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Verfasst: Freitag 16. November 2007, 17:33
von Christoph Köhler
Als Luft- und Raumfahrtfan kann ich Dir dazu nur folgendes schreiben.
Da ein Space-Shuttle keine Düsen hat muß die Landung beim ersten Versuch klappen. Das Shuttle ist nichts anderes als ein hochtechnisiertes Segelflugzeug. Der Landewinkel bei einem normalen Flugzeug beträgt so um die 3°, beim Space Shuttle so um die 20°. Du kannst Dir die Winkel ja mal auf einem Blatt Papier aufmalen. Anders ausgerückt ist die Landung eines Space-Shuttle nichts anderes als ein kontrollierter Absturz. Ein normales Flugzeug landet etwa mit 200 Km/h (Boeing 737-300) bis 300 Km/h (Concord), bei einem Space Shuttle sind es um die 350 Km/h. Und außerdem müßte es jemanden geben der beim Modell immer wieder den Bremsschirm zusammen legt und erneut ins Shuttle einlegt. Die Kranvorrichtung ist sehr aufwändig, wie auch die Transportmaschine Boeing 747 (besonderes Leitwerk). Rund herum alles sehr schwierig, aber sonst ein sehr interessanter Gedanke. Spass hätte ich auch daran.
Viele Grüße
Christoph Köhler

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 18:13
von Achim
Das hab ich neulich auch gelesen, das Frankfurt und München mit ihren 4000 Meter Bahnen als Ausweichlandeplätze für das Space Shuttle gelistet sind.
Wär nur ein bißchen kompliziert, das Shuttle auf die Boeing zu plazieren.

Achim

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 18:24
von genius
Den extremen Landewinkel und das Abfangen zu simulieren wäre für diese Aufwändige Anlage kein Problem denke ich. Das Aufladen vor Publikum auf die Boeing 747 halte ich für nicht machbar.

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 18:29
von Gerrit Braun
Es könnte ja NICHT vor dem Publikum passieren. Bei einer solche Aktion (also maximal einmal pro Std.) ist auch eine manuelle Aufladung in einem Hangar denkbar. Zumindest theoretisch....

Viele Grüße

Gerrit

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 18:35
von Qrt
Es kann wohl auch als eine 'Warten auf Godot' durchgefürt werden:
Alle extra CS BereitschaftsFahrzeuge fahren hin und her, alle extra Anzeigen werden gemacht, jedoch kommt keine SpaceShuttle.

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 19:06
von Skandinavia
Gute Idee! hab ich auch schon vorgeschlagen im Thread "Wunschflugzeuge-Real" (glaub so heisst das). Also man könnte das ja als "Highlight" 3mal am Tag machen oder so...

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 19:11
von Peter Müller
In der letzten (im MiWuLa dargestellten) Phase des Anfluges kommt das Space Shuttle auch nicht viel steiler herein wie ein Verkehrsflugzeug. Das dürfte die derzeitige Simulationsanlage hergeben. Die höhere Geschwindigkeit und die benötigte Bahnlänge müssen eben halt unberücksichtigt bleiben. Die Bremsfallschirme wären eine kleine Herausforderung, aber nicht unbedingt notwendig.

Wenn der Tischschenkel zur Schweiz hin eine Flugzeugfabrik beherbergen wird, eventuell auch mit Beluga-Entladung, dann könnte dort sicherlich auch ein Gerüst vorgehalten werden, um das Shuttle wieder auf sein Trägerflugzeug zu heben. Wie wäre es übrigens mit dem russischen Konterpart, der Raumfähre Buran? Und die wird dann von einer AN-225 abgeholt?
Köln-Bonn
07-25: 2459m * 45m
14L-32R: 3815m * 60m (übrigens eine Space-Shuttle-Notlandebahn!)
14R-32L: 1863m * 45m
Quelle: Beitrag 87811 vom 17.9.05

Weitere Notlandebahnen in Deutschland sind Ingolstadt und seit dem Neubau auch München.

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 19:25
von Achim
"Highlight" 3mal am Tag machen oder so...
In Zoos gibt es immer Schilder: Fütterung der Pinguine, Robben etc um 15 Uhr.

Könnte man als richtiges spektakuläres Drama aufziehen, Flugplatz wird gesperrt, Großeinsatz der Rettungskräfte etc, dazu Live einen originalen Landedialog einspielen und schließlich nach einer gewissen Wartezeit.... Spaceshuttellandung.

Achim

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 19:49
von RhBDirk
Hier in Köln war übrigens das Space Shuttle auf der 747 in den 80ern mal zu Gast anlässlich eines Tages der offenen Tür des Flughafen Köln/Bonn.
20. Mai 1983, die Weltraumfähre "Enterprise". Die NASA beziffert jedoch die Wahrscheinlichkeit für eine echte Landung eines Shuttles mit 1:10.000

300.000 Besucher verfolgten das Ereignis.

Quelle: Eigener Besuch sowie "80 Jahre zivile Luftfahrt in Köln - Eine Erfolgsgeschichte", Hrsg: Flughafen Köln/Bonn GmbH und Stiftung Butzweilerhof Köln, J.P. Bachem Verlag, inklusive drei Bildern.

Gruss aus Köln - von der "Deutschen NASA", dem DLR nur wenige Meter entfernt.

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 19:57
von genius
Also ein Hangar mit Lift wo das gelandete Shuttle hineinfährt und gegen eine vorher im Boden versteckte Boeing 747 mit Shuttle Huckepack ausgetauscht wird! *träum*

Bild

Das Bild stammt von hier:*Modelluniversum Baubericht*


@ Peter Müller

Das Energija Konzept (mit dem Shuttle Buran als mögliche Nutzlast) war, soweit ich informiert bin ein Meilenstein, ist aber der mangelnden Zusammenarbeit der Welt zum Opfer gefallen. Ein fertig konstruiertes System das bereits erfolgreich probegeflogen ist wieder abzuwracken (die Energija Komponenten und die zwei fertigen Shuttles wurden abgewrackt, eines sogar zu einem Restaurant umgebaut), obwohl die Amerikaner mit einem mehr als betagten, deutlich unflexibleren und schwächeren System flogen ist halt einfach ein Armuntzeugnis für die Kultur unserer Zeit.

Übrigens gibt es die Gesellschaft Energija die den Buran entwickelt hatte noch - und die ist sogar in der Raumfahrt tätig: Von ihnen stammt das Know how der Triebwerke für die kommerziellen Starts der Sea Launch Plattform: Ein Konsortium bestehend aus Boeing (USA) mit 40 % (verantwortlich für Nutzlasten und Starts), RKK Energija (Russland) mit 25 % (Hersteller der Block-DM-Oberstufe), KB Juschnoje/PO Juschmasch (Ukraine) mit 15 % (Hersteller der Zenit) und Aker Kvaerner (Norwegen) mit 20 % (verantwortlich für die Startplattform „Odyssey“ und das Kommandoschiff „Sea Launch Commander“).

genius

Verfasst: Freitag 16. November 2007, 21:54
von Christoph Köhler
Das Trägerflugzeug war in Köln natürlich auch eine Boeing 747 mit umgebautem Leitwerk. Der Unterschied war aber auch noch das das Flugzeug nicht Silber sondern weiß war. Ich selbst stand damals direkt links daneben. Leider sind meine Fotos von Damals verloren gegangen. Das Space Shuttle selbst war niemals im Weltall, weil sie noch nicht mit einem Hitzeschutzschild ausgestattet war und nur für Testzwecke und Präsentationen benutzt wurde. Wer mehr darüber wissen will, hier ist der passende Link.
http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise ... %C3%A4hre)
Ist wirklich sehr interessant.

Viele Grüße
Christoph Köhler

Verfasst: Samstag 17. November 2007, 00:40
von SRBRUMMER
Egal welcher Winkel oder kontrollierter Absturz... wenn Vorschläge von fliegenden Teppichen diskutiert werden... Wäre halt mal was anderes als normale Flugzeuge... wobei ich die Idee eines fliegenden Teppichs auch spaßig fände. Nehmt doch nicht alles so tierisch ernst.

Hatte auch schon mal an ein ferngesteuertes U-Boot (im Skandinavienabschnitt) gedacht. Bin aber auch sicherlich nicht der erste. Könnte auch ein ziviles Meeresforschungs-Uboot sein, wenns nichts militärisches sein soll. Da da das Wasser sehr klar ist im Becken, könnte man es auch gut sehen.

Hatte natürlich nie daran gedacht mit irgendeinem Kran das Shuttle auf eine 747 zu laden, das in Echtzeit. Nein wie einer schon geschrieben hat -> Shuttle verscwindet in einem Hangar, der über einen nichtsichbaren Bereich / Fahrstuhl oder was weiß ich, wieder in den "Flugzeug Schattenbahnhof" transportiert wird für die nächste Landung. Eine 747 kommt mit Ladung (Kopie vom Shuttle) aus dem Hangar und startet usw.

Verfasst: Samstag 17. November 2007, 01:15
von kiruna
@genius
...obwohl die Amerikaner mit einem mehr als betagten, deutlich unflexibleren und schwächeren System flogen ist halt einfach ein Armuntzeugnis für die Kultur unserer Zeit...

Leider ist es seit menschengedenken so, dass fortschrittliche Entwicklungen immer nur mit dem Hintergedanken der militärischen Verwendung stattgefunden haben.

Als 9-jähriger habe ich die erste Mondlandung vor dem Fernseher verfolgt. Da wurde aus heutiger Sicht etwas herausragendes mit primitivster Technik geschafft. Die letzten Jahrzehnte sind doch mehr oder weniger 'verschlafen' worden. Hätte man diese Zeit mit der gleichen Intensität genutzt, wie die ersten Jahre, wären einige Visionen von damals vielleicht heute schon Realität.

Heute wissen wir auch, dass kein Staat der Welt solche Programme im Alleingang durchführen kann. Es funktioniert nur gemeinsam. Sicher sind Space-Shuttle und ISS ein wichtiger technischer Fortschritt. Aber wenn die wichtigsten Staatsmänner nicht langsam gemeinsam an einem Strick ziehen, dann werden selbst meine Urenkel nichts anderes erfahren, außer dass 'irgendwer' in grauer Vorzeit mal auf dem Mond gelandet ist.

Wenn man bedenkt was im 20.Jahrhundert alles für Techniken erfunden wurden, die wir heute tagtäglich benutzen, scheinen wir manchmal in einer Zeit des Stillstands angekommen zu sein.

Hätten sich unsere Vorfahren damals in ihrer technischen Entwicklung genauso viel Zeit gelassen wie wir heute, würden wir wahrscheinlich noch mit Pfeil und Bogen durch unsere Wälder streifen. :lol:

space-ige Grüße, Thomas

Verfasst: Samstag 17. November 2007, 01:21
von Doenertobs
SRBRUMMER hat geschrieben: ...Nein wie einer schon geschrieben hat -> Shuttle verscwindet in einem Hangar....
Dieser "Einer" ist Gerrit Braun, the master himself :wink:
Gerrit Braun hat geschrieben:...ist auch eine manuelle Aufladung in einem Hangar denkbar. Zumindest theoretisch....

Verfasst: Samstag 17. November 2007, 13:04
von agricolas64
Achim hat geschrieben:
"Highlight" 3mal am Tag machen oder so...
Könnte man als richtiges spektakuläres Drama aufziehen, Flugplatz wird gesperrt, Großeinsatz der Rettungskräfte etc, dazu Live einen originalen Landedialog einspielen und schließlich nach einer gewissen Wartezeit.... Spaceshuttellandung.
Achim
zu der geräuschkulisse dazu gehört natürlich auch - so etwa 90 sekunden vor der landung - ein lautes BAM-BAAM ... das shuttle macht vor der landung einen sehr schonen und tiefen überschallknall

man könnte das ganze natürlich mit den starts vom KSC im amerika-teil koordinieren ..

Verfasst: Samstag 17. November 2007, 19:55
von Skandinavia
Das wäre doch toll, mit so einem Feuerwehrgroßeinsatz! Dann kann Gerrit wieder viele kleine Feuerwwehrautos bauen :D :D :D :D

Verfasst: Samstag 17. November 2007, 23:45
von ssilk
kiruna hat geschrieben:Hätten sich unsere Vorfahren damals in ihrer technischen Entwicklung genauso viel Zeit gelassen wie wir heute, würden wir wahrscheinlich noch mit Pfeil und Bogen durch unsere Wälder streifen. :lol:
Mein Technologielehrer meinte immer "Erfindungen werden dann gemacht, wenn man sie braucht. Nicht umgekehrt."

Verfasst: Sonntag 18. November 2007, 18:04
von kiruna
Hallo ssilk,

da möchte ich Deinem Technologielehrer nicht widersprechen. Aber in einigen Fachgebieten (z.B. Energieversorgung, Verkehr) wird noch zuviel ausgebremst. Entweder ist die Finanzierung zu knapp bemessen oder schlichtweg nicht vorhanden. Bei manchen Dingen habe ich oft das Gefühl, dass erst einmal mit der alten Technik noch Kohle verdient wird. Also wofür neue Dinge erfinden, wenn es die alten auch noch tun?

Und wenn dann einmal ein Ereignis eintritt, bei dem wir sehr kurzfristig eine Lösung mittels noch nicht vorhandener Technik benötigen, merken alle Beteiligten, dass die Zeit verschlafen wurde.

Ein Schreckensszenario, das immer gerne gezeigt wird, ist der Einschlag eines größeren Asteroiden auf die Erde. Aber es geht eigentlich auch etwas einfacher.
Den Zeitpunkt, wenn die letzte Erdölpumpe trockenläuft, halte ich für genauso dramatisch.

Die Besatzung der ISS, bestehend aus Menschen verschiedener Nationen, zeigt doch allen, das ein freundliches Miteinander möglich ist, wenn ein gemeinsames Ziel verfolgt wird.

Nur hier unten auf der Erde treten die Nationen gegeneinander an, wie früher die Eingeborenenstämme in Afrika.

Und nun zurück zum Space-Shuttle:

Als Meilenstein der Forschung und Entwicklung sollte das Modell ruhig, wie schon vorgeschlagen, gezeigt werden. Bei den vielen startenden und landenden Flugzeugen wird es bestimmt für Abwechslung sorgen.
Vielleicht findet sich ja ein ehemaliges Mitglied aus der Astronauten-Crew, um im MiWuLa den offiziellen 'Erstflug' durchzuführen.

Gruß, Thomas

Verfasst: Sonntag 18. November 2007, 18:20
von Peter Müller
kiruna hat geschrieben:Vielleicht findet sich ja ein ehemaliges Mitglied aus der Astronauten-Crew, um im MiWuLa den offiziellen 'Erstflug' durchzuführen.
Du gehst aber forsch an die Sache ran. Lass doch erst einmal erste Konturen des Bauabschnittes erkennen, ehe wir Vorschläge für den Stargast bei der Eröffnung machen :wink:.

Verfasst: Sonntag 18. November 2007, 18:58
von kiruna
Ich weiß, ich weiß: Aber manchmal verselbständigen sich die Gedanken ungewollt. Dann ist der virtuelle Bauabschnitt im Gehirn schon fertig, im Gegensatz zur Wirklichkeit. Die muß sich erst einmal mit Schweiß und Mühe erkämpft werden.

Gruß, Thomas