Gleichstrom oder Wechselstrom

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Maik Costard
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Beitrag von Maik Costard » Montag 21. April 2008, 23:29

Die Thomas-Modelle kommen von Hornby, nicht von Bachmann.
Die Zweileitermodelle haben, da englischen Ursprungs, keinen NEM-Schacht, sondern die typische Fallhakenkupplung. Die Modelle für Märklin haben einen NEM-Schacht, dort kann man also beliebig die Kupplungen tauschen.
Die 21polige Schnittstelle ist nur in den teuren Märklin-Modellen verbaut. Bei den preiswerten Modellen ist bei älteren Produkten die 8polige Schnittstelle verbaut. Bei den neuen Modellen ist der Dekoder in die Fahrzeugelektrik integriert, das heißt, das dort der Dekoderwechsel mit viel Lötarbeit verbunden ist. Viele andere Hersteller verwenden die 21polige Schnittstelle jetzt als Standart bei neuen Fahrzeugen.
Hallo HeMi, wenn Du die Steuereinheit von Märklin verwenden willst, funkioniert das nicht mit den Zweileitermodellen. Dazu musst Du dort einen Motorola-Dekoder einbauen. Benutze doch einfach die Steuereinheit, die bei dem jeweiligen Startset dabei ist. Wenn Du Dir das Startset von Hornby zulegst, ist dort eine Funkfernsteuerung für die Bahn enthalten. Wenn Du Dir den Link von mir anschaust, siehst Du die blaue Funkfernbedienung. Im dem Haus, welches in der Startpackung ist, ist der Empfänger versteckt. Ich glaube, dass das für Kinder eine gute Idee ist :wink: .
Wenn Du das Märklin-System für die Digitalisierung verwenden willst, gibt es auch von mehreren Herstellern die passenden Dekoder. Wenn Du Dich darüber informieren willst, kann ich Dir das Buch "Digitalisierung auf Modellbahnanlagen" vom Transpress-Verlag empfehlen. Außerdem gibt es jedes Jahr ein Sonderheft der Miba zum Thema Digital. Darin ist auch immer eine Marktübersicht zu Dekodern und Zubehör für den Digitalbetrieb.
Zu Deiner Frage mit den Fleischmanngleisen sage ich Ja, ebenso ist es richtig, das noch keine Dekoder eingebaut sind. Und auch Peter Müller kann ich Recht geben, die Fahrzeuge sind bis auf Kupplung und Radsätze gleich.
Wenn jetzt noch mehr Fragen auftauchen sollten, immer her damit. Ich werde mich bemühen, auch weiterhin zu helfen.
Schönen Gruß
Maik
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HeMi

Beitrag von HeMi » Dienstag 22. April 2008, 00:38

Maik Costard hat geschrieben:Hallo HeMi, wenn Du die Steuereinheit von Märklin verwenden willst, funkioniert das nicht mit den Zweileitermodellen. Dazu musst Du dort einen Motorola-Dekoder einbauen.
Wenn ich mir aber einen Motorola Dekoder kaufe, den in die Lok einlöte, dann kann ich sie mit der Märklin Steuereineit fahren, oder?
Maik Costard hat geschrieben:Benutze doch einfach die Steuereinheit, die bei dem jeweiligen Startset dabei ist. Wenn Du Dir das Startset von Hornby zulegst, ist dort eine Funkfernsteuerung für die Bahn enthalten.
Mir geht es ja darum, gleich alles für den späteren Einsatz von "richtigen Zügen" vorzubereiten. Zum einen werden die Kinder ja älter, zum anderen möchte der Papa (also ich) sich ja auch gerne wieder eine Modellbahn hinstellen. Und dann soll es doch nach Möglichkeit gleich was vernünftiges sein, sonst fang ich ja innerhalb kürzester Zeit wieder von vorne an, ich kenn mich doch ;)

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Maik Costard
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Beitrag von Maik Costard » Dienstag 22. April 2008, 00:46

Ja, das funktioniert.
Ich habe jetzt aber noch nicht verstanden, ob Du das Zweischienensystem mit Motorola betreiben möchtest. Wenn ja, warum nicht mit DCC?
Schönen Gruß
Maik
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Peter Müller
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Beitrag von Peter Müller » Dienstag 22. April 2008, 00:49

Wenn Du Dir jetzt auch noch für den Papa eine Startpackung von Roco kaufen würdest, dann hättest Du ein vernünftiges "Beginner-Steuergerät", welches zu allen weiteren 2L-Fahrzeugen passt, die Du Dir zukünftig noch anschaffen willst.

Wenn Du unbedingt eine Märklin Mobile Station oder Central Station einsetzen willst, dann nimm doch auch 3L-Gleise und die Thomas-Lokomotive von Märklin (via eBay).

2L-Gleise und Märklin Mobile/Central-Station bedeutet jedesmal Hand anzulegen, wenn Du ein neues Triebfahrzeug dazu bekommst. Alte Märklin-Trafos mit Umschaltimpuls (wenn Du darauf zurück greifen wolltest, weil sie noch irgendwo in einer Ecke liegen) bedeutet noch mehr Umbauterror.
Grüße, Peter

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HeMi

Beitrag von HeMi » Dienstag 22. April 2008, 00:57

Maik Costard hat geschrieben:Ich habe jetzt aber noch nicht verstanden, ob Du das Zweischienensystem mit Motorola betreiben möchtest. Wenn ja, warum nicht mit DCC?
Ich meine irgendwo hier im Forum gelesen zu haben, daß das Märklin System die meisten "Spielereien" hat (Fahrstufen, Lichter, Kupplungen usw...).
Außerdem finde ich die Central Station sehr schick, das schaut alles recht gut aus und man kann auch noch den PC mit anschließen. Von genau sowas hab ich als Kind schon geträumt, na gut, nicht ganz, aber genau das ist es, was ich mir heute vorstelle.
Die Thomasgeschichte ist für meinen Sohn, das wären dann ja "nur" zwei bis vier Loks die ich da umbauen müßte, den Rest kann man sich dann ja schon passend für das ganze System kaufen. Aber selbst wenn es nichts passendes gibt und mal müßte doch selber Hand anlegen und neue Decoder, Motoren, Achsen oder sonst was einbauen, ist das ja nicht jede Woche der Fall (zumindestens bei mir nicht, sooo dicke ist mein Spesenkonto dann doch nicht). Und letzten Endes lernt man dadurch seine "Hardware" ja erst so richtig kennen und muß nicht wegen jedem kleinen Knacken oder Kratzen gleich zum Händler rennen, oder einschicken und für viel Geld reparieren lassen.

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Beitrag von Peter Müller » Dienstag 22. April 2008, 01:21

Das ist deshalb ungewöhnlich, weil es so etwas wie die Central Station auch von anderen Herstellern, aber dann für DCC gibt. Und fast alle, die angefangen haben ihre Lokomotiven aufzuschrauben und individuell auszurüsten, versuchen von dem proprietären Märklin-System weg zu kommen und zu allen Seiten offen zu bleiben.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Ich glaube, Du solltest Dich in diesem Falle ausgiebig mit dem Thema Mfx/MM/DCC/Selektrix und vielleicht auch Railcom beschäftigen.

Gehen tut da fast alles: die Gleise transportieren den Strom, egal ob 2L oder 3L. Und in den Lokomotiven muss ein Decoder sein, der die Kommandos der Zentrale versteht. Es gibt übrigens sowohl Decoder als auch Zentralen, die mehrere "Sprachen" gleichzeitig sprechen/verstehen, so genannte Multiprotokoll-Decoder/Zentralen.
Grüße, Peter

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Beitrag von Kai Eichstädt » Dienstag 22. April 2008, 11:42

Moin,
HeMi hat geschrieben:Ich meine irgendwo hier im Forum gelesen zu haben, daß das Märklin System die meisten "Spielereien" hat (Fahrstufen, Lichter, Kupplungen usw...).
ich wage zu behaupten, daß Märklin mit mfx jetzt das kann, was bei DCC vorher schon lange Standard war...

Gruß
Kai

HeMi

Beitrag von HeMi » Dienstag 22. April 2008, 12:56

Also sollte ich mich doch lieber mal in Richtung DCC umsehen?

Das wirft mich zwar jetzt wieder völlig aus der Bahn, aber ok, besser im Vorfeld tausend Mal umentschieden und neubedacht, als im Nachhinein unzufrieden sein ;)

Ich werde dann mal eine (oder mehrere) Runde(n) nach DCC googlen und hier im Forum mehrere Runden lesen, mal sehen was sich da so finden läßt ;)

Ezekiel

Beitrag von Ezekiel » Dienstag 22. April 2008, 13:54

Also mit der Multimaus von Roco kannst du ueber DCC 128 Fahrstufen, richtungsabhaengige Beleuchtung und 19 (oder 20, bin mir gerade nicht ganz sicher) Zusatzfunktionen steuern. Es gibt aber sogar schon Steuergeraete die noch mehr Zusatzfunktionen unterstuetzen.

Was diese Zusatzfunktionen dann genau schalten koennen haengt vom eingesetzten Decoder ab. Decoder die digitales Entkuppeln unterstuetzen gibt es selbstverstaendlich auch fuer DCC. Zusaetzliche Lichtfunktionen sind sowieso Standard, allerdings nicht fahrtrichtungabhaengig.

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Beitrag von Maik Costard » Mittwoch 23. April 2008, 00:03

Hallo Ezekiel, man kann die Funktionsausgänge frei zuordnen, d.h. auch die jeweiligen Funktionen Fahrtrichtungsabhängig machen. Dazu gibt es entsprechende Bits in den CV's. Die Bedienungsanleitungen für die Dekoder sind mittlerweile kleine Bücher geworden.
Schöne Grüße
Maik
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Seismo

Re: Gleichstrom oder Wechselstrom

Beitrag von Seismo » Samstag 24. Mai 2008, 20:53

Hallo HeMi,

Der wesentliche Grund, warum es das Wechselstromsystem, besser gesagt das Dreileitersystem gibt, ist
a) seine geringere Anfälligkeit gegen Kontaktschwächen wegen verschmutzter Schienen und Räder und
b)die symmetrische Polung der Gleisstücke
Im Prinzip hat beides nicht viel miteinander zu tun. Man könnte das Märklin-Gleis auch mit Gleichstrom betreiben.

Wechselstrom ist allerdings weniger anfällig für den elektrischen (ohmschen) Widerstand der Gleise, den man bemerkt, wenn eine Lok nach 2m Gleisstrecke deutlich langsamer fährt, als in der Nähe des Stromanschlusses. Jede Steckverbindung addiert diesen Widerstand auf. Also muss man sowieso ca. alle 80 cm einen weiteren Stromanschluss vorsehen und schon ist es fast egal, ob man Gleichstrom oder Wechselstrom nutzt. Digitalsteuerungen packen ohnehin immer 20V Wechselstrom aufs Gleis, an dem sich die Lok je nach Fahrbefehl bedient.

Bleibt das Argument der Symmetrie: Gleichstromsysteme oder besser gesagt Zweileitersysteme nutzen die linke und die rechte Schiene für die Polung bzw. Umpolung, die gleichbedeutend mit der Fahrtrichtung der Lok ist. Dabei gibt es die "Kehrschleifenproblematik": Wendet der Zug in einer Schleife und kehrt auf sein Ausgangsgleis zurück, muss dessen Polung bis zum Eintreffen der Lok umgesetzt werden, weil die Lok am Übergang ins Ausgangsgleis durch dessen Polung "zurückgeschubst" werden würde (Schöner Kurzschluss). Dafür gibt es eine Standardlösung mit fertigen Bausteinen, die das regeln. Trotzdem bleibt die Polarität jedes Gleisabschnitts ein ständiger gedanklicher Begleiter beim Aufbau der Anlage. Vor allem, wenn man die gleichen Gleisabschnitte in beiden Richtungen befahren will. Die Digitalisierung hilft hier, etwas Hirnschmalz einzusparen. Trotzdem bleiben Überlegungen offen, wenn man bestimmte Gleisabschnitte abschalten können möchte. Es kann auch zu Unklarheiten kommen, welche Fahrtrichtung sich der Decoder in der Lok "merkt" oder "vergisst". Das ist aber eher Kleinkram.
Interessanter ist der Preisvergleich und das Fahrzeugangebot für die Entscheidung zwischen Zwei- oder Dreileiter. Vorbildgetreue Züge gehören bei Märklin erst seit einigen Jahren zum Selbstverständnis. Hier haben Fleischmann und Roco als Überlebende eines heißen Wettbewerbs im Zweileitersystem gerade bei gebrauchter Ware mehr Auswahl am Markt.
Für viele ist aber letzlich die Optik des Gleises entscheidend und da stellt das Dreileitergleis in den Augen der hartgesottenen Modellbahner einen unzulänglichen Kompromiss dar. Wer diese Kritik jedoch allzu ernst nimmt, muss sich seine Gleise selbst bauen, um an ein wirklich vorbildgetreu aussehndes Gleis zu kommen. Alle weit verbreiteten Systeme haben nämlich zu hohe Schienen und zu ungenau geformte Schienenköpfe. Wenn Sie keine Ausstellungsanlage planen, nehmen Sie am besten, was Sie günstig kaufen können und sorgen Sie selbst für ordentliche Verlegung und Verdrahtung und natürlich für ständige Sauberkeit zwischen Schiene und Rädern. Das ist auch bei einer Digitalanlage unerlässlich.
HeMi hat geschrieben:Hallo zusammen,

in meiner Jugend hatte ich mal eine Märklin Anlage.
Wie das mit den Jugendlichen leider oftmals so ist, habe ich das ganze Zeug damals verkauft.

Nun bin ich einige Jahre älter und plane einen Neuanfang im Eisenbahnmodellbau (nicht zuletzt stark inspiriert durch das MiWuLa).

Mein erster Schritt war ein Besuch auf der Märklin Homepage um mir eine schicke Startpackung auszusuchen. Der zweite Schritt war dann zu ebay, um die Preise zu vergleichen. Mit dem Besuch bei ebay ging allerdings auch schon das erste Fragezeichen bei mir auf. Wie ich festgestellt habe gibt es die Loks so wie früher, also mit Schleifer in der Mitte, aber auch ohne selbigen.

Auf jeden Fall möchte ich mir eine Digitale Anlage bauen, alles andere hat wohl in der heutigen Zeit keinen Sinn mehr. Nun wäre ich recht froh, wenn mir einer (oder mehrere) von euch Profis mal die Vor- und Nachteile von Gleichstrom vs. Wechselstrom erklären könnte.

zurich

Beitrag von zurich » Samstag 24. Mai 2008, 21:08

Hallo,

Die Frage Gleichstrom oder Wechselstrom ist im digitalen Zeitalter eigentlich falsch, fahren doch alle digitalen Bahnen mit dem gleichen "Strom", nur die Digitalsprachen unterscheiden sich etwas.

Die Frage müsste eigentlich heissen: Gleis mit oder ohne Pukos. Ich habe mich 1977 nach dem üblichen Unterbruch (Ausbildung usw.) auf keine Pukos entschieden und bis heute nicht bereut, vor allem schätze ich die grosse Auswahl an Gleisen und Modellen von vielen pukolosen Herstellern. Letztendlich muss aber jeder selber Entscheiden, was ihm wichtig ist.

herzliche Grüsse

Gian

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HaNull
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Re: Gleichstrom oder Wechselstrom

Beitrag von HaNull » Samstag 24. Mai 2008, 23:34

Hallo!
Seismo hat geschrieben:Der wesentliche Grund, warum es das Wechselstromsystem, besser gesagt das Dreileitersystem gibt, [...]
Von Märklin kommt das Zweileitersystem mit Pukos - mit symmetrischer Stromversorgung. Die Bezeichnung Dreischienengleis würde ich noch zulassen, allerdings tritt die dritte Schiene nur noch punktförmig in Erscheinung.
Das Dreileitersystem ist Trix Express.
████████   Gruß aus NRW
████████   Thomas
████████   Multi-MISTler: 1. Siegburg (RSK) - 2. Köln rrh. - 3. Rheinbreitbach

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