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Das Wunderland braucht Eure Hilfe: Thema Rollbock

Verfasst: Donnerstag 3. August 2006, 17:01
von Frederik Braun
In der Schweiz gibt es Schnittstellen (Bahnhöfe) von Normalspur (Spurweite 1435mm) auf Schmalspur (Spurweite 1000mm). Güter werden dort nicht von Normalspurwagen auf Schmalspurwagen umgeladen, sondern Normalspurwagen (Spurweite 1435mm), werden auf spezielle Rollböcke, oder Rollwagen (Spurweite 1000mm) geschoben. Damit ist es möglich Normalspurwagen auf Schmalspurgleisen weiter zu transportieren. Das ganze geht auch umgekehrt. Um das im Modell zu realisieren, und im Ausstellungsbetrieb sicher zu zeigen, müssen ideenreiche Wegen gegangen werden.

Beispiel: http://www.museumseisenbahn.de/fahrzeug/rollbock.htm

Wer hat Erfahrung, Fotos, Info, Zeichnungen usw.

Verfasst: Donnerstag 3. August 2006, 17:29
von Michael aus Nbg
Hallo MiWuLa-Team,

solche Rollböcke gab es mal fertig in Sonderpackungen. Entweder von Fleischmann oder von Roco!

Gruß Michael

Verfasst: Donnerstag 3. August 2006, 18:41
von Mehdornsbaggerfahrer No.1
Hallo MiWuLA Team,
ich habe mal gelesen und auch gesehen, das die Fa. Bemo (D) solche Rollbock Wagen im Programm hatte.

Verfasst: Donnerstag 3. August 2006, 18:49
von Scout
Hallo,
über Rollböcke wurde hier in diesem Forum schon diskutiert, dort sind auch ein paar interessante Bilder und Links zu dem Thema.

Gruß,
Simon

Verfasst: Donnerstag 3. August 2006, 19:03
von Yann
Hallo Frederik, hallo MiWuLa-Team,

Ich habe schon hier ein Beitrag über Rollböcke und Überführungswagen geschrieben.
Es gibt auch noch andere Strecken wo man Rollböcke vorfinden kann, z.B. die BAM (Bière-Apples-Morges). Ich könnte hier vielleicht ein paar Fotos zeigen.

Verfasst: Donnerstag 3. August 2006, 21:40
von H0-Holger
Moin,

laut Bemo soll mit deren Rollbockanlage und den dazugehörigen Rollböcken der Aufbockvorgang vollautomatisch (also ohne King Kongs Eingriff) funktionieren. Allerdings sind die Rollböcke, da sie bis auf die Räder aus Kunststoff sind, so leicht, daß die Fahreigenschaften nicht besonders gut sind, und man kann auch nur Zweiachser transportieren, da die Rollböcke zu groß sind, um zwei davon unter ein Drehgestell zu bekommen. Außerdem müssen auch die Kupplungen zwischen den Rollböcken extrem genau eingebaut werden, damit das automatische Aufbocken funktioniert.
Wenn man die Rollböcke z.B. aus Messing selbst baut und leichte Normalspurwaggons nimmt, könnte es vielleicht klappen.

Rollwagen gibt es z.B. von Panier oder Liliput, bei letzterem aber nur in H0e. Diese sind aus Metall, so daß zumindest ein brauchbares Gewicht vorhanden ist.
Zumindest für kurze Fahrzeuge könnte man das automatisieren, wenn man immer nur einen Rollwagen zur Zeit belädt und diese dann zu einem Zug zusammenstellt (nicht mit Kuppelstangen, wie es in Deutschland oder Österreich gemacht wird, sondern direkt kuppeln, wie z.B. bei der RhB.
Da dürften die Automatisierungstechniker sicherlich ganz schön ins Rotieren kommen. :roll:

Irgendwie traue ich Euch durchaus zu, daß Ihr das hinbekommt. Vielleicht noch nicht zur Eröffnung, aber ein paar Monate später bestimmt.

Verfasst: Freitag 4. August 2006, 16:14
von supermob
Hallo zusammen,

die rollböcke von Bemo erscheinen mir eher ungeeignet, da diese meines Wissens dem württembergischen Vorbild nachempfunden sind. Diese Rollbockart war z.B. bei der heutigen Museumsbahn (Biberach) - Warthausen - Ochsenhausen im Einsatz.

Viele Grüße

Michael

Verfasst: Sonntag 6. August 2006, 00:41
von skorpion711
Hallo nach Hamburg

Die WSB/AAR (Wynen- und Suhrentalbahn) im Kanton Aargau transportiert pro Jahr rund 46'000 to. (Tendenz steigend) Güter auf ihren 48 Rollbockpaaren. Dazu unterhält die Bahnunternehmung 3 Güter-Triebwagen De 4/4 aus dem Jahr 1973. Diverse Firmen haben eigene Anschlussgleise.

Als Beispiel möchte ich hier die Firma Alu Menziken auflisten. Diese Firma erhält pro Wochen 6 Bahnwagen mit Aluminium-Masseln. Die SBB Wagen werden in Suhr SBB auf die Rollböcke gestellt. Pro Wagen sind jeweils 25 to. Alu-Masseln geladen. Somit ist dieser Zug jeweils 150 to. (netto) schwer.
Ich habe etliche Fotos von diesen Zügen. Leider kann ich hier keine Pics einstellen....... . Bei Interesse bitte melden. Siehe auch http://www.wsb-bba.ch --> über uns --> Bildergalerie

Am 25.9. / 26.9. 2006 bin ich geschäftlich in Hamburg. Eventuell könnte ich die Pics auch vorbeibringen.

Viele Grüsse aus der Schweiz

Rollböcke WSB

Verfasst: Donnerstag 10. August 2006, 01:14
von Chrigu
Zu den von der WSB verwendeten Rollböcken habe ich noch ein Bild gefunden, aufgenommen in Oberentfelden:

http://www.chriguseisenbahnseiten.ch/oberent2.jpg

Zum Beladen dieser Rollböcke braucht es übrigens eine Grube zwischen dem Normalspurgleis, in welcher des Meterspurgleis 40 cm tiefer liegt.

Rollböcke: Eher nicht!

Verfasst: Donnerstag 10. August 2006, 09:52
von Gast
Die Erfahrungen der SChmalspurbahner aus meinem Bekanntenkreis mit den BEMO-Rollböcken sind - zumindest für einen Ausstellungs- oder Dauerbetrieb überwiegend negativ. Besser und sicherer geht es mit Rollwagen, das ist zwar weniger spektakulär, aber betriebssicher.

Die Rollböcke selbst haben eine zu geringe Masse, die aufgebockten Wagen einen hohen Schwerpunkt, und das ganze hält den Zug- und Druckbelastungen nicht stand. Ohne Auf- und Abbocken einen Rollbockzug einfach fahren zu lassen, wäre schließlich möglich, indem man Rollböcke fertigt, die schwerer sind und die aufgebockten Wagen fest damit verbindet, aber da geht der Reiz irgendwie verloren.

Güterverkehr mit "aufbocken" gibt es (sicher bin ich nicht) noch bei der Yverdon-Ste. Croix-Bahn (YSteC) in der Westschweiz.


Ach - und: Michael schrieb: "Hallo MiWuLa-Team, solche Rollböcke gab es mal fertig in Sonderpackungen. Entweder von Fleischmann oder von Roco! Gruß Michael"

Da ganz gewiß nicht!!!

Gruß
Martin

Rollbockverkehr

Verfasst: Sonntag 17. September 2006, 20:06
von systp
Hallo zusammen, auch die RhB hat Rollbockwagen, jedoch ist auch das beladen von Rollbockwagen und entladen im Austellungsbetrieb meiner Meinung nach nur mit so grossem Aufwand realisierbar, das sich das ganze nicht lohnt.
Offene Fragen wären:
Wie wird der HO Wagen auf dem Rollbockwagen befestigt (Magent wie bei der ROLA) ?
Die Wagen stehen jeweils einzeln auf den Rollbockwagen. Wie werden Sie wenn Sie auf dem Wagen sind entkuppelt?
Wie werden die Wagen wieder vom Rollbockwagen heruntergezogen?

Alternativ wäre die Idee zwei oder drei Rollbockwagen fertig mit H0 Fahrzeugen zu bestücken und einen Rangierbetrieb innerhalb des RhB Netzes fahren zu lassen. (ACHTUNG können nicht überall hin fahren// Tunnelprofil)

Gruss

systp

Verfasst: Montag 18. September 2006, 08:32
von franz
Hallo!

Ich würde auch sagen, daß aufgrund Bauweise, Gewicht und Größe der Rollböcke ein sicherer Dauerbetrieb kaum möglich ist - es handelt sich ja auch in echt um einen sehr arbeitsintensiven Betrieb. Kaum möglich ist wohl ein automatisches Aufbocken, da die Rungen ja nicht, wie in echt, geklappt werden können.

Die Bemogrube verläuft stufenförmig, also nicht vorbildgerecht und sieht deshalb auch nicht gut aus. Es gab mal in einer der üblichen Zeitschriften (MIBA oder em, mindestens 10 Jahre her) einen Vorschlag, die Bemo-Rollbockgrube so zu modifizieren, so daß die Rollböcke über eine Rampe hochlaufen. Ob das Dauerbetriebssicher ist, kann man bezweifeln.

Bleibt wohl nur Rollwagenverkehr, das ähnelt dann der rollenden Landstraße. So ein Rollwagen ist auch groß genug, daß man mechanische Verriegelungen einbauen könnte, also per (Nano-) Servo.

Grüße, Franz

PS: Ein Umsetzbetrieb ist natürlich sehr interessant anzusehen. Der Rollwagenverkehr selbst hat das Problem, daß man auf der Strecke (über-)Normalspurlichtraum braucht, und somit die Radien und Trassengrößen der Schmalspur nicht ausgenutzt werden können.

Verfasst: Montag 18. September 2006, 12:33
von Achim
Zum Thema Rollböcke:

Hab selber welche zuhause von Bemo.
Auf Ausstellungen hab ich dann mit den Betreibern mal damit gespielt, war echt eine ziemlich filigrane Sache -- Handbetrieb geht - aber vollautomatischer Dauerbetrieb ojoeojoe.

Das kann ich mir nur vorstellen, wenn man die Sache aus dem Threat "Rangierarbeiten" glaub ich, neu aufgreift.

Also: Ein Mitarbeiter des Betriebsteams der Anlagenfahrer, führt während der Öffnungszeiten per Fern- und Handsteuerung verschiedenen "Ereignisse" durch - Ferngesteuerte Autos, Geländewagen, Rangierarbeiten, Rollbock - Rollwagenverladung, Schlepper auf der Nord - Ostsee, "Zeppelinfahrt" Rangieren im BW unsw.
ihr werdet besser wissen, was alles möglich wäre.

Vielleicht finden sich ja "freiwillige", die nach einer Ausbildung -Einweisung, mal soche gimmiks übernehmen, das MFm war ja schon mal ein Schritt in diese Richtung.

Achim

Verfasst: Dienstag 18. November 2008, 10:30
von drgw14
Es geht doch!
siehe Youtube: http://de.youtube.com/watch?v=EMjUxJwlOwI
Der Trick ist recht einfach und wurde vor ca. 20-30 Jahren schon in der MIBA oder dem EJ bschrieben:
Die Schmalspurgleise sind in der Umsetzanlage abgesenkt.
Die Rollböcke werden aus der Grube motorisch beigedrückt.
Vorne, am Haltepunkt ist en Sensor installiert.
Sobald ein Rollbock von der Normalspurachse mitgenommen wird, ist der Sensor frei. Die Rollböcke werden nachgedrückt, bis der Sensor wieder bedeckt ist.
Das Beidrücken kann z.B. durch eine Gewindespindel oder einen Riementrieb erfolgen.
Kraftschluss durch einen Stift in einem Schlitz oder auch magnetisch auf den letzten Rollbock. Dieser sollte dann natürlich immer in der Grube verbleiben.
Das Ganze soll auch mit den Bemo Rollböcken und ihren Gabeln funktionieren.
Wer noch mehr über die Bemo Rollböcke erfahren will, der sollte folgende Seite aufrufen: http://www.jagsttalbahn-modelle.de/fahr ... lbock.html
Viel Spass
Jürgen