Selectrix

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WernerAu
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Selectrix

Beitrag von WernerAu » Donnerstag 29. Januar 2026, 20:49

Selectrix (oft abgekürzt als SX) ist ein digitales Steuerungssystem für Modelleisenbahnen, das ursprünglich um 1980 von Doehler & Haass (D&H) entwickelt wurde. Es wird heute (Stand 2026) vor allem in den kleineren Spurweiten (N, Z und TT) eingesetzt und von einer spezialisierten Fangemeinde für seine technische Zuverlässigkeit geschätzt. 

Technische Merkmale und Funktionsweise 

Echtzeitfähigkeit: Das System ist taktsynchron. Es überträgt etwa 13-mal pro Sekunde den kompletten Status aller 112 verfügbaren Adressen.
Extreme Geschwindigkeit und Echtzeitfähigkeit: Im Gegensatz zu anderen Systemen werden bei Selectrix alle Lokomotiven und Funktionsadressen in einem festen Zeitrahmen (ca. alle 88 ms) angesprochen. Dies garantiert eine verzögerungsfreie Reaktion, unabhängig davon, wie viele Befehle gleichzeitig gesendet werden.
Hohe Stabilität: Das Datenübertragungsprotokoll gilt als äußerst robust gegenüber Störungen. Das System läuft über lange Zeiträume stabil und nahezu ohne Aussetzer im Fahrbetrieb.
Einfaches Bremsen: Selectrix ermöglicht ein sanftes Abbremsen in Halteabschnitten mit nur einer einfachen Diode. Dies erlaubt präzises Anhalten ohne den Einsatz komplexer Computersteuerungen.
Lastunabhängigkeit: Die Übertragungsgeschwindigkeit bleibt konstant, egal ob eine oder alle 112 Loks gleichzeitig gesteuert werden. Befehle erreichen die Empfänger immer innerhalb von ca. 77 Millisekunden.
Adressraum: Das klassische SX1-Protokoll bietet 112 Systemadressen mit jeweils 8 Bit. Diese können flexibel für Loks (31 Fahrstufen) oder zum Schalten/Melden (8 Weichen oder Rückmelder pro Adresse) genutzt werden.
SX2-Erweiterung: Um moderne Anforderungen zu erfüllen, wurde der Adressraum auf bis zu 9.999 Adressen und 16 Zusatzfunktionen erweitert, wobei die Abwärtskompatibilität gewahrt bleibt. 

Vergleich und Anwendung 
Während moderne Multiprotokoll-Systeme wie das Rautenhaus RMX-System oft DCC und Selectrix kombinieren, bleibt Selectrix die bevorzugte Wahl für Anwender, die Wert auf einen hochperformanten Schalt- und Meldebus legen. Spezialisierte Anbieter wie Peter Stärz oder SchnorpsTronik unterstützen das System auch weiterhin mit moderner Hardware.

Obwohl Großserienhersteller wie Märklin (Trix) die Weiterentwicklung des reinen Selectrix-Systems eingestellt haben, bleibt es durch spezialisierte Anbieter und eine aktive Community präsent: 
Zentralen: Moderne Multiprotokoll-Zentralen (z. B. von Peter Stärz, Rautenhaus Digital oder D&H) unterstützen Selectrix parallel zu DCC.
Decoder: Aktuelle Fahrzeugdecoder sind meist Multiprotokoll-fähig (DCC/SX) und ermöglichen so den Einsatz auf verschiedenen Digitalsystemen.
Einsatzbereich: Aufgrund des schnellen und stabilen SX-Busses wird das System auch von Anwendern anderer Formate (wie DCC) häufig exklusiv zum Schalten und Melden (Rückmeldung) verwendet. 

Vorteile gegenüber DCC 
Selectrix gilt als robuster bei schlechtem Gleiskontakt, da Befehle permanent wiederholt werden und nicht nur einmalig als Paket gesendet werden. Zudem ist der Aufbau des Bus-Netzwerks völlig frei (keine feste Stern- oder Ringstruktur nötig)

Das Selectrix-System (SX) verfügt über einen fest definierten Adressraum, der sich je nach Protokollversion (SX1 oder SX2) und Hardware-Konfiguration unterscheidet. Im Kern ist Selectrix ein taktgesteuertes System, das alle Adressen in einem festen Zyklus von 13 Wiederholungen pro Sekunde überträgt. 

1. Klassisches Selectrix (SX1) 
Im ursprünglichen SX1-Standard stehen insgesamt 112 Systemadressen (0 bis 111) zur Verfügung. Jede Adresse besteht aus 8 Bit Information. 

Verwendung: Jede Adresse kann entweder für eine Lokomotive (mit 31 Fahrstufen und Zusatzfunktionen wie Licht) oder für bis zu 8 Schaltartikel (Weichen, Signale) bzw. Rückmelder genutzt werden.
Einschränkungen:
Adressen 104 bis 111: Viele moderne Zentralen (wie die Trix Central Control 2000) reservieren diese für Systemfunktionen oder die Programmierung von Decodern, wodurch sie für den Fahrbetrieb oft nicht frei verfügbar sind.
Adresse 0: Wird häufig für Sonderprogrammierungen (erweiterte Kennwerte) genutzt und steht dann ebenfalls nicht für Loks zur Verfügung.
Netto-Kapazität: Im Standardbetrieb bleiben meist 103 Adressen (1 bis 103) für den Anwender frei verfügbar. 

2. Erweitertes Selectrix (SX2) 

Das 2009 eingeführte SX2-Protokoll erweitert den Adressraum massiv, um mit modernen Digitalsystemen konkurrieren zu können. 
Adressumfang: SX2 ermöglicht Adressen von 0001 bis 9999.
Funktionen: Es werden bis zu 16 Zusatzfunktionen unterstützt.
Abwärtskompatibilität: SX2-Zentralen betreiben SX2-Loks meist in speziellen "Lücken" des SX1-Datenrahmens, wodurch oft maximal 16 (bei manchen Zentralen bis zu 32) SX2-Loks gleichzeitig aktiv gesteuert werden können, während der SX1-Bus für Schaltartikel stabil bleibt. 

3. Adresserweiterung durch mehrere Busse 

Viele moderne Selectrix-Zentralen (z. B. von Rautenhaus, MÜT oder Stärz) bieten mehrere physische Busanschlüsse an, um den Adressraum zu vervielfachen: 
SX0-Bus: Primär für den Fahrbetrieb (Lokomotiven).
SX1-Bus: Primär für das Schalten und Melden (Zubehör). Hier stehen erneut 112 Adressen zur Verfügung, was bis zu 896 zusätzliche Schaltfunktionen (112 Adressen × 8 Bit) ermöglicht.
Gesamtkapazität: Zentralen mit zwei Bussen verwalten somit insgesamt 224 Systemadressen. 

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