'Die Türen schließen selbsttätig, ...'

Hier könnt Ihr Eure Ideen zum neuen Bauabschnitt 4 (Skandinavien) schreiben.
Here you can write down your ideas for our new building phase 4 (Scandinavia).
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mgb
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Die Türen schließen selbsttätig, ...

Beitrag von mgb » Montag 8. November 2004, 23:09

Ich habe ja neulich Eisenbahn Romantic über Las Vegas gesehen und irgendwie kam mir mittendrin der Gedanke, dass ja etwas Entscheindendes fehlt ;-) Keine Ahnung ob das technisch machbar ist, aber witzig fänd ich es schon.

Personenwaggons sollten im Bahnhof ihre Türen öffnen und schließen können. Gut, oder :?:

Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht der erste bin, der diese Idee hatte, aber ich mußte das hier mal loswerden. Es würde mich auch interessieren, was ihr über die Machbarkeit sagen könnt. Fröhliches Grübeln :roll: wünscht mgb
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Beitrag von ssilk » Dienstag 9. November 2004, 13:15

Die Idee ist klasse.

Ich denke nur nicht dass das so einfach ist, weil dazu müssten zu öffnende Türen schon in der Grundkonstruktion vorgehen sein; das nachträglich einzubauen dürfte so viel an dem Wagen kaputt machen, dass mans gleich von Grund auf neu bauen müsste.

Also:
- Plastikgussabzug des Originalwaggons
- Neues Oberteil giesen, bei dem die Türen Extra sind (inclusive Scharniere (möglichst aus Metall wegen Abnutzung), usw.)
- Wobei mit einem Scharnier ist das ja nicht getan, das klappt ja nicht wie bei einer Wohnungstür auf, die meisten Waggontüren sind ganz raffiniert, falten sich z.B. oder wie beim ICE klappen als ganzes sanft zur Seite oder in Normalen Zügen, da sitzt das Scharnier versetzt mehr in der Mitte und die Tür geht nach innen auf und schwenkt innen zur Seite. Allein um die Klappmechanismus halbwegs echt nachzubauen, so dass der auch in der Miniaturisierten Version wirklich arbeitet muss man ziemlich viel selbst entwickeln. Eine echte Futzelarbeit.
- Einbau eines Türantriebs, dieser benötigt denke ich relativ viel Platz (damit die Türen z.B. sanft aufgleiten wie im ICE muss man es mit einem Motor und Getriebe machen). Das bedingt, dass man so was eigentlich nur im ICE usw. einbauen könnte, und dort wo man eben nicht durch die Fenster schauen kann.
- Mechnische Verkoppelung des Antriebs und der Tür, relativ anfällig gegen Störungen.
- Programmierung, damit im Bahnhof die Türen auf- und zugehen - hier müsste man sich auch überlegen, wie man das überhaupt steuert.

Ächz, also da ist man mit einer Woche pro Waggon gut beschäftigt - zumindest am Anfang und später dauert das sicherlich auch wenigstens einen Tag für einen Umabu. Ich denke nicht, dass sich das irgendwo noch rentiert.

Eine Idee das ganze etwas zu vereinfachen: Man baut den Antrieb nur in einen Waggon ein und zu den restlichen wird die Kraft mit entsprechenden Wellen und Kardangelenken übertragen. Spart aber eigentlich nur Materialkosten.

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Die Türen schließen selbsttätig

Beitrag von Datterich » Dienstag 9. November 2004, 14:00

... erschwerend kommt hinzu, dass ja die Türen mal (in Fahrtrichtung) nur links und mal nur rechts aufgehen dürften - ziemlich aufwändige Fuzzelei.

Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass so etwas in ein paar Jahren auf irgend einer H0-Anlage auftaucht.

Freundliche Grüße aus Darmstadt
Datterich
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... der Türen lieber geschlossen hält, sonst zieht's

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Beitrag von ssilk » Dienstag 9. November 2004, 14:09

Könnte man vielleicht durch entsprechende Drehrichtung des Motors steuern?

mat

Beitrag von mat » Dienstag 9. November 2004, 14:20

... oder mit in den Bahnsteig integrierten Elektromagneten arbeiten.

Wenn man die elektrisch schaltet, kann man genau bestimmen wann und auf welcher Seite die Türen aufgehen. Der Zug selbst würde dadurch auch nicht mehr Strom verbrauchen. Ist ja bei den Gleislängen, Zugzahlen und täglichen Fahrstunden sicher auch nicht unwichtig.

Hätte weiterhin den Vorteil, daß NUR die Türen aufgehen, die auch am Bahnsteig sind (bei längeren Zügen etc.) und kein Passagier ins Schotterbett knallt. Damit ist das MiWuLa schonmal vor unzähligen Preiserlein-Schmerzensgeldklagen sicher. :lol:

Man müßte jeden hierfür vorgesehenen Wagen einzeln mit entsprechender Mechanik ausrüsten. Damit die Türen nicht auf- und zu-"knallen" könnte man so 'ne Art "Soft - Mechanismus" integrieren wie man ihn z. B. aus den Klappen von Cassettenrecordern kennt.

Wenn den Machern DAS gelingt sollten sie es unbedingt vor Veröffentlichung patentieren lassen!

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Beitrag von mgb » Dienstag 9. November 2004, 15:34

@ssilk
Deine Aufzählung ist schon nicht schlecht. Soweit hatte ich mir keine Gedanken gemacht. Aber vor 30 Jahren fuhren auch noch keine Autos computergesteuert herum :wink: Vielleicht schafft man es ja doch, wenn man nicht ganz so hohe Ansprüche stellt. Die Autos fahren auch nicht alle langsam an und bleiben langsam stehen ... Ich könnte mir einen Mechanismus vorstellen, der mit Magnetspule arbeitet, ähnlich einem Weichenantrieb (nur halt kleiner) und wenn man dann noch eine Dämpfung hinbekommt kann das bei ICE Wagen schon recht nett aussehen.

Und man muss ja nicht gleich alle Türen, von allen Waggons öffnen können. Es fahren ja auch nicht alle Autos im Miwula :wink:

Bin gespannt auf's Weiterdenken

Gruß mgb

P.S. Von dem Patent will ich dann aber auch was ab :lol:
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Beitrag von ssilk » Mittwoch 10. November 2004, 01:54

Hmja. Die Idee den Antrieb in den Bahnsteig zu stecken ist gut, das erspart viele andere Probleme, ich halte das trotzdem für ziemlich schwierig.

Bedenken: Magnetspulen funktionieren um so besser, je näher sie zum Metall Kontakt haben. Bahnsteig <-> Waggon sind aber bestimmt einige Millimeter, man braucht also schon ganz schön viel Saft und das bewirkt dann andere unschöne Dinge. Was weiß ich?, womöglich werden Teile des Waggons magnetisiert. Oder es reißt den ganzen Waggon aus dem Gleis.

Dann muss der Zug auch ganz genau positioniert werden, schon ein paar Millimeter könnten daneben sein. Dann muss man innen ziemlich viel Mechanik einbauen, damit die Kraft richtig übertragen wird.

Na, das ist denke ich zu schwierig und man kriegts nicht richtig hin.

Die Idee mit dem Kassettenrecordersoftdingsbums brachte mich aber auf eine andere Idee: Pressluft! So wie teilweise in Echt auch.

Das ist im Prinzip wirklich sehr einfach, man braucht nur Bauteile, die klein genug sind. Einen Antrieb, zwei bis drei ganz dünne Schläuche, die sich durch den kompletten Zug ziehen.

Der Antrieb/die Pumpe könnte in einem Waggon stecken - wobei ich glaube, dass es keine so kleine Luftpumpe gibt. Aber im Prinzip ist so etwas nur ein Magnet, der einen kleinen Blasebalg mit 50 Hz schwingen lässt. Da man nur wenig Luft braucht, kann man das eigentlich sehr klein bauen: Die Wippe eines Relais könnte im Prinzip genügen und den Blasebalg - ja da hab ich wirklich keine Ahnung, wo man so was in der Größe herbekommt, mit den Anschlüssen für Schlauch und den Ventilen... Hm, das ist schwierig. Und man bräuchte Magnetventile in der Größe. Oder mehrere Pumpen: Pumpe 1 - linke Seite auf, Pumpe 2 - Rechte Seite auf, Pumpe 3 - alles zu.

Vielleicht könnte man sich die ganzen benötigten Teile selbst drehen? Aber was für eine Fuzzelarbeit...!

Steuern könnte man das wie eine ganz normale Lok, also Elektronisch.

Und wenn, dann gehen mit der Lösung erstmal nur alle Türen auf und zu.
Und man kann den Zug nicht auseinandernehmen.



Oder - alternative und vielleicht noch einfachere Idee: Man verzichtet auf die Pumpe und baut z.B. eine Pressluftkapsel ein (wie für Sahnespender) und 3 Elektroventile - wie und wo auch immer die herkommen. So eine Kapsel müsste eigentlich einge Tage halten, weil es wird ja nur sehr wenig Leistung benötigt...




Noch ne Idee: Einfach einen Spieluhrmotor mit simpler Gummifeder. Aufgezogen wird der über ein Getriebe während der Fahrt. Durch vorbeifahren an einem Stift fängt die Uhr an zu spielen, Dauer sagen wir eine Minute: sagen wir 10-20 Sekunden passiert nix (einstellbar, bis der Zug eingefahren ist), dann geht die Tür auf (auf der Seite wo der Hacken war) und am Ende geht die Tür wieder zu.

Hauptprobleme hier die Spannung der Feder (das Getriebe ist sicher nicht sehr zuverlässig und was ist wenn die Achse einfach rutscht). Der Rest müsste in drei Zugabteilen einzubauen sein und sollte auch halbwegs zuverlässig laufen.



Letztlich zeigen die obigen Überlegungen und die anderen auch, dass das Hauptproblem der Antrieb ist und speziell, wenn man es sanft öffnen und schließen will. Das ist in Miniaturtechnik wirklich sehr schwer zu realisieren und man kommt dann doch wieder drauf, dass simple Elektromagneten am einfachsten sein müssten (denn nur mit Strom kann man hohe Leistungsdichten auf engen Raum verbrutzeln).



Also um auf die Idee von mgb zurückzugreifen: Elektromagneten einer Weiche nehmen, die kann man oben in das Dach einbauen, zusammen mit den Türen und allem Krimskram, was die Wartung erleichtern müsste, weil man einfach das Dach abnimmt und dann hat man den kompletten Antrieb für die Türen am Stück.

Ein Weichenantrieb für linke Tür, einer für rechte Tür und dann einen schlauen Chip, der auf ein spezielles Signal horcht (Infrarot, im Geleisstrom, Funk) und dann von selbst zufällig öffnet und zufällig wieder schließt. Das ist absolut narrensicher. Der Chip ist sehr einfach programmiert, und kann auch von selbst ab und zu einfach die Tür zu machen, falls er beim letzten mal gerade keinen Strom hatte.

Türen mit einem Flügel sind natürlich zu bevorzugen. :)

Das Problem mit dem ruckartigen Öffnen kann man denke ich irgendwie dämpfen; Cassettenrekordermechanik hab ich mir angeschaut: Viel zu groß.

Aber z.B. mit "Silikonkautschuk" (ich weiß nicht, ob das wirklich so heißt): Sehr interessantes Material - auf plötzliche Krafteinwirkung wird es steinhart, springt z.B. wie ein Flummi-Ball, aber wenn man es ganz langsam zieht ist es wie Schleim, lässt man so einen Ball, den man vorher gegen die Wand gedonnert hat und der richtig toll gehüpft ist auf einen Tisch liegen und kommt 10 Minten später dann hat man einen kleinen "See". Das fließt also einfach auseinander, wie Schleim. Dann nimmt man den See und rollt wieder eine Kugel daraus und man kann wieder Ball spielen.

[Meine Schwester hatte mal so ein Stück von dem Zeug, weil die das brauchte um damit zu radieren. Ja richtig gelesen. Sie ist Architektin und im Studium musste sie oft Bleistiftzeichnungen radieren. Dieses Silikonzeug ist dazu ideal: Man macht es schön warm, lässt es auf die radierende Stelle fallen und wartet ein bischen. Und wenn man es dann abzieht ist die Stelle radiert, also das Graphit ist im Silikon und nicht mehr auf Papier.]

Man könnte also die Achse der Tür mit Silikonkautschuk lagern und die müsste dann entsprechend sanft auf und zu schwingen und das fast ohne Verschleiß. Also ein winziges Döschen, 7 x 7 mm maximal denke ich, da kommt die Achse der Tür rein, mit einigen Widerhaken versehen, damit das auch ja nicht flutscht, das wird mit dem Silikonkautschuk gefüllt und verschlossen, so dass die Achse eine gute Führung hat (Senkbohrung im Boden des Döschens)... Daran kann man dann den restlichen Türmechanismus aufbauen (Weichlöten z.B.), je nachdem wie die Tür aufschwingen soll und oben rastet ein Federhebel in den Antrieb ein, der (siehe oben) dann nur draufgesetzt wird.

Huiuiuiui, das wäre echt nix für mich als Grobmotoriker. Wie ich schon sagte: Man braucht da Tage, ja Wochen für einen Waggon. Wenn die ersten Prototypen aber stehen und wenn man die vielen Einzelteile dann auf Vorrat hat (von denen man wahrscheinlich auch fast alle selbst machen muss), könnte es aber mit dieser Technik dann doch flott gehen, also vielleicht sogar nur ein halber Tag pro Waggon.

Bedenke: Türen und Fenster sind auch in Echt die Schwachpunkte jeder Konstuktion, daher muss man hier wesentlich mehr Arbeit reinstecken wie beim Rest.


Aber säh' schon cewl aus, wenn die Türen aufgingen...

Wobei: Mein Traum ist ja nach wie vor, dass die Preiserleins da auch wirklich ein und aussteigen. Könnte mir aber vorstellen, dass man in 15-20 Jahren tatsächlich so etwas zumindest rein technisch realisieren könnte.
Türen jedenfalls sind rein technisch heutzutage durchaus möglich, es ist nur noch eine Frage des Aufwands. Vor 30 Jahren wäre es so wohl nicht möglich gewesen.

HB-IDF

Beitrag von HB-IDF » Sonntag 5. Dezember 2004, 21:34

Kleine Anregung: Könnte man als "Aktuator" für einfache Drehflügeltüren (z.B. alte D-Zug-Wagen, aber auch Standard-Linienbusse) nicht Bimetall-Federn aus den Motortemperatur- und Tankanzeigen in Pkw-Kombiinstrumenten verwenden? Sie sind simpel, nehmen wenig Platz weg und bewegen sich gemächlich. Trotzdem wandern sie beim Abstellen des Stroms immer zuverlässig in die Endposition.

Ein ganzer Zug wäre sicherlich eine sehr aufwendige Angelegenheit. Aber wenn man die Vordertür eines Omnibusses mit Türöffner versieht, wäre das doch ein netter Erprobungsträger und ein Hingucker. Ein reizvolles Gimmick wäre zudem die Zusatzlampe im Einstiegsbereich, die sich in Stadtbussen beim Öffnen der Türen einschaltet...

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Beitrag von ssilk » Montag 6. Dezember 2004, 00:56

Sehr gute Idee, leider sprechen einige energietechnische Probleme dagegen, das in ein Auto mit Akku einzubauen. Denn es braucht ganz schön viel Saft so ein Bimetall zu erwärmen. Zudem ist es gefährlich, denn bei den Stromstärken hat man ganz schnell ein Feuer.

PS: Wo werden da Bimetall-Federn verwendet? Dann wäre die Tankanzeige ja Temperaturabhängig?! Auch bei alten Autos sind die Anzeigeintrumente meist Voltmeter, die in der Mitte eine Feder haben, die in der Tat einem Bimetall-Thermometer gleicht.

HB-IDF

Beitrag von HB-IDF » Montag 6. Dezember 2004, 02:28

@ssilk:
Das Bimetall wird von dem durch Messfühler im Tank oder am Kühler gesteuerten Strom beheizt und erwärmt sich (in Maßen), so dass es sich verformt und der Zeiger mit zunehmender Erwärmung allmählich ausschlägt. Deshalb dauert es bei Fzg. "billigerer" Marken wie VW auch meistens einige Zeit, bis die Tankuhr nach dem Einschalten der Zündung den Anzeigewert erreicht hat. Teuere Hersteller wie Mercedes verwenden tatsächlich z.T. Spuleninstrumente, die verzögerungsfrei und präziser anzeigen, aber auch aufwendiger sind.
Wie hoch der Stromverbrauch ist, weiß ich nicht, aber allzu viel wird es bei den winzigen Konstruktionen nicht sein. Ich würde es auf die Größenordnung einer ganz kleinen Glühbirne (z.B. Tachobeleuchtung) schätzen, ebenso die Wärmentwicklung.
Bei Zweckentfremdung als "Türantrieb" wäre die Einschaltdauer ja auch immer nur recht kurz.

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Beitrag von ssilk » Montag 6. Dezember 2004, 13:46

:shock: Ich hab sowas noch nie gehört und es macht auch keinen Sinn, weil dann wäre ja bei 50° Innentemperatur (im Sommer völlig normal) der Tank voll, wenn er schon leer wäre und bei -20 (auch noch völlig normal) wäre er immer leer. Oder das Bimetall müsste auf gefährliche Temperaturen von weit über 100°C aufgeheizt werden, um die natürlichen Temperaturschwankungen wettzumachen/zu übertönen. Nein, ich kann das einfach nicht glauben. Das glaub ich erst, wenn ich sowas sehe.

Hmmm... Oder man verwendet zwei Bimetalle: eins das geregelt wird und eins, was gegensteuert um die Umgebungstemperatur auszugleichen - das würde sogar tatsächlich funktionieren, wenn man die beiden gut voneinander isoliert... krank ist das trotzdem, weil das meiner Meinung nach wesentlich aufwändiger ist wie eine gelagerte Spule.

Meiner Meinung nach - siehe oben - verwechselst Du die Feder eines Spulenmessgeräts mit einem Bimetallthermometer, die sind beide so in Spiralen gerollt.

Zweitens: Um zu erreichen, dass ein Messinstrument erst allmählich den Wert erreicht genügt ein Kondensator und ein Widerstand, beides kostet in Massen nichtmal einen halben Cent.

Drittens (das Totschlagargument :twisted: ): Thermodynamik! Die Kräfte die bei so was frei werden hängen vom Temperaturunterschied Umgebung <-> Bimetall ab. Wenn man es nur um ein paar Grad erwärmt, dann kann da keine sehr große Krafte erzeugen. Anders ausgedrückt: Bei der Größe, die man maximal in so einen Waggon einbauen kann müsste und dem Fakt, dass es sich - sagen wir - bis maximal 80°C erwärmen darf, müsste die Tür absolut Reibungsfrei laufen (die Tür müsste direkt am Bimetall befestigt sein und in der Luft schweben). Das ist denke ich nicht hinzubekommen.

Hinzu kommt, dass man unter Umständen dann auf die Beleuchtung verzichten müsste, oder die nur mit LEDs laufen lassen könnte, weil wenn es im Wagen schon 50°C heiß ist, weil da die Birnen brennen, dann bleibt dem Bimetall entsprechend weniger Temperaturunterschied übrig und folglich weniger Kraft bzw. unter umständen schließen sich die Türen gar nicht mehr oder sie öffnen nach einer halben Stunde Betrieb.


Fazit: Türmechanismus durch Bimetall funktioniert nicht, nach wie vor bleiben Elektromagneten im Dach die meiner Meinung nach beste Wahl. :)

HB-IDF

Beitrag von HB-IDF » Montag 6. Dezember 2004, 15:53

Zur Frage der Verwendbarkeit für den hier diskutierten Zweck kann ich nicht mehr viel beitragen, aber zur Funktion der genannten Anzeigen in den älteren VW-Modellen folgende Passagen aus dem Buch "Jetzt helfe ich mir selbst - Golf / Jetta Diesel und Turbodiesel bis Oktober 1983" von Dieter Korp:
"Kraftstoffanzeige: Der Tankgeber im Kraftstofftank besteht aus einem Schwimmer und einem elektrischen Widerstand. (...) Je nach Stromdurchfluss wird das Bimetall im Anzeigeinstrument mehr oder weniger stark beheizt, und die daran befestigte Anzeigenadel schlägt entsprechend aus. Steht der Schwimmer bei vollem Tank in seiner höchsten Stellung, ist der Widerstand am Tankgeber überbrückt, das Anzeige-Bimetall wird voll beheizt und lässt den Zeiger voll ausschlagen. (...)
Kühlmittel-Temperaturanzeige: Die Anzeige für die Kühlmitteltemperatur funktioniert ähnlich wie die Tankanzeige. (...) Der Messfühler [im Kühlkreislauf] ist ein veränderlicher Widerstand, der mit zunehmender Erwärmung den Stromdurchfluss weiter freigibt, so dass das Bimetall im Instrument weiter beheizt wird und die Nadel weiter ausschlägt. (...)"
(a.a.O., S. 209 f.)
Es folgt eine mit VW-Bildmaterial illustrierte Prüfanleitung für dieses schnuckelige und kompakte Instrument mit Hilfe einer 9V-Blockbatterie (Vollausschlag bei 9V). Da die Instrumente über die Leiterfolie des Kombiinstruments versorgt werden und von Plastik umgeben sind, kann ich mir keine kritische Wärmeabgabe und keine hohe Stromaufnahme vorstellen. Das alles ist sehr filigran konstruiert. Die gleiche Passage findet sich auch in dem entsprechenden Buch für den Golf II und alle Passat- und Polo-Generationen, die die zwischen Anfang der 80er und Mitte der 90er verbauten "alten" VW-Kombiinstrumente mit LED-Kontrollampen hatten.
Wie hoch die Stellkräfte sind, weiß ich nicht, die alten VAG-Vergasermotoren hatten mitunter eine Kaltstarthilfe, bei der die Starterklappe direkt von einer (natürlich etwas größeren) elektrisch beheizten Bimetallfeder bewegt wurde - gegen den Unterdruck im Ansaugsystem.
Meinen eigenen Golf will ich auf seine alten Tage wegen dieser Diskussion nicht operieren, aber wenn ich demnächst ein paar Ersatzteile vom Autoverwerter besorge, kann ich ja mal ein solches Instrument unter die Lupe nehmen...

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Beitrag von ssilk » Montag 6. Dezember 2004, 16:33

Hart... hmja, das kann wie gesagt nur gehen, wenn da sozusagen zwei Bimetallestreifen drin sind: Einer wird beheizt, der andere nicht und der steuert den natürlichen Temperaturschwankungen entgegen, so dass die Anzeige tatsächlich nur vom Temperaturunterschied der zwei Streifen abhängt.

Sehr genau kann die Anzeige natürlich nicht sein, denn wenn es besonders kalt ist, dann wird der beheizte Streifen natürlich auch nicht so warm, weil die Wärme leichter abgeführt wird.

Sehr interessant!

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Beitrag von martin » Montag 6. Dezember 2004, 17:34

Hat ja auch niemand behauptet, dass diese "Wasseruhren" sehr genau waren/sind.
Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen Golf I:
Im Sommer wurde 'Tank voll' weit oberhalb von 1/1 angezeigt.
Im Winter war 3/4 das höchste der gefühle auf der Uhr.
Martin (der Z-Bahner) Moderator am Stammtisch und in den Foto-Foren

mat

Beitrag von mat » Montag 6. Dezember 2004, 21:09

Hallo,

klingt, als ob es -wenn überhaupt- sehr schwierig zu realisieren wäre.

Ich bleibe bei meinem Vorschlag in den Bahnsteig (schwache) Elektromagneten einzubauen (die nicht die Waggons vom Gleis ziehen). In oder unter den Waggons könnte man Metallplättchen anbringen, die durch den Magnetismus angezogen werden und dadurch über kleine Hebel (Draht) eine Mechanik im innern der Waggons betätigen.

Vorteil:

Es werden nur die Türen geöffnet, die auch tatsächlich über dem Bahnsteig sind und der Strom dafür muß nicht vom Gleis abgenommen werden.

Ich denke da an eine Art Gestänge aus Draht, an dem jeweils die drehbaren Türen befestigt werden. Das Gestänge wird beim Anziehen der Magneten z.B. nach hinten bewegt und öffnet dabei alle angehängten Türen. Zum Schließen geht das ganze andersrum (Rückholfeder am Gestänge). Zum "Verlangsamen" halte ich immernoch die Teile aus Cassettenrecordern die das Cassettenfach langsam aufgleiten lassen für gut geeignet. Die sind recht klein und evtl. bei Conrad o. ä. für ein paar Cent zu haben. Das ganze ist dann in keinster Weise von Temperaturen abhängig.

Alternative:
Jede Tür bekommt ein eigenes Plättchen mit dem sie über einen kleinen Drahthebel direkt verbunden ist. Damit könnte man die Türen seitenweise öffnen

Wenn man ein Gestänge für alles verwendet und es durch den kompletten Zug laufen lässt (wagenweise kuppelbar), könnte man vielleicht sogar den gesamten Zug von der Lok aus am Stück öffnen.

HB-IDF

Beitrag von HB-IDF » Dienstag 7. Dezember 2004, 01:42

Ich habe doch noch einmal nachgedacht und möchte jetzt folgende ultimative Lösung vorschlagen: :idea:

(1) Aus der Fahrleitung wird über einen Hilfsbetriebe-Trafo und einen Hilfsbetriebe-Umformer in jedem Waggon ein Gleichstrommotor versorgt, der einen Zweizylinder-Kolbenkompressor mit Ölsumpfschmierung antreibt.
(2) Dieser lädt einen Hauptluftbehälter mit 10 bar Betriebsdruck auf, über einen Druckwächter wird der Kompressor eingeschaltet, sobald der Druck unter 8 bar fällt.
(3) Über Hilfsluftbehälter unter dem Wagenboden werden die Türantriebe (doppelt wirkende Pneumatikzylinder) und einfachwirkende federbelastete Verriegelungskolben innerhalb der Türkinematik versorgt.
(4) Die Magnetventile der Türzylinder verfügen über eine selbstlernende digitale Steuerung (fuzzy logic), um langsames Öffnen und Schließen sicherzustellen.
(5) In jedem Wagen befindet sich ein GPS-Empfänger, dessen Positionsinformation von einem waggoneigenen Bordrechner übernommen wird. Zur Präzisionssteigerung der Ortung ist in jedem Bahnhof ein Referenzempfänger installiert, der kontinuierlich ein Korrektursignal ermittelt und via Funkstrecke an die Züge sendet, so dass jeder Wagen eine zentimetergenaue Positionsinformation ermitteln kann (Differential GPS).
(6) Laseroptische Radsensoren ermöglichen es den Bordrechnern, den vollständigen Stillstand und das Wiederanfahren des Zuges zu erkennen.
(7) Mittels einer internen Datenbank kann jeder Wagen die genaue Position innerhalb des Bahnhofs und relativ zum Bahnsteig ermitteln; auf dieser Grundlage und unter Zuhilfenahme von Kursbuchdaten sowie des DCF77-Zeitsignals (Atomzeit) der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig entscheidet die Software auf dem Bordrechner (ca. 500.000 Zeilen Sourcecode), ob und welche Türen geöffnet und wann sie wieder geschlossen werden.
(8 ) Die Bahnsteige werden mittels zweier hochauflösender CCD-Kameras auf jeder Wagenseite überwacht. Zur Bildanalyse ist in jedem Wagen ein freongekühlter Hochleistungsrechner (RISC-Architektur) der Firma Silicon Graphics (SGI) eingebaut. Die Bildanalysesoftware verfügt über künstliche Intelligenz und wurde in Kooperation mit dem Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien entwickelt. Sie kann mit hoher Treffsicherheit die Wagenseite ermitteln, auf der die Türen geöffnet werden dürfen.
(9) Die zuginterne Datenkommunikation und der Datenabgleich der Wagen untereinander wird mittels eines breitbandigen CAN-Busses auf Glasfaserbasis realisiert.
(10) Die unterbrechungsfreie Stromversorgung der Bordrechner erfolgt über Micro-PEM-Brennstoffzellen in jedem Wagen, die von der kanadischen Firma Ballard Power Systems entwickelt wurden. Sie werden einmal am Tag mit kryogenem (tiefkalten) Flüssigwasserstoff (LH2) befüllt - aus Sicherheitsgründen mit Hilfe eines miniaturisierten Tankroboters.
(11) Zur Erzielung einer maximalen Betriebssicherheit sind alle Subsysteme mit umfassender Selbstdiagnosefunktionalität versehen und in mindestens dreifacher Redundanz vorhanden (fail safe-Konzept).
(12) Zur Echtzeit-Überwachung der Zugsysteme von der Zentrale aus wird ein Satelliten-Uplink mit einer Bandbreite von 1.000 Mbit/s installiert. In einer späteren Ausbaustufe kann diese bis auf 14,4 Terabit/s gesteigert werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings der erfolgreiche Start der neuen verstärkten Trägerrakete Ariane 5plus, da nur sie den 12 metrische Tonnen schweren Kommunikationssatelliten MiWuLa-Sat A (mit Ionenantrieb und Isotopenbatterie) in eine geosynchrone Umlaufbahn transportieren kann.
(13) Die Entwicklungskosten in Höhe von ingesamt mehr als 1,5 Mrd. EUR werden zu jeweils einem Drittel von der Europäischen Union, vom Bundesforschungsministerium und vom Förderprogramm "Hamburg Aerospace Technology" bereitgestellt. Neben dem Innovationspreis 2004 des Deutschen Industrie- und Handelstags wurde diese Lösung auch bereits für den Technologiepreis der Deutschen Bahn AG nominiert. Die weltweite Aufmerksamkeit ist mittlerweile so hoch, dass das Konsortium Transrapid International (TRI) ernsthaft darüber nachdenkt, die Lösung zu übernehmen, sofern es im Rahmen des Schröder-Besuchs in China zur Unterzeichnung eines Bauabkommens für die Strecke Shanghai-Beijing kommen sollte.
:idea: :mrgreen:

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Beitrag von martin » Dienstag 7. Dezember 2004, 08:39

Endlich mal ein vernünftiger Vorschlag zum Thema :lol:
Martin (der Z-Bahner) Moderator am Stammtisch und in den Foto-Foren

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Türen schließen selbsstätig

Beitrag von Datterich » Dienstag 7. Dezember 2004, 10:44

Ja, Martin, finde ich auch :!:   Aber was wäre, wenn mal eine Tür klemmt?

Und überhaupt nicht berücksichtigt wurde, dass ja nicht zwingend immer alle Türen geöffnet werden ... Woher weiß die Logik, dass im zweiten Waggon vorne niemand ein- und / oder aussteigen wird? Da muss die Software ja wohl noch um ein paar hunderttausend Zeilen erweitert werden?

Bis später - in ein paar Jahren :o

Freundliche Grüße aus Darmstadt
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... der auch findet, dass man es übertreiben kann

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Beitrag von ssilk » Dienstag 7. Dezember 2004, 11:49

martin hat geschrieben:Im Sommer wurde 'Tank voll' weit oberhalb von 1/1 angezeigt.
Im Winter war 3/4 das höchste der gefühle auf der Uhr.
Ächz <ansHerzfass> ... deutsche Wertarbeit. Ich weiß warum ich VW nicht mag. :)

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Beitrag von ssilk » Dienstag 7. Dezember 2004, 11:58

HB-IDF hat geschrieben:(12) Zur Echtzeit-Überwachung der Zugsysteme von der Zentrale aus wird ein Satelliten-Uplink mit einer Bandbreite von 1.000 Mbit/s installiert. In einer späteren Ausbaustufe kann diese bis auf 14,4 Terabit/s gesteigert werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings der erfolgreiche Start der neuen verstärkten Trägerrakete Ariane 5plus, da nur sie den 12 metrische Tonnen schweren Kommunikationssatelliten MiWuLa-Sat A (mit Ionenantrieb und Isotopenbatterie) in eine geosynchrone Umlaufbahn transportieren kann.
Ich denke da ist der Knackpunkt in deinem Konzept: Die Türen können dann nur mit einer Sekunde Verspätung geöffnet werden, weil das Licht (die Radiowellen) brauchen fast so lang, um von der Erde zum Satelit und wieder zurück zu kommen. Oder man müsste das so programmieren, dass das Signal zum Öffnen einfach eine Sekunde früher losgeschickt wird.

Ich denke aber, man könnte in der ersten Ausbaustufe auf den Satelit verzichten, ansonsten finde ich den Vorschlag hervorragend durchdacht. :clown:

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