Kupferlackdraht löten - aber wie ?

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Rundflieger

Kupferlackdraht löten - aber wie ?

Beitrag von Rundflieger » Donnerstag 14. Februar 2008, 17:54

Hallo Leute,

möchte 0.8 mm Kupferlackdraht löten, wie entferne ich die Lackisolierung ?
Dünnen Kupferlackdraht (0.25 mm) verzinne ich mit einem zweiten, rel. heissen Lötkolben und löte dann mit einem normaltemperierten Lötkolben.

Wenn ich aber den dicken Kupferlackdraht "anheize", dann beschädigt mir die Hitze noch einen knappen Zentimeter des Kupferlackdrahtes, da das Kupfer die Wärme eben sehr gut leitet. Das kann ich nicht gebrauchen.

Habe mal vor vielen Jahren einem Trafowickler über die Schulter geschaut: Der tauchte das Ende des Kupferlackdraht fürr paar Sekunden in eine Flüssigkeit und wischte dann den Draht mit einem Tempo ab - und blank war das Ende des Drahtes.

Weiss jemand, was das für ein "Wässerchen" ist ?

Gruss Günter

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Beitrag von Mehdornsbaggerfahrer No.1 » Donnerstag 14. Februar 2008, 17:59

Hallo Günther,
dafür gibt es ein werkzeug was wie eine Pinzette aussieht. Damit kannst Du die Lackschicht nach gewünschter Länge entfernen.
Gehe mal bei Conrad auf die Suche. :wink: Müsste aber in fast jedem Elekrofach Geschäft zu finden sein.

MfG
Thomas
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günni
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Beitrag von günni » Donnerstag 14. Februar 2008, 18:20

Moin Günter,
das Werkzeug nennt sich Lack-Abziehpizette oder auch Lackkratzer.

Z. B.Bei Reichelt: Best.Nr.: KN 15 11 120 ; Preis 7,15€
Zuletzt geändert von günni am Donnerstag 14. Februar 2008, 18:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Mehdornsbaggerfahrer No.1 » Donnerstag 14. Februar 2008, 18:23

Hallo Günni,
mir viel der Name nicht ein. :wink: Danke.

MfG

Thomas
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Beitrag von Ferenc » Freitag 15. Februar 2008, 00:14

Hi,
mit diesem Teil lassen sich auch sehr dünne Kabel hervorragend abisolieren.
Ferenc

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Beitrag von ThomasausBerlin » Freitag 15. Februar 2008, 15:53

Geht auch mit einem Glasradierer oder mit 200er Schleifpapier - die Lackschicht ist nicht sehr stark.

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Beitrag von günni » Freitag 15. Februar 2008, 16:38

Moin Thomas,
das mag sein, aber m. E. ist die Handhabung einer Lack-Abziehpinzette deutlich einfacher (leichter).

Rundflieger

Beitrag von Rundflieger » Freitag 15. Februar 2008, 23:32

Vielen Dank für die vielen Antworten !

Dass es sowas wie eine Lack-Abziehpinzette gibt, war mir neu. Habe heute nochmal diese Methode mit dem heissen Lötkolben angewand, das ging auch so halbwegs. Mein Lötkolben war zu heiss. Mit weniger Hitze geht es besser, dauert aber ewig. Für paar Drähte ist die Methode OK, aber ich habe eine Menge Kupferlackdraht zu löten.

Das "Wässerchen" zum Reintunken kennt wirklich niemand ?

Gruss Günter

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Beitrag von H0Egon » Samstag 16. Februar 2008, 07:15

Kann es sein das dieses "Wässerchen" eine Farbe hat wie geschmolzener Lötzinn?
Und das dieses Wässerchen sehr heiss ist?

Genau: dann ist es wahrscheinlich ein Lötbad, mit geschmolzenem Lötzinn drinn


David

Rundflieger

Beitrag von Rundflieger » Samstag 16. Februar 2008, 13:25

H0Egon hat geschrieben:Kann es sein das dieses "Wässerchen" eine Farbe hat wie geschmolzener Lötzinn?
Nein, da wäre ich dann schon selber drauf gekommen ... :wink:

Das Wässerchen ist einfach das Lösungsmittel für diesen Lack auf dem Draht.

Gruss Günter

kamin

Beitrag von kamin » Montag 18. Februar 2008, 09:23

Ich nehme an du meinst Flußmittel oder auch Lötfett.
Aber ein anderen Tipp, geh mit genügend Lötzinn an den Lack und mach den Lötkolben so heiss wie möglich, und immer wieder Lötzinn dazu nehmen.Ich arbeite täglich mit Kupferlackdraht der Stärke 0,75 und 0,8, habe keine Probleme, ist einfach nur Übungssache. So eine Lackabisolierzange zu kaufen ist von den Herstellern her nur Geldmacherei.

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Beitrag von ThomasausBerlin » Montag 18. Februar 2008, 16:50

Also mit Lösungsmittel für den Lack ist das so `ne Sache.... da müsstest Du wissen, um welchen Lack es sich handelt. Wenn der Draht "blank" aussieht, aber kein Lötzinn trotz Flussmittel haften will - dann ist Zaponlack `drauf; so ne Art Klarlack. Wenn Du viele Kupferdrähte löten willst, kannste die Lackdrähte über Nacht in Aceton einlegen, morgends mit einem fusselfreien Baumwolltuch abwischen - müsste funktionieren. Hat Dein Kupferdraht aber eine eher rote bis blau-rote Farbe,,,, dann nimm lieber so `ne Abziehpinzette oder Schleifpapier... Da ist die Lackschicht einfach zu dick um es mit Lösungsmittel zu probieren.

Rundflieger

Beitrag von Rundflieger » Dienstag 19. Februar 2008, 00:47

Also ich seh schon, das mit dem "Wässerchen" wird nix. Hätte wohl damals fragen sollen, was da benutzt worden ist. Aber zu spät ...
Habe jetzt schon eine Menge Drähte mit der "heisse Lötkolben-Methode" bearbeitet - den Rest werd ich wohl auch noch schaffen ...

Trotzdem vielen Dank für die vielen Antworten und eure Tipps

Gruss Günter

FeldbahnTim

Aceton

Beitrag von FeldbahnTim » Mittwoch 20. Februar 2008, 22:39

Probiers doch mal mit Aceton, löst jede Art von Plastik
bekommst du im Baumarkt
Tim

Tomcat

Beitrag von Tomcat » Sonntag 16. März 2008, 22:51

Tag,
kleiner Tip von mir. Wenn du den Draht zuerst mit der gewünschten Länge in Lötfett tauchst, und dann an einen Lötkolben mit Lötzinn hebst, geht das ganz einfach und schnell. Du brauchst den Draht nur wenige Sekunden an den Kolben halten. so kann es auch nicht passieren, dass dir die Hälfte des Drahtes "wegschmilzt".

Grüßle Tomcat

Rundflieger

Beitrag von Rundflieger » Montag 17. März 2008, 02:20

Tomcat hat geschrieben:Wenn du den Draht zuerst mit der gewünschten Länge in Lötfett tauchst ...
Das werd ich mal ausprobieren. Bloss wo gibts denn Lötfett ?
Da müsste ich mal im Museum fragen ... :wink:

Gruss Günter

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Beitrag von H0Egon » Montag 17. März 2008, 08:46

Im Baumarkt, in jedem Elektronik Fachhandel, oder Versand. Dort wo du deinen Lötkolben her hast, z.B. und so weiter.

David

Rundflieger

Beitrag von Rundflieger » Montag 17. März 2008, 18:07

H0Egon hat geschrieben:... in jedem Elektronik Fachhandel
da hätte ich grosse Bedenken, dass ich Hausverbot bekomme, wenn ich nach sowas frage ... :)

Gruss Günter

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Beitrag von H0Egon » Montag 17. März 2008, 18:36

Was soll das bitte bedeuten? Du hast da bedenken? Versteh ich nich :doof:
Falls das witzig sein soll, ich kann da kein Witz drin erkennen.

David

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Beitrag von günni » Montag 17. März 2008, 18:46

Moin Rundflieger,
gebe mal Lötfett bei Google ein, Du wirst staunen wie viele Anbieter es gibt!

Ich hab noch mal bezüglich des "Wässerchens" in meinem "Chemielager" geschaut und ein Flußmittel (SSK-15) gefunden. Allerdings, jetzt kommt der Haken: Warnhinweise, Gesundheitsschädlich, reizend, leicht entzündlich, Sensibilisierung durch einatmen oder Hautkontakt. Reizt Augen. Dampf nicht einatmen. Geeignete Schutzhandschuhe tragen. Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen..... (Das Zeugs ist flüssig)
Da nehme ich lieber eine Lackabziehpinzette.

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