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Dialog mit Modellbahnherstellern

Verfasst: Montag 10. März 2003, 10:27
von Kruno Schmidt
Liebe Forumsteilnehmer, liebe MiWuLa-Mitarbeiter,

ich persönlich vermisse in diesem, für mich sehr interessanten Forum die Möglichkeit, wirklich mit Verantwortlichen der Modellbahnindustrie in Kontakt zu treten.

Es hat sich im Forumsbereich 'Modellbau' eine sehr interessante Diskussion zum Thema "Preispolitik", am Beispiel von "M" (Märklin) entwickelt.

Ich denke, hier zeigen sich Meinungen, an denen diese Industrie nicht ungeachtet vorüber gehen sollte, denn wie oft kam schon nach dem großen Erfolgt der tiefe Fall.

Und wenn ich persönlich die vielen Meinungen bewerte, die mir immer wieder begegnen, von Leuten die begeistert sind, aber nicht zu den 10.000 Großverdienern gehören, so artikuliert sich hier doch mehr und mehr Unzufriedenheit.

Kleinere Unternehmen wie z.B. Piko beginnen hier wirkliche Alternativen zu bieten. Zwar noch nicht für Wechselstrom-Modellbahner der Epoche III, aber ich denke, dass ist hier nur eine Frage der Zeit.

Also, um noch einmal meinen Wunsch zu formulieren: "Ich denke, es wäre nützlich einen eigenen Forumsbereich zum Thema 'Austausch mit Modellbahn-Herstellern' zu schaffen".

Was meint nun der entsprechende MiWuLa-Referent bzw. was meint Ihr Forumsteilnehmer dazu?

Kruno

Verfasst: Montag 10. März 2003, 11:16
von H0-Holger
Kruno,

da hast Du recht: wenn wir hier nur herumdiskutieren (und uns gegenseitig die offenen Türen einrennen) werden wir nichts bewegen, so lange die Hersteller nichts davon mitbekommen. Ein eigener Forumsbereich könnte da hilfreich sein, vorausgesetzt, es werden Vertreter der Hersteller darüber informiert. Wenn die Hersteller wissen, was los ist, könnten sie zumindest gegensteuern.

Fragt sich nur, ob das MiWuLa dafür zuständig ist? Sollte das nicht eher Aufgabe der einschlägigen Zeitschriften sein, die bisher jedes fehlendes Niet angemosert haben?

Nichtsdestotrotz würde ich es sehr begrüßen, wenn die MiWuLaner sich dieser Sache annehmen und auch ihre "Beziehungen" spielen lassen würden. Mehr als einen weiteren Forumsbereich einzurichten und ihre Ansprechpartner bei den Herstellern darauf hinzuweisen möchte ich den MiWuLanern allerdings nicht zumuten; schließlich ist das MiWuLa nicht angetreten, um als Vermittler zwischen Modellbahnern und Herstellern zu fungieren, sondern um eine riesige Modellbahn aufzubauen und dieses schöne Hobby möglichst vielen Leuten zugänglich zu machen.

Verfasst: Montag 10. März 2003, 11:40
von mobahner1
Ich versuche schon seit längerem eine Konversation mit den MoBa-Herstellern zu führen. Die reagieren auf einzelpersonen nicht. Deshalb hab ich ja auch bei mir den Vote gestartet. Zu dem Vote gibt es die Möglichkeit auch eine Diskussion zu führen. Also Voten, Kommentar dazu und das wird den Herstellern vorgelegt.

Es ist aber nicht nur so, das die Hersteller/gewerbliche Anbieter die Preise hochschrauben. Auch auf Börsen oder auch bei E-Bay werden die Preise ganz schön gepuscht.

Eine Limalok, die ich 2000 noch für 20 DM gekauft habe, kostet heute zwischen 20 und 25 Euro!! Ich hab manchmal das Gefühl, das einige Leute immer noch nicht mitbekommen haben, das wir den Teuro haben und der in der Regel doppelt so viel Wert hat wie die DM.

zum Voting :
http://** FSK 18 **/modules.php?name=S ... =0&thold=0

Verfasst: Montag 10. März 2003, 12:41
von Kruno Schmidt
Noch eine Bemerkung zu meinem Vorschlag von vorhin.

MiWuLa hat sich anders als andere "Schauanlagen" bereits heute zu einer Institution in Sachen Modellbahn entwickelt. Das liegt sicher einerseits am professionellen Engagement der Betreiber, andererseits aber auch an der Tatsache, dass hier etwas geschaffen wurde, was uns Mobahnern bisher gefehlt hat.

Ich würde es mal als so eine Art "spirituelle Mitte" bezeichnen. Das klingt zwar furchtbar geschwollen und es wird sicher nicht jeder so versetehen wie ich dies eigentlich meine, aber doch erscheint mir dieser Begriff im übertragenen Sinne als treffend.

Also, man möge mich jetzt bitte nicht als Spinner auf Grund dieses Kommentars hinstellen, denn ich bin schon auf Grund meines beruflichen Lebens im Marketing mit beiden Füßen auf dem Boden - und gerade aus dieser Sicht weiß ich um die Wichtigkeit eines gemeinsamen Forums.

Verbände wie auch Fachzeitschriften 'gehorchen' immer dem, der sie am besten fördert. Und das ist keine Plattform für ehrliche Kritik.

Auch ist gerade in Fachzeitschriften der Raum für derartige Foren recht knapp, weil eben sehr teuer.

Und aus dieser Sicht sehe ich dieses Forum als sehr wichtig und auch sehr nützlich an.

Kruno

Verfasst: Montag 10. März 2003, 14:33
von martin
@mobahner1: Dein Engagement in Ehren (habe auch auf deiner Seite mit angestimmt), aber du hast ja selbst schon erkannt, das die Dialogbereitschaft der Hersteller bezogen auf Einzelpersonen gering ist. Und selbst ein massives Voting auf deiner Webseite wird nichts daran ändern, dass sie dich als Einzelperson betrachten werden.

Das MiWuLa-Forum als Plattform ist eine interessante Idee, allerdings bleibt auch hier die Frage, inwieweit unsere "geliebten" Hersteller gut 400 Forumsteilnehmer als eine ernsthafte Anzahl ihrer (Noch-)Kundschaft ansehen.

Solange eine weitaus grössere Anzahl Modellbahner bereit ist z.B. für die Mitgliedschaft im Märklin-Insider-Club total überzogene Beiträge zu zahlen um dadurch
1.) ein paar Serviceleistungen zu erhalten die früher selbstverständlich waren und
2.) das Anrecht erwerben völlig überteuerte "Exklusivmodelle" zu erwerben,
sehe ich allerdings sehr schwarz.

Ach so, meine letzte "NEU" im Laden erworbene Lokomotive stammt von 1984, seitdem ist nur noch gebrauchte Ware dazugekommen.

Verfasst: Montag 10. März 2003, 23:19
von Gerrit Braun
@Kruno Schmidt: Vielen dank!

@alle: Aufgrund von Reaktionen auf bestimmte (z.B. auch mal von mir erbrachte) Kritik in Beiträgen hier im Forum kann ich nur sagen: Es lesen mehr Mitarbeiter von Modellbahnherstellern dieses Forum, als der ein oder andere denkt. Ich möchte mir dieser Aussage keine "Na denn, auf geht's -> Protest!" - Welle lostreten, aber ich denke, dass berechtigte Kritiken durchaus auch bei den Herstellern ankommen. Übrigens stöbert ein Großteil der Gäste unsere Homepage auch länger im Forum herum, ohne angemeldet zu sein. Es lesen also deutlich mehr als 400 Menschen das Forum.

Viele Grüße

Gerrit

Verfasst: Montag 10. März 2003, 23:57
von Frederik Braun
Ich kann Gerrit bestätigen. Wir haben fast jede Woche ein "hohes Tier" der Branche hier. Es verwundert mich immer wieder wi viel bei denen bekannt ist. Mir ist nur sehr wichtig, daß Kritik auch mal positiv sein kann. Der Mescnh neigt dazu, erst seine Meinung zu äußern, wenn ihn etwas stört. Äußert ruhig auch mal mehr positive Kritik. Ich finde es gibt auch so viele positive Dinge zu berichten. Ich finde das mehr als die Hälfte der Hersteller Jahr für Jahr innovative Neuheiten liefern. Kennt Ihr nicht auch diese Gefühl der Spannung wenn Ihr den Neuheitenpropekt der Firma X oder Y in den Händen haltet. Sehr ertappe ich mich, daß ich ein lautes "Wow" ausstosse, weil ich begeistert bin.

Heute hatte ich den jemande aus dem Hause Faller bei mir. In meinen Augen eines der besten, freunlichsten und mordernsten Unternehmen der Branche. Wir haben lange über diesen Eintrag im Forum gesprochen. Er findet die Anregung sehr interessant, wird auch im Hause Faller eine Teilnahme an solchen Diskussionen prüfen. Er sieht aber eher ein Problem in der Konstanz, weil die Mitarbeiter im Tagesgeschäft eigentlich andere Aufgaben haben. Na mal sehen, ich werde in den nächsten Wochen das Thema immer mal wieder bei Gesprächen ansprechen.

Verfasst: Dienstag 11. März 2003, 08:11
von Kruno Schmidt
Lieber Gerrit, lieber Frederik,

es ist sicher genau so wie Ihr es beschreibt - positives wird als selbstverständlich wahr genommen und nur das Negative erhält einen oft überdurchschnittlichen Stellenwert.

So ist der Mensch, so sind wir alle.

Aber "meckern" um des Meckerns Willen ist nicht meine Intension. Mir geht es vielmehr um das Sammeln von Denkanstößen, die einigen Herstellern, und "M" ist da nur exemplarisch anzusehen, die Meinung und die Möglichkeiten einer großen Gruppe von Kunden darlegen sollen.

Sicher war das Modellbahn-Hobby noch nie in seiner Geschichte ein 'billiges' Vergnügen, aber gerade in den letzten Jahren hat sich hier einiges verselbstständigt.

Gut es gibt neue Werkstoffe, hochwertige Fertigungstechnologien und letztlich auch noch die Digitaltechnik, aber ließe sich nicht gerade auf diesem Hintergrund deutlich günstiger produzieren?

Kostet heute nicht ein hochwertiger CD-Player nur rund 200 Euro und vor 10 Jahren noch 1000 DM - sprich 500 Euro?

Ich habe vor einiger Zeit selbst eine kleine Projektstudie verfasst, in der es darum ging eine kleine mechanische Einheit, durch eine Digitalkomponente zu ersetzen. Das Ergebnis war, dass ich bei einer Stückzahl von rund 1000 Einheiten 30% einsparen kann.

Aber was soll das jetzt in dieser Diskussion werdet Ihr fragen?

Es mag merkwürdig erscheinen, aber für mich ist hier der Vergleich einer Märklin-Lok mit mechanischen Umschalter und einer vergleichbaren Lokomotive mit Digitaldekoder angebracht.

Womit rechtfertigt ein Hersteller den nach wie vor gravierenden Preisunterschied beider Systeme.

Es kann nicht an den Herstellungskosten der Komponenten liegen - sei es mechanischer Umschalter oder Digitaldekoder.

Zwar dürfte dieser Dekoder zur Zeit noch etwas teurer sein als in diesem Fall das mechanisch Gegenstück, der Preisunterschied dürfte jedoch nur wenige Euro betragen. Und genau so verhält es sich bei den verbauten Motoren. Wer hier die Großmengenpreise kennt, der dürfte nur noch erstaunt dreinschauen, wenn er sieht, wie gnadenlos die Modellbahnhersteller unter dem "Deckmäntelchen" der Fortschritts die Preise für diese "Top-Produkte" heraufsetzen.

Das zu diskutieren, hier Meinungen zu sammeln, hier liegt mein Denkansatz.

Aber vielleicht geht das dann doch zu weit - ich weiß nicht?

Trotzdem Danke für dieses tolle Forum!

Kruno

Verfasst: Dienstag 11. März 2003, 09:46
von H0-Holger
Moin,

es sollte hier z.B. darum gehen, was für uns Verbraucher nicht einsichtig ist. Wenn z.B. ein Preis uns viel zu hoch erscheint, kann das unterschiedliche Gründe haben, aber leider macht sich kaum ein Hersteller die Mühe, die Gründe für die Preispolitik ins Feld zu führen. Eine etwas ausführlichere Darstellung seitens der Hersteller könnte Vermutungen, daß der Hauptgrund Profitgier sei, entkräften.

Vor allem könnte ein solcher Dialog dazu beitragen, daß die Anbieter ein genaueres Bild von den Wünschen der Verbraucher bekommen. Es erscheint sicher reizvoll, möglichst detaillierte (und limitierte) Fahrzeuge für Sammler herzustellen, die bereit sind, entsprechend hohe Preise zu zahlen, aber dabei sollte man die "Betriebsbahner" nicht vergessen, die auf viele Details verzichten können (und teilweise sogar müssen), dafür aber eine größere Anzahl Fahrzeuge benötigen.

Verfasst: Dienstag 11. März 2003, 11:13
von Ralph Zinngrebe
@ Kruno: Das Wunderland-Forum ist sicherlich nicht die geeignete Plattform für einen Dialog mit den Herstellern. Sie lesen trotzdem mit – und das nicht nur hier. Denn ähnliche Diskussionen werden auch in anderen Foren geführt, oft noch viel heftiger und weiter ins Detail gehend.

Wenn die Hersteller billiger produzieren könnten, würden sie es tun. Ich kenne fast alle Firmen. Entwicklung und Fertigung sind durchweg auf dem aktuellen Stand der Technik. Teuer wird es durch den hohen, nicht vermeidbaren Anteil an Handarbeit und durch die geringen Stückzahlen (auf die alle Entwicklungs- und Formkosten umzulegen sind). Der Vergleich mit einem CD-Player ist nicht angebracht, da geht es um ganz andere Zahlen.

Der mechanische Umschalter von Märklin lässt sich sicherlich weitgehend kostenneutral durch einen Decoder ersetzen – was in der Praxis ja auch schon geschieht. Generell hinkt der Vergleich jedoch, weil es sich bei Modellbahn-Decodern nicht um Massenware handelt, wie sie zum Beispiel in Handys verbaut wird. Die von den Modellbahn-Herstellern georderten Stückzahlen sind so niedrig, dass ihre Bestellungen nachrangig bearbeitet werden. 2001 hat Märklin das Umsatzziel auch deshalb nicht erreicht, weil wegen fehlender Decoder nicht geliefert werden konnte. Ähnliche Probleme sind mir von Roco bekannt. Geringe Stückzahlen bedeutet aber auch, dass es beim Preis keine allzu großen Spielräume gibt. Das gilt sinngemäß auch für die Motoren, die ohnehin nur einen geringen Anteil am "Wert" eines Modells haben.

@ Holger: Die Verantwortlichen bei den Herstellern kennen die immer wieder angesprochenen Probleme nur zu gut (wie von Freddy ja auch schon bestätigt wurde). Darüber wird auch mit uns immer wieder gesprochen. Einfache Lösungen gibt es nicht, sonst hätten wir sie längst. Doch der Dialog darüber findet ständig statt, auch ohne eine entsprechende Rubrik im Wunderland-Forum.

Die Rolle der Fachzeitschriften sollte man etwas differenzierter sehen. In den siebziger und achtziger Jahren hat deren Kritik sehr viel Positives bewirkt. Nur zwei Beispiele: Kupplungsaufnahme nach NEM + Kurzkupplung + Kulissenführung sind eindeutig ein Verdienst der Fachpresse. Und erst massive Kritik hat zu einer drastischen Verbesserung der Laufeigenschaften auf das heutige Niveau geführt.

Es gibt aber nach wie vor Kritikpunkte, die angesprochen werden müssen. Die Frage ist nur, wie weit man dabei gehen soll, etwa bei der Detaillierung. Erwähnt man etwas nicht, hagelt es sofort böse Leserbriefe. Oft wird uns dann auch Unkenntnis unterstellt. Folglich müssen wir darauf hinweisen – sogar dann, wenn wir selbst wissen, dass eine Umsetzung ins Modell keinen Sinn hätte oder unverhältnismäßig hohe Mehrkosten verursachen würde. Manchen Lesern reicht es nicht einmal, wenn man wertfrei auf bestimmte Eigenschaften hinweist, statt sie massiv zu kritisieren. So geschehen bei meinem Hinweis auf die nicht zu öffnenden Bugklappen beim ICE-TD von Roco. In Doppeltraktion ist der Zug 240 cm lang und kann von kaum einem Modellbahner sinnvoll eingesetzt werden, folglich hat Roco auf die (erheblichen) Kosten für eine zusätzliche Form verzichtet. Der Zug ist ja auch so schon teuer genug geworden. Trotzdem gab es massive Kritik - am Modell und an meinem Testbericht.

Wir können nur immer wieder versuchen, die "Nietenzähler" mit vernünftigen Argumenten zurück auf den Boden der Realität zu holen. Beispielsweise haben wir die preiswerten Loks von Piko und Roco vorgestellt und sie unter Berücksichtigung des Preis-/Leistungsverhältnisses sehr positiv bewertet. Seit gut einem Jahr führen wir mit unseren Lesern eine rege "Wunschmodell"-Diskussion, bei der es auch um die Ausführung, die Laufeigenschaften und den Grad der Detaillierung geht (keine simple Fragebogen-Aktion, sondern ein echter, ausführlicher Meinungsaustausch). Etliche Leserbriefe habe ich schon veröffentlicht und mehrmals in der Kolumne dazu Stellung genommen. Die Ergebnisse werden wir demnächst den wichtigsten Herstellern vorlegen.

@ mobahner1: Wie schon erwähnt: Die Hersteller kennen die Situation und sie wissen auch, dass die meisten Modellbahner das Preisniveau für zu hoch halten. Dies erneut festzustellen, hilft jedoch nicht weiter. Denn diese Aussage enthält keinen Ansatz zur Lösung des Problems. Viel wichtiger wären konstruktive Beiträge und Vorschläge, wie es in Zukunft mit dem Hobby Modellbahn weitergehen soll. Erfahrungsgemäß reagieren die Hersteller darauf weitaus aufgeschlossener, als auf pauschale Kritik – irgendwie verständlich, oder?

@ Alle: Wer beide Seiten kennt weiß, dass es eine ziemlich komplizierte Materie ist. Pauschale Kritik – ob an den Preisen oder an Modellen – bringt uns ebenso wenig weiter wie die Forderungen nach noch besserer Detaillierung und noch ausgefeilteren Laufeigenschaften. Beides lässt sich nicht ohne weiteres erfüllen, nur weil danach verlangt wird. Wenn darüber eine Diskussion geführt wird - egal in welchem Forum – sollte man schon etwas mehr in die Tiefe gehen. Denn nur damit können die mitlesenden Hersteller wirklich etwas anfangen.

Ralph Zinngrebe

Verfasst: Dienstag 11. März 2003, 11:27
von martin
Ralph Zinngrebe hat geschrieben:... bringt uns ebenso wenig weiter wie die Forderungen nach noch besserer Detaillierung und noch ausgefeilteren Laufeigenschaften. Beides lässt sich nicht ohne weiteres erfüllen, nur weil danach verlangt wird.
Ich glaube dieses "und" ist eines der Kernprobleme: Es lässt sich eben nicht alles beliebig verkleinern. Detailtreue steht oftmals im Wiederspruch zu Laufeigenschaften.(z.B. Anzahl der bewegten Teile bei Steuerungen oder Kupplungen).
Wenn ich jede Niete zählen will, sollte ich vielleicht reine Standmodelle für die Vitrine in einer möglichst grossen Spurweite suchen.
Wenn ich auf einen möglichst störungsfreien Fahrbetrieb Wert lege, muss ich eben Kompromisse in der detailierung in Kauf nehmen. Ist dann aber auch nicht so tragisch, da ich viele der Details bei einem fahrenden Zug eh nicht erkennen kann.

Verfasst: Dienstag 11. März 2003, 11:42
von mobahner1
@Ralph Zinngrebe

Es geht nicht um ein erneutes Feststellen des Problems. Es geht darum, die Hersteller einmal zu einer "Öffentlichen" Stellungnahme zu bewegen. Ich hab in noch keiner Fachzeitschrift gelesen, das ein Hersteller gesagt hat: "Wir sind so teuer, weil ...". Es geht einem ja nicht darum, das aufgezeigt wird, das die Modellbahn immer teurer wird. Es geht darum, eine Diskussion zwischen Hersteller und Verbraucher herzustellen, also mehr oder weniger um Aufklärung. Ich bin der Meinung, das der Endverbraucher immer noch auch irgendwo ein Recht darauf hat, zu erfahren, warum er für eine Lok ein viertel seines Monatsgehaltes bezahlen muss. Ich selbst bin "Spielbahner" und hätte auch gerne mal wieder eine neue Lok in meinem Regal stehen. Aber es geht nicht. Bei meinem kleinen Gehalt, und Familie ist sowas nicht mehr drin.
Argumente, wie erhöhte Lohnnebenkosten, Investitionen in Standorte und Maschinen sind meiner Meinung nach irgendwo "Schutzbehauptungen". Und wenn doch die "Mitarbeiter" aus der Firmenführung hier "mitlesen", warum melden sich diese dann nicht mal zu Wort? Wenn ich die Zeit habe, hier zu lesen, dann habe ich auch mal fünf Minuten Zeit mal ein Posting zu verfassen.
Das beste Beispiel für die Preistreiberei ist doch die BR 89 (3000).
Die wird seit über 40 Jahren unverändert gebaut. Steigt aber stetig im Verkaufspreis. Wenn jetzt wenigstens "positive" Veränderungen an der Lok vorgenommen worden wären ok. Wurde aber nicht. Und warum soll ich über 50 Euro für Technik von Vorgestern bezahlen?
Fakt ist, das kaum noch ein Ottonormalverbraucher sich "Neuware" leisten kann. Wenn die Hersteller ihre Waren zu "vernünftigen" Preisen anbieten würden, dann würden auch die Verkaufszahlen wieder steigen.

Verfasst: Dienstag 11. März 2003, 13:21
von H0-Holger
Es ist absolut richtig, daß die Fachzeitschriften einiges zum Positiven bewegt haben.
Hier stellt sich mir allerdings die Frage, ob die Fordrung nach immer mehr Details nicht zu lange vorgetragen wurde (den Schuh müssen wir Modellbahner uns allerdings auch anziehen) und die Hersteller dementsprechend über das Ziel hinausgeschossen sind. Logischerweise bringt ein höherer Detaillierungsgrad mehr Arbeit und darum auch mehr Kosten mit sich. Die Hobbyserien von Roco und Piko sind hier ein guter Weg, auch die von mir angesprochenen Betriebsbahner mit guten Modellen zu günstigen Preisen zu versorgen.
Ein anderer Aspekt dieser Geschichte: die Fa. Roco ist z.B. immer wieder kritisiert worden, weil der Modellbahner einige Kleinteile selbst anbringen mußte, was offensichtlich dazu geführt hat, daß die Modelle immer kompletter aus dem Werk gekommen sind. Daß dadurch mehr (teuer bezahlte!) Handarbeit im Werk vorgenommen werden mußte, sollte jedem klar sein. Hier könnte ein Zurück in die 80er Jahre nicht schaden, denn jemandem, der Stunden damit zubringt, einen Baum zu basteln, kann man wohl auch zumuten, daß er ein paar Minuten investiert, um Bremsschläuche und Türgriffe anzubringen.

Was vielen sauer aufstößt, sind Preissteigerungen bei Artikeln, die seit geraumer Zeit nahezu unverändert produziert werden. Hierzu mal ein Beispiel zum Nachdenken: als Roco die V200 am Ende der 80er Jahre auf den Markt brachte, kostete sie bei meinem Fachhändler 129 DM. Heute müßte ich bei einem Internetanbieter 110 Euro anlegen für das gleiche Modell (den derzeitigen Listenpreis kenne ich nicht, der dürfte wohl ein wenig darüber liegen). Das ist eine Preissteigerung von etwas mehr als 66%! Aber auf die ca 15 Jahre umgerechnet sind das pro Jahr nur knapp 3,5%. Kann sein, daß es noch länger her ist, damit würde sich die jährliche Teuerung noch etwas reduzieren.
Zum Vergleich: bevor der Warenkob vor einigen Jahren geändert wurde, um die Inflationsrate regierungsfreundlicher zu gestalten, lag die Inflation in Deutschland durchweg bei gut 3 %. So gesehen ist diese Preissteigerung weit entfernt vom Begriff "Unverschämtheit". Und wenn in dieser Zeit auch noch Modellpflege betrieben wurde (z.B. Digitalschnittstelle, mehr hätte zumindest die V200 nicht nötig), ist es durchaus gerechtfertigt.
Weitere Beispiele kann ich hier nicht anbringen, weil ich mich nicht so genau an die damaligen Preise erinnere, die V200 war eine Ausnahme.

Was mich persönlich etwas verstimmt hat, sind Preise für Waggons, hier wird teilweise wirklich übertrieben: So habe ich vor drei Jahren ein Set von 4 TEE-Wagen für DM 130 bekommen, pro Stück also DM 32,50. Heute darf man für solch einen Wagen fast 60 Euro auf den Tisch des Hauses blättern, was mir schon zu Denken gibt.

Alles in allem: wenn mehr einfache Modelle, oder solche, die ein wenig Aktivität des Käufers verlangen, auf den Markt kämen, würde das bestimmt schon rosiger aussehen.

Verfasst: Dienstag 11. März 2003, 15:41
von martin
Zum Thema Preissteigerungen: habe gerade einen Märklin Spur-Z Katalog aus dem Jahre 1986 inklusive der Preisliste vor mit liegen.
Die meisten Preise kommen mir da sehr bekannt vor, es sind so plus/minus 5% die gleichen wie heute bei einem Versandhandel der noch dazu deutlich unter Listenpreis liegt.

Der einzige Unterschied ist also die Währungseinheit EURO statt DM, naja und annähernd 100% in 15 Jahren hat dann wohl doch nichts mit der Inflationsrate zu tun ....

Verfasst: Dienstag 11. März 2003, 16:01
von mobahner1
Märklin hatte schon lange vor Piko und Roco ein "Hobbyprogramm". Diese leicht in der detailierung eingeschränkten Fahrzeuge von Primex. Wieso wird Primex nicht mehr produziert? Legt Märklin auf die "Käuferschicht" mit weniger Einkommen keinen Wert mehr? Und was ist mit der Jugend? Ich möchte mal den Vater sehen, der Ja sagt, wenn der Sohnemann sagt: "Du Papi, kannste mir mal 400 Euro für die 103er geben?". Also ich würd ihm den Vogel zeigen!! Die Modellbahnindustrie gräbt sich selbst durch teure Fahrzeuge das Wasser ab. Piko, Gützold und Roco haben das erkannt. Die Jugend von heute ist die Zukunft! Auch in der Modellbahnindustrie. Vorallem in Zeiten der Computer und Gameboys wird es für die Hersteller von "Spielen" oder auch "Modellbahnen" doch immer wichtiger, verlorene Marktanteile wieder zurück zu erobern. Das geht aber nicht, wenn ich meine Produkte so teuer mache, das ein Jugendlicher sich diese nicht mehr leisten kann. Eine Wiedereiführung der verbilligten Märklinartikel (Primex) könnte hier eventuell wieder eine Lösung sein. Vorallem weil Märklin nicht wieder großartig viele Maschinen dafür anschaffen müsste. Die Primexmodelle basierten ja alle auf der aktuellen "normalen" Märklinproduktion.

Bestes Beispiel aus den Siebzigern und Achtzigern sind doch die Limamodelle. Gut, für den Vitrinensammler waren die nichts. Aber für den reinen "Spielbahner" oder zur Heranführung der Jugend an das Hobby Modellbahn, waren die doch hervorragend geeignet. Zum einen, weil sie Billig waren und zum anderen, weil man nicht immer Angst haben musste, Tritte, Handläufe oder Leitungen an der Lok abzubrechen.

Was dem Modellbahnmarkt fehlt, ist eine wirklich ernst zu nehmende Konkurenz. Eine Firma, die gute Modelle zu Kampfpreisen auf den Markt bringen kann. Gützold versucht dieses ja sehr oft durch "Sonderpreisaktionen" zu bewerkstelligen. Siehe:
http://www.guetzold.de/33230.htm

Das ist aber leider nur ein Tropfen auf dem heissen Stein.

Oder nehmen wir mal eine ganz normale Weiche. Beim märklin K-Gleis wird der E-Antrieb mitgeliefert. Diese Weiche kostet, glaube ich, pro Stück so um die 22 Euro. Wofür? Für zwei Spulen und etwas Metall und Plastik?? Bei den C-Gleisweichen wird man gleich dreimal zur Kasse gebeten. 1.) Weiche 2.) Antrieb und drittens bei Digital den Decoder.

Gleismaterial und Zubehör ist doch eigendlich bei der Modellbah das was richtig ins Geld geht. Eine Lok fährt auch nach 20 Jahren noch. Eine K-Gleis oder C-Gleisweiche ist aber spätestens nach zwei Anlagenaufbauten kaputt.

Verfasst: Mittwoch 12. März 2003, 10:49
von Kruno Schmidt
@Ralph Zinngrebe

Es zeigt sich doch schon an diesen Reaktionen, dass tatsächlich der aktuelle Bedarf nach "Bezahlbarem" besteht. Bei allen positiven Entwicklungen, zu den sicher die einschlägige Fachpresse beigetragen haben dürfte, möchte ich trotzdem diesen Medien einen kleinen Vorwurf nicht ersparen.

Sicher sind die Testberichte in allen Fachzeitschriften immer besser und ausführlicher geworden. Wichtige technische Details werden sehr ausführlich besprochen. Vor allem die vergleichenden Tests, gleicher Modelle produziert von verschiedenen Herstellern, finde ich hervorragend. Immer öfter jedoch habe ich das Gefühl, ich finde mich hier in einer anderen Welt wieder. Ähnlich, wie große Automobilzeitschriften als "Aufmacher" immer häufiger einen Ferrari, einen Luxus-Porsche oder eine andere Nobelkarosse testen, finden wir diese "Luxus-Modelle" auch immer in unserer Presse. Ich denke, jeder liest begeistert einen Testbericht über einen neuen Porsche, der in „null-komma-nichts“ auf 100 beschleunigt - oder einen Bericht über den wirklich hervorragenden neuen TEE von Märklin, aber leisten kann man sich beide leider nur in den seltensten Fällen. Jedenfalls wird das den meisten so gehen.

Was mich an vielen Tests jedoch fast schon ärgert, sind die, fast schon als arrogant zu bezeichnenden Äußerungen einiger Redakteure, wenn es um die Preise dieser Modelle geht.

Hier nur einige Zitate:

- „ Alles hat eben seinen Preis, den sicher nicht jeder zahlen kann...“

- „Ein Traummodell, dass in jede Sammlung gehört...“

- „Ein hervorragendes Modell zu einem wirklich günstigen Preis...“ (es waren hier immerhin 350 Euro für ein eher schlichtes Modell – Anmerk. des Autors)

Und so könnte ich diese Liste beliebig fortführen.

Auf dem „Preisauge“ sind unsere Medien fast alle blind! Ich kann mich an fast keinen Test erinnern, in dem die Preisgestaltung eines Produktes ernsthaft infrage gestellt wurde. Gerade bei Marktführern wie Märklin, Roco und Fleischmann wird Kritik an deren Preisgestaltung fast schon als Sakrileg behandelt. Ernsthafte Kritik findet nicht statt – diesen Vorwurf müssen Sie sich leider gefallen lassen! Vielmehr sehe ich die Fachpresse in diesem Kontext als „verlängertes Sprachrohr“ der Industrie. Bloß keine Kritik äußern!

Das Beispiel des CD-Players möchte ich an dieser Stelle soweit relativieren, dass es sich hierbei um ein Produkt handelt, wo der Anteil der teuren Handarbeit trotz aller Automatisierungsmöglichkeiten in der Fertigung im angegebenen Zeitraum nur unwesentlich zurückgegangen ist. Sicher ist die Elektronik darin deutlich preiswerter geworden – die manuelle Arbeit jedoch nicht.

@ mobahner 1

Du hast uneingeschränkt recht, wenn Du die Preisgestaltung gerade beim Zubehör bzw. beim Gleismaterial als wirklich überzogen beschreibst.

Bei Massenprodukten wie Schienenmaterial, wie gesagt ich rede jetzt noch nicht von Weichen oder anderen Sonderteilen, ist die Preisgestaltung der Marktführer wirklich mehr als unangemessen. Vor allem bei „M“, wo zum Schienmaterial keine Alternativen existieren, wird diese marktbeherrschende Stellung schamlos ausgenutzt. Wie will man den Preis von 2,40 Euro für eine einfaches gerades Gleis von 180 mm Länge rechtfertigen? An den Material- und Fertigungskosten kann es nicht liegen. Hier wird, so behaupte ich provokativ, abkassiert!

Ein Fachhändler, den ich persönlich sehr gut kenne, ging sogar soweit in seiner Aussage, dass es Ihnen untersagt sei sehr weit von den Listenpreisen abzuweichen. Andernfalls würden sie ungünstigere Rabatte bei ihren Bestellungen erhalten. Das ist die qualifizierte Aussage eines Betroffenen, der auch sehr gerner anders agieren möchte, der aber letztlich durch seine Lieferanten an der kurzen Leine gehalten wird.

Ich finde, dass sind Entwicklungen, die einen nachdenklich machen sollten.
Lediglich einige Händler im Internet scheren hier aus und bieten diese Produkte dauerhaft zu deutlich günstigeren Preisen an. Klar ist zwar auch hier wieder, dass wir den Internethandel nicht mit dem guten alten deutschen Fachhandel vergleichen dürfen, doch könnte die „Preiswahrheit“ nicht irgendwo in der Mitte liegen.

Das Thema ist wie sich zeigt sehr komplex und es gibt hier mannigfaltigen Diskussionsbedarf. Aber wann kommt die erste Reaktion aus der Industrie?

Kruno

Verfasst: Mittwoch 12. März 2003, 14:32
von mobahner1
Wie gesagt, es gibt noch jede Menge Beispiele über Artikel, die von der Preisphilosophie her nicht stimmen. Ich wollte immer auch das C-Gleis verbauen. Aber als ich die Preise gesehen hab, bin ich bei meinem M-Gleis geblieben.

Weiche 24711 = 18,80 Euro
Antrieb 74490 = 12,00 Euro
Weichenlaterne 74470 = 11,00 Euro
Dekoder 74460 = 22,65 Euro
--------------------------------------------------
gesamt = 64,45 Euro

Mit anderen Worten, ich müsste für eine Digital betriebene Märklinweiche 64 Euro bezahlen. Das sind immerhin stolze 128,-- EX-DM. Wie gesagt für eine!!! Weiche. Ich habe auf meiner Anlage 30 M-Weichen verbaut. bei Umstieg auf das C-Gleis wäre ich damit auf einen Schlag 1933 Euro los. Kreuzungsweichen und Dreiwegsweichen nicht eingerechnet. Ziehe ich den Dekoder mal ab, kostet eine normale C-Gleisweiche immernoch 41 Euro. Da frage ich mich doch ehrlich wofür? Auch wenn das M-Gleis nicht grad das Vorbildlichste ist, und auch wenn es laut ist. Aber es ist bezahlbar und erfüllt seinen Zweck. Für eine C-Gleisweiche bekomme ich drei M-Gleisweichen neu!! oder drei gebrauchte M-Gleis Weichenpaare.

Wenn man sich etwas Zeit lässt, kann man auch das billigere M-Gleis noch gut nutzen und auch supern. Ich selbst habe alle M-Gleise eingeschottert. Und ob ich das C-Gleis nachschottern muss, um den Plastikeffekt weg zu bekommen oder ob ich M-Gleis shottere, der Aufwand ist der selbe. Unten ist einmal das "geschotterte" M-Gleis zu sehen. Einziges Problem: Die niedrigen Schwellenprofile. Dadurch kann es vorkommen, das an den Aussenkanten mal eine Schwelle "verschluckt" wird :-(

Bild

Aber wir können hier viel diskutieren. Solange sich die ANbieter selbst nicht mal dazu zu Wort melden, und solange die Verbraucher zu den Preisen kaufen, warum sollte sich da mal was ändern??? Jede Firma weiss, das der Endverbraucher auf Material wie Weichen, Prellböcke etc angewiesen ist. Und genau deshalb sind die so teuer. Sie müssen ja zwangsläufig gekauft werden. Und da kann man ja dann ruhig den Endverbrauchern mit teuren Artikeln den letzten Cent aus der Geldbörse ziehen.[/img]

Verfasst: Sonntag 23. März 2003, 16:30
von Stefan W.
Hallo
Warum sich die Hersteller nicht zu Wort melden, sollte jedem klar sein, wenn nicht erkläre ich es gerne einmal.
Vor kurzen in einem anderen Forum, dort befinden sich ausscließlich Personen die in einem spezillen Bereich arbeiten, dort kam es zu einer Diskussion, in dessen Folge sich der Marktführer diese Bereichs zu Wort meldete, was folgte kann man mit "komplettes Chaos" umschreiben während die einen versuchten beim Thema zu beiben, nutzten die anderen den thread zu einer Generalabrechnung am Marktfüherer.
Bei aller Berechtigen Kritik die man vorbingen mag, das Problem ist eben das jeder seine Kritk vorbringt, und das jeder eine Antwort erwartet, das ist zeitlich aber garnicht möglich, denn kein Hersteller gleich welcher Branche stellt Mitarbeiter ein, die ausschließlich damit beschäftigt sind in den verschiedenen Internetforen die Fragen zu beantworten.
Denn dies ist nicht das einzige Forum, in dem man Antworten erwartet, es gibt genügend andere Foren in denen sich ebenfalls die User fragen, warum ein Modell soviel kostet, wie es kostet.

Weiterhin sollte man sich fragen welche Gruppe die für die Hersteller attraktivste ist, der Modell-oder Spielbahner. ich glaube mich mal da festlegen zu können, und sage der Modellbahner.
denn der ist in der Regel der finanzell potentere.
Piko macht es zwar vor, das es einen Markt für günstige Modelle gibt, aber wer weiß schon wie groß dieser Markt ist.
was wenn er von Piko schon fast gedeckt wird ?
Ich sehe jedenfalls bei meinen Besuchen bei Händlern Messen und anderen Internetforen immer wieder Kunden, die nach noch detailliertern Modellen fragen bzw. dort die fehlenden Millimeter monieren, und nach dieser oder jener Sonderausführung von anno dazumal fragen.

Bisher kann ich mich eigentlich nicht beschweren die Modelle der Epoche V sind mit Sicherheit Kostengünstiger herzustellen, alles etwa eine BR 96 oder ähnliches.
Und bisher gibt es diese Billigmodelle auch nicht z.B. im Dampfloksektor, warum das wissen wahrscheinlich auch nur die Hersteller, vermutlich ist man sich darüber im klaren das es zu einem Aufheulen auf dem Mobasektor käme, wenn die Rohre wieder am Kessel angegossen wären.

Was die Preisgestaltung angeht, so sind wir alle hier nicht in den Produktionprozeß involviert, insofern kann sich hier auch keiner ein Bild davon machen wieveil Arbeit in einem Modell nun wirklich steckt.

Verfasst: Sonntag 23. März 2003, 22:57
von mobahner1
Das Märklin keinen Wert mehr auf die Spielbahner legt, hat man doch schon durch den Wegfall der Primexmodelle bemerkt. Doch wo liegt denn der Definationsunterschied zwischen Spielbahner und Modellbahner? Wenn ich mir eine Lok kaufe und auf der Anlage fahren lasse, bin ich doch in einer gewissen Art und Weise Spielbahner? oder etwa nicht? Und ich muss ehrlich sagen, 400 Euro und mehr für etwas auszugeben, was anschliessend in der Vitrine steht und nie bewegt wird ist meiner Meinung nach totes Kapital. Nichts gegen die Vitrinensammler, ist nur meine Meinung ;-)
Sobald ich eine Lok fahren lasse "spiele" ich doch damit, also Spielbahner. Selbst wenn ich eine Anlage 100% Originalgetreu baue, und Loks fahren lasse bin ich Spielbahner, da ich ja mit der Anlage "spiele". Also wo liegt da der Unterschied, ob ich mich Gelegenheitsspieler nenne der seine Vitrinenfahrzeuge mal fahren lässt, oder Spielbahner?? In meinen Augen spielt doch jeder mit seiner Bahn!
Dafür kauft man sich die doch! Um Spass am Spielen und Bauen zu haben!! Nur wenn man manche Preise sieht, vergeht einem der Spass....

Der Kreis schließt sich

Verfasst: Montag 24. März 2003, 09:17
von Kruno Schmidt
Hallo

Ich glaube schon, dass die Meinungen derer, die sich in den verschiedenen Foren äußern, offensichtlich von den Vertretern der großen Marken mit Ignoranz, wenn nicht sogar mit Arroganz gestraft werden. Jedes große Unternehmen hat ein Marketing, dessen Aufgabe es ist den Markt zu beobachten, Meinungen zu sammeln und diese auszuwerten. Internet-Foren sind heute die „Lesebriefkästen“ der Vergangenheit. Diese müssen soweit sind bekannt sind, analysiert und ausgewertet werden. Hier spiegeln sich Meinungen der Zielgruppen wider. Das mache ich in meinem Markt auch so – das ist auch mein Job.

Aber bei den großen „Dreien“ ist es vielleicht doch anders?!

„Da sind schon wieder die ewigen kleinen Nörgler am Werk, die meinen für die große Masse aller Modellbahner reden zu können“ – diese oder ähnliche Gedanken sehe ich in diesem Fall in den Köpfen der Markenverantwortlichen herumgeistern.

Doch sind hier nicht die kleinen Nörgler am Werk, sondern die, die willens sind sich zu artikulieren. Es sind die, die aufgrund ihres Umfeldes Meinungen gesammelt haben und diese gerne einer größeren Öffentlichkeit mitteilen möchten.

Klar ist auch, dass es in unserer Gesellschaft immer schwieriger wird, Menschen zu sinnvollem Tun zu motivieren. Ich sehe hier vor allem unsere Kinder, die zum Teil immer perspektivloser durch den Tag vagabundieren. Ich habe selber zwei Söhne von 12 und 14 Jahren. Wie wollen wir diesen Kindern sinnvolle Freizeitinhalte vermitteln, wenn diese schlichtweg für viele Familien unbezahlbar werden.

Gut, die Kids haben fast alle eine Playstation oder ein vergleichbares Gerät, die auch 200 oder 250 Euro kosten. Und gibt’s da noch die Spiele, die getauscht, kopiert oder sonst wie genutzt werden. Aber – was bekomme ich heute noch im Modellbahnbereich für 200 oder 250 Euro, mit dem ich „sinnvoll“ eine Modellanlage aufbauen kann?

Gäbe es da nicht „Aldi“ und „CO“, dann sähe es noch finsterer aus. Wenigsten hier bekommt man, wenn auch nur 2 mal pro Jahr, für sein Geld einen entsprechenden Gegenwert, sei es nun eine große Startpackung oder „umgelabelte“ Faller - Startpackungen. Und fast nur noch auf diese Weise können wir unseren Kindern dieses Hobby nahe bringen.

Unsere Gesellschaft bewegt sich nun einmal langsam wieder von der „Überflussgesellschaft“ weg – das ist Fakt. Künftig wird auch in diesem Markt nur noch der überleben, der zum einen den Nachwuchs fördert und zum anderen den Kunden preislich interessante Perspektiven bietet. Beispiele für die, die bereits heute schon gescheitert sind gibt es bereits zur Genüge.

„Insider-Clubs“ und ähnliches sind da der grundverkehrte Weg, denn hier wird den Mitgliedern vorgegaukelt, dass sie zu einer ausgewählten Elite gehören, in Wirklichkeit jedoch durch absolut überteuerte „Sonderangebote“ richtig über den Tisch gezogen werden.

An diesem Punkt schließt sich für mich nun der Kreis, der mich dazu bewogen hat einen Dialog mit denen vorzuschlagen, die uns die Preise diktieren. Offensichtlich besteht seitens der Hersteller nicht das Interesse an einem Dialog mit uns, ihren Kunden. Schlüsse aus diesem Verhalten muss jeder für sich selbst ziehen.

Kruno