz einfach mit einem Widerstandsmessgerät nachweisen). Ist die Glühlampe schon "angegriffen" geht sie also am ehesten beim Einschalten kaputt, da dann der Stromfluss am größten ist.
Die Sache mit der verkehrten Spannung schließe ich aus. Zum einen fällt es eigentlich auf, wenn die Leuchte an der Decke einer kleinen Sonne ähnelt und zu anderen kann ich aus Erfahrung sagen, bei einer so hohen Überspannung hält die Glühlampe nur wenige Stunden.
So der Schalter ist es nicht, die Spannung ist es nicht. Nun zur Leuchte. Jeder Leuchtenhersteller gibt auf den Fassungen an, welche Leistung max. in der Fassung betrieben werden können. In der Regel sind Leuchten meist mit max. 60W Glühlampen ausgestattet. Das Material der Fassung, ob Kunststoff, Keramik oder Metall ist eigentlich egal. Es hat mit der Wärmeableitung nicht unbedingt etwas zu tun. Da ist die Abdeckung/Lampenschirm schon wichtiger. Es sollte aber beim Einsatz der empfohlenen Glühlampen kein Problem auftreten.
Ein wichtiger Aspekt bei der Betrachtung ist aber die Lebensdauer einer Glühlampe. Der Hersteller gibt ca. 1000h an. Das hört sicherst mal ganz schön viel an, betrachtet man allerdings eine Glühlampe mit einer Betriebsdauer von 14h am Tag (ist keine Seltenheit), so erreicht man nach ca. 10 Wochen die angegebene Lebensdauer. Jetzt kann man noch davon ausgehen, dass die angegebene Lebensdauer nicht erreicht wird (ist nach meiner Erfahrung immer bei 92-95%) verkürzt sich dieser Zeitraum auch noch.
Und dann ist da noch die Sache mit der Überspannung. Glühlampen sollten für eine Spannung von mindestens 240V ausgelegt sein. Es gibt auf welche mit 220V. Nach der Netzumstellung von 220V/380V auf 230V/400V und den vom Energieversorger zugelassenen Toleranzen kann es durchaus zu Netzspannungen von 245V kommen (je nach Auslastung des Netzes und Tageszeit). Außerdem erzeugt das Abschalten großer Verbraucher (z.B. der Elektromotor mit 45 kW beim Tischler um die Ecke) Spannungsspitzen im Netz. Glüh- und Halogenlampen reagieren aber auf geringste Überspannungen schon mit einer Verkürzung der Lebensdauer.
Zum Schluss noch ein paar seltener auftretender Fehlerquellen. Zum Einen kann es in Netzen durch das Betreiben von elektronischen Geräten, Kondensatoren oder Spulen/Drosseln durch eine Phasenverschiebung zu Blindströmen kommen (zum Glück werden die nicht vom Zähler erfasst und müssen bezahlt werden. Würde sich mancher über die Stromrechnung wundern). Diese könnten auch zu einer stärkeren Belastung der Glühlampen führen. Des weiteren kann es bei einem Drehstromanschluss (ich weiß nicht ob du einen hast) bei einer schlechten Kontaktgabe der Mittelleiters (Nullleiter) zu einer Spannungsverschiebung im Drehstromnetz in Abhängigkeit der angeschlossenen Verbraucher kommen. Das heißt einige Verbraucher bekommen eine höhere, andere eine geringere Spannung als normal (das kann aber nur ein Fachmann rausbekommen).

So mein Tipp ist auch nicht neu. Ich würde es mit Leuchtstofflampen (Sparlampen) versuchen. Oder mit Halogenleuchten. Aber Achtung! Halogenleuchten nur mit elektronischen Vorschaltgerät verwenden. Diese haben den Vorteil, das egal wie hoch die Eingangsspannung ist, am Ausgang immer 11,5V herauskommen. Bei konventionellen Trafos hast du das gleiche Problem wie mit deinen Glühlampen.
Außerdem kannst du ja mal die Glühlampen gegen welche mit geringerer Leistung austauschen. Oder du testest die Leuchte mal in einem anderen Raum, vielleicht hast du zu viel Technik in Betrieb, die deine Leuchte stören.

Jetzt fällt mir erst mal nicht mehr ein. Ich hoffe es hilft dir weiter

Micha

ccs800

Beitrag von ccs800 » Freitag 29. Juni 2007, 18:14

Hallo!

Die Annahme, dass es am Schalter liegen kann ist gar nicht mal so daneben!
Beim Schalten treten nämlich wie überall Ausgleichsvorgänge auf die zu Strom- und Spannungsspitzen führen können. Ein verdreckter Schalter kann hier Parameter ungünstig beeinflussen. Jeder hat von euch vieleicht schon mal funkende Schalter gesehen. Dies sind Spannungen von mehreren 1000 Volt. Diese treten zwar nur mehrere µs (10E-6 Sekunden) auf, können aber reichen um eine Birne irgendwann zu zerschießen.

Ich bin momentan in der Materie nicht mehr ganz so firm (ist schon 2 Semester her), deswegen gehe ich jetzt nicht mehr so auf Details.

Es hängt aber u.a. damit zusammen, dass im Einschaltmoment die Frequenz auf unendlich steigt.

Gruß Christopher :)

locomotive-boy

Beitrag von locomotive-boy » Samstag 30. Juni 2007, 18:22

Dann fang ich mal an, einiges zu korrigieren.
be hat geschrieben:Also dein Problem hat nichts mit den Schaltern zu tun, es sei den, du hast Kondensatoren hinter den Schaltern installiert.
Bis hierher richtig
Durch Verschmutzung der Kontakte eines Schalters wird der Übergangswiderstand am Kontakt größer, der Strom wird kleiner und der Kontakt wird heiß bis er irgendwann mal verschmort (merke: Je höher der Widerstand, desto kleiner der Stromfluss. und da der Widerstand dem Strom ja was entgegensetzt, es reiben sich die kleinen Elektronen aneinander, entsteht Wärme).
Soweit richtig, aber die Elektronen reiben an den Protonen und Neutronen.
Das Glühlampen meist beim Einschalten durchbrennen liegt daran, dass Glühlampen generell beim Einschalten einen Kurzschluss bauen. Erst durch das Erwärmen des Glühfadens wird der Widerstand größer (lässt sich ganz einfach mit einem Widerstandsmessgerät nachweisen). Ist die Glühlampe schon "angegriffen" geht sie also am ehesten beim Einschalten kaputt, da dann der Stromfluss am größten ist.
Nicht ganz richtig, es kommt zu keinem Kurzschluss, da der Widerstand von Wolfram so schon recht groß ist. Dass der Widerstand wächst stimmt, daher werden die Glühbirnen auch noch ein kleines Bisschen heller

Admins: wenns zu lang wurde, bitte kürzen

LOXX-Fan

Beitrag von LOXX-Fan » Sonntag 1. Juli 2007, 23:22

Kauf Dir doch einen Grubenhelm mit Karbidlampe, die geht immer und man bekommt das Licht immer in die Sichtrichtung!

Benutzeravatar
kiruna
Forumane
Beiträge: 1103
Registriert: Dienstag 26. Juni 2007, 19:18
Wohnort: NRW / Ostwestfalen

Beitrag von kiruna » Sonntag 1. Juli 2007, 23:59

Ich hatte das gleiche Problem mit zwei geschlossenen Wandlampen. Meine Vermutung ist, das durch die extreme Wärmeentwicklung im geschlossenen Gehäuse ein erhöhter Verschleiß auftritt. Nach einer (etwas schwierigen) Umrüstung auf Energiesparlampen ist das Thema jetzt Schnee von gestern.
Viele Grüße,
Thomas

nischl

Beitrag von nischl » Freitag 3. Oktober 2008, 13:51

Huhu,

bei mir gibt es das Problem mit Glühlampen auch. Leider wurde hier keine Lösung geschrieben... gab es eine oder besteht das Problem weiterhin?

Ich habe schon dem Vermieter davon berichtet und der kam mit einem Elektriker(?) der mal die Spannung an der Steckdose (nicht der Leuchte) geprüft hat. Die Leuchte hängt ja am gleichen Stromkreis war seine Aussage... naja. Ich hab grad mal selber die Spannung getestet und bin ein wenig verwundert:

Lampe an: 228V - klingt ok
Lampe aus: 2,5V - ich hätte 0V erwartet...
Lampe aus und eine andere Lampe im gleichen Zimmer an: 16V

Das klingt für mich etwas seltsam. Habt ihr ne Idee was das sein könnte?

/ni

Benutzeravatar
Marsupilami
Forumane
Beiträge: 1785
Registriert: Samstag 10. Januar 2004, 01:14
Wohnort: Am Harz...

Beitrag von Marsupilami » Freitag 3. Oktober 2008, 14:16

Die kleinen Spannungen werden in einem mehradrigen Kabel in die benachbarten Phasen induziert. Die Lampen in Deinem Zimmer werden offensichtlich über ein 5-Adriges Kabel versorgt.

Die Spannung bricht aber sofort zusammen, wenn man da eine Last dranhängt...

nischl

Beitrag von nischl » Samstag 4. Oktober 2008, 13:11

Huhu,

dem entnehme ich dass das nicht der Grund für die andauernden kaputten Lampen ist. Seltsam ist dass nur ein Zimmer betroffen ist und da ausschliesslich 2 von 3 Anschlüssen.

/ni

Olli69

Beitrag von Olli69 » Samstag 4. Oktober 2008, 19:49

Glaubt ihr wirklich ihr bekommt hier per Ferndiagnose etwas heraus was eine ausgebildete Fachkraft mit Berufserfahrung vor Ort nicht klären konnte? :shock:

Manchmal steckt der Teufel im Detail. Also wenn es wirklic so störend ist würde ich vielleicht zuerst auf einen anderen Elektriker zurückgreifen.

Gruß Olli

Antworten