Moin,
günni hat geschrieben:also, so langsam reicht es. Wer Sicherheitsvorschriften etc. außer acht läßt ist für sein Handeln selbst verantwortlich.
falsch, Günni. Jeder ist
immer für sein Handeln selbst verantwortlich.
günni hat geschrieben:Hier geht eigentlich darum, lebensgefährliche Bastelvorschläge zu vermeiden und daran sollten sich alle halten.
Ich habe mittlerweile so meine Zweifel, dass es da wirklich drum geht. Ich habe mir jetzt auch mal die "anderen" Threads durchgelesen, auf die franz an einer Stelle verwiesen hat. Ich erkenne nicht wirklich die akute Lebensgefährlichkeit der dortigen Vorschläge. Im Wesentlichen geht es immer darum, andere als ausgewiesene Modellbahntrafos zur Stromversorgung zu verwenden. Die Gegenargumente lauten
- Zu hoher lieferbarer Strom. Das ist tatsächlich problematisch, weil im Falle eines Kurzschlusses eine Überlastung eintritt, die beliebige Teilmengen der Verkabelung abfackeln kann. Das Problem lässt sich aber mit mehreren, getrennt und zusätzlich abgesicherten Stromkreisen in den Griff bekommen. Und: Es kann dann zwar brennen, aber wie das jetzt zu einer Lebensgefahr durch Stromschlag führen kann, ist mir nicht einsichtig.
- Fehlende interne Absicherung von z.B. Computernetzteilen. Das ist, mit Verlaub, völliger Blödsinn. Man muss kein intimer Kenner deutscher Genehmigungsbehörden sein, um ahnen zu können, dass solche ein Gerät niemals nie eine Zulassung in Deutschland bekäme. Natürlich haben Computernetzteile eingebaute Sicherungen. Ich habe sogar mal eine ausgetauscht. Dass diese Sicherungen erst bei einem hohen Nennstrom ansprechen (siehe oben), steht auf einem anderen Blatt. Aber geben wird es sie sicher.
- Keine galvanische Trennung von Primär- und Sekundärstromkreis. Ach sieh mal guck! Da haben wir ja tatsächlich ein stichhaltiges Argument gegen Schalt- und andere Netzteile. Das ist durchaus etwas, was dem geneigten Leser einleuchtet. Bloß: Warum schreibt das niemand mal in klaren, deutlichen Worten??? Und: Selbst hier wird man nicht gegrillt, sobald man den Stecker in die Dose steckt und die Schaltung schief anschaut. Da müssen schon Verschaltungsfehler oder technische Defekte dazukommen, bis es brenzlig wird.
Angesichts der schrillen Wortwahl hier im Thread habe ich ja eigentlich mit ganz anderen Vorschlägen gerechnet. So mit Netzteil aufschrauben, zusätzliche Kabel im Primärstromkreis anlöten oder das ganze ohne Abdeckung betreiben. Davon habe ich aber weit und breit nichts gefunden.
Und noch was: Meine drei Märklin-Modellbahntrafos stammen alle noch aus der ersten Hälfte der 1980er Jahre. Wenn man die beherzt falsch zusammenschaltet, bekommt man an einem der Netzstecker problemlos eine belastbare Spannung deutlich über 42 V, ggf. auch deutlich über 100 V hin. Wenn man den dann in die Hand nimmt, macht es auch *ZOOM* - ganz ohne irgendwelche bösen Basteleien. Und da hat der VDE auch jahrzehntelang nichts gegen gesagt; meines Wissens sind erst die Trafos ab Ende der 1980er Jahre mit entsprechenden Schutzvorrichtungen ausgestattet.
günni hat geschrieben:Wir dürfen eines nicht vergessen, die Modellbahn
ist ein Spielzeug und da gelten andere Sicherheitsregeln als, z. B. bei einem
PC-Netzteil.
Wieder falsch, Günni. Das eine wie das andere muss so risikolos wie möglich arbeiten und darf keine Menschenleben gefährden. Das wird bloß auf andere Weise erreicht: Die prinzipiell offene Modellbahn sollte galvanisch getrennt sein, der Computer ist üblicherweise komplett geerdet, wodurch bei Schaltfehlern immer ein Kurzschluss auftreten sollte.
Übrigens kann man am Computer durch die separaten Netzwerkkabelerdungen ganz schön einen gezwiebelt kriegen. Darüber regt sich aber auch niemand auf.
günni hat geschrieben:Außerdem bezweifele ich, daß ein Schüler der 11. Klasse fundierte Kenntnisse in der Elektrotechnik hat. Sorry, das ist nun mal so.
Und das, lieber Günni, ist genau die leicht herablassend-ignorante Grundeinstellung, die du hier so vehement bei anderen beklagst. Woher willst du das wissen?!? Ich hatte mich in dem Alter ziemlich intensiv mit Elektronik beschäftigt und war - würde ich mal sagen - wesentlich fitter darin als heutzutage.
Was ich sofort unterschreiben würde - und ich denke, jeder halbwegs verständige Elftklässler wird da zustimmen - ist, dass einem in diesem Alter bei allem eventuell vorhandenen Faktenwissen einfach noch jede Menge Erfahrung fehlt. Das kann man ausgleichen, wenn man Tipps von anderen annimmt, die über solche Erfahrung bereits verfügen.
Aber wenn die in so einem "Du bist ja sowieso doof"-Tonfall daherkommen, dann würde ich auch bockig werden.
Fazit: Es gibt durchaus Sachargumente, die für die ausschließliche Verwendung von Modellbahntrafos bei Modellbahnen sprechen. Die gehen hier aber momentan in einer Kakofonie gegenseitiger Ignoranz und Besserwisserei unter. Schade eigentlich.
Ciao, Dirk