Ich heiße Stephan, komme aus der Nähe von Köln und bin derzeit mit 29 Jahren von Beruf Beamter im mittleren Verwaltungsdienst.
Seit ich meine Ausbildung vor knapp 6 Jahren abgeschlossen habe, bin ich mehr und mehr zu der Überzeugung gekommen, dass ein Bürojob nicht das ist, was meinen Neigungen entspricht. Er ist nichtmal sonderlich abwechslungsreich, d.h. keine Dienstreisen, Außentermine etc., ich sehe jeden Tag die gleichen engen vier Wände.
Dazu kommt, dass ich geistig und quantitativ vollkommen unterfordert bin. Nach 6 Jahren wage ich zu behaupten, dass es bei meinem Arbeitgeber sehr wenige Jobs gibt, die dies wirklich ändern könnten. Und auch dort wäre es nach wie vor ein Bürojob, was wie gesagt nicht wirklich mein Ding ist.
Fakt ist allerdings, dass meine Arbeit nunmal absolut (krisen-)sicher ist, was mich bislang wenig Motivation finden lassen hat, an diesem Zustand etwas zu ändern.
Ich bin seit meiner Kindheit schon begeistert von Modelleisenbahnen, vor allem Gleisbau, Häuserbau und Zugsteuerung haben mich immer fasziniert. So hatte ich dann in meiner Jugend eine kleine N-Anlage als "Gleiswüste", also ohne großartige Landschaftsgestaltung.
Nun war ich am Wochenende zum ersten Mal im MiWuLa und sofort schlichtweg begeistert von der Anlage und auch das Team kam wunderbar rüber. Alle waren freundlich, zuvorkommend etc.
Von diesen Eindrücken gefesselt habe ich mir mal die Stellenangebote durchgelesen und festgestellt, dass jemand für die Anlagensteuerung gesucht wird. Den gestellten Qualifikationserfordernissen fühle ich mich auch gewachsen, wenngleich handwerkliche Dinge evtl. etwas Einarbeitungszeit mit sich bringen würden, da ich bislang nur über zwei linke (Beamten-)Hände verfüge.
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Auch Hamburg hat mir gut gefallen und wenngleich mich das Umland nicht sooo reizt (es ist halt platt und ich bin eher ein Freund der Berge), so gefiel mir die Stadt zumindest sehr gut.
Jetzt mal so unter uns Pastorentöchtern: Was würdet ihr tun? Würdet ihr einen absolut sicheren Job aufgeben um das tun zu können, was ihr euch als einen Traumjob vorstellt? Ganz ehrlich, das Beamtentum war nie mein Traumjob, aber meine Eltern sind beide im öffentlichen Dienst und so wurde halt der Grundstein gelegt. Das Argument "Du hast ein sicheres Einkommen bis du irgendwann die Augen zumachst" war ja nun auch nicht sooo unattraktiv. Aber ich stelle mir halt das Zukunftsszenario so unsicher vor... ob ich im MiWuLa bleiben könnte bis zur Rente weiß man halt nicht und sollte nach einigen Jahren aus welchem Grund auch immer Schluss sein, würde ich nichts haben, was mich für einen Beruf in der freien Wirtschaft qualifiziert, da ich im MiWuLa keinen anerkannten Ausbildungsberuf lernen würde und meine Beamtenausbildung eben auch für nichts anderes taugt als das Beamtentum. Blieben vermutlich nur noch schlecht bezahlte Hilfsarbeiten. Und ob ich sowas noch 25 Jahre bis zur Rente machen will (angenommen ich würde 10 Jahre im MiWuLa arbeiten können)... ich denke eher nicht! Andererseits gefällt mir die Vorstellung noch 38 Jahre einen unbefriedigenden Job wie im Moment auszuüben genauso wenig.
Ich erwarte hier ganz sicher keine psychologische Beratung, aber vielleicht mal ein paar Gedankenimpulse, da mich interessieren würde, wie andere Modellbahnfans dieses Risiko bewerten und ob sie es eingehen würden, oder ob auch trotz allem Enthusiasmus der Sicherheit der Vorrang gewährt wird.
Grüße
Stephan