Moin lupus,
erstmal herzlich willkommen hier im Forum.
Ein paar Teilantworten.
Verlöten der Gleisenden: Das ist technisch schwierig bzw. je nach Gleismaterial ohne Speziallot nicht möglich (z. B. Märklin K-Gleis). Aber das geht auch ohne.
Wenn ich einen neuen Abschnitt Flexgleis anbaue, steck ich das neue Gleisstück erst mal "ohne mechanische Spannung" an den bestehenden Teil, es liegt also so gerade wie möglich. Dann werden nahe der Schnittstelle einige Gleisschrauben eingedreht. Vorsichtig in die gewünschte Richtung biegen. Zeigt sich dabei, dass ein Knick droht, waren's zu wenig Schrauben.
Ernsthaft, dann wird mit "Hilfsmitteln" das Gleis am Übergang in Form gehalten. Z. B. kann man eine temporäre Hilfsschraube außen direkt neben den Schienenfuß eindrehen. Diese wird nach dem Schottern wieder entfernt. Oder ein Holzklötzchen neben dem Gleis aufschrauben, das ein "Wandern" verhindert.
Ordentlich geklebter Schotter sollte das Gleis dann auch ohne Schrauben in Position halten.
Software: In einigen verbreiteten Softwares habe ich Funktionen gesehen, die die Formung von Flexgleisen ermöglichen. Win Rail z. B. hatte immer ein Feature, dass beim Anklicken eines Flexgleises zwei "Anfasser" erschienen, die a) die Richtung des Gleisendes als Linie zeigten und b) auf der Linie ein verschiebbares "Gewicht" hatten, dass die Intensität der Krümmung änderte. Damit konnte man (am Bildschirm) immer optisch recht ansprechende Lösungen darstellen. Allerdings gab es dazu dann keine ausführliche "Bemaßung", nach der man diesen digitalen Entwurf auf ein Anlage exakt hätte übertragen können.
Praktisch gehe ich deshalb so vor:
Es seien auf einer Anlage zwei offene Gleisenden über eine gebogenen Strecke zu verbinden.
Eine hinreichend lange, biegsame Leiste wird so angelegt, dass sie die Außenkante des Gleises darstellt. Diese Leiste wird mit Nägeln, Zwingen oder helfenden Händen grob in Position gebracht und dann nach Augenmaß soweit hin und her gerückt, bis der gewünschte Streckenverlauf erreicht ist, also (z. B. mit "Klothoide") schwach gebogen am Beginn der Kurve, enger werdend und wieder etwas schwächer gerundet in die Gerade übergehend.
Entlang der Leiste wird dann die Gleislage angezeichnet, und das Gleis, ggf. nebst Schotterbett verlegt.
Was dabei rauskommt entspricht dann nicht unbedingt millimetergenau dem Computerplan, aber ich meine, dass das Ergebnis zählt. Wenn es auf der Anlage schön aussieht, darf der Plan in diesen Fällen abweichen.
Es muss übrigens keine reinrassige Klothoide sein, der sog. Korbbogen tut es auch.
Wer also den Flexgleis-Einsatz scheut, beginnt die Kurve mit, sagen wir Mä.-Radius 9 (etwa 1110 mm) und baut dann in anderen Radien engere Kurven. Ausgangs der Kurve wieder eine größeren Radius. Das zerstört allerdings immer die "Geometrie" des jeweiligen Gleissystems, ohne handgefertigte Ausgleichstücke wird sich dann kaum ein Kreis sauber schließen lassen.
Gruß
(Konsalik? Ich dachte, hier lesen alle Douglas Adams!?)