Der Besuchertunnel - Die Schweiz von innen!

Hier könnt Ihr Eure Gedanken zum neuen Bauabschnitt 5 (Schweizer Alpen) schreiben.
Here you can write down your thoughts for our new building phase 5 (Alps extension).
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Flo K (der erste)
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Der Besuchertunnel - Die Schweiz von innen!

Beitrag von Flo K (der erste) » Montag 9. Oktober 2006, 08:37

Hallo Leute

Dieses Thema brennt mir schon lange auf den Nägeln, seit dem durch den veröffentlichen Gleisplan klar war, das es einen sog. "Besuchertunnel" geben würde, bei dem die Besucher direkt in das Gebirge "eintauchen" können und es von innen erleben werden.
Ich habe sofort die Erinerung an die Bergbauausstellung im Deutschen Museum in München gehabt, wo ich als Kind einmal die Bergwerksabteilug besucht habe, wobei der Besucher dabei das Gefühl hat direkt in den Berg zu wandern. Die Wände sind rundrum wie Felsen gestaltet und durch die entsprechende Beleuchtung hat man als Besucher bereits nach kurzer Zeit das Gefühl "unter Tage" zu sein.
Ein ganz ähnliches Erlebnis ist der Besuch der "Gotthard-Tunnel-Sonderschau" im Verkehrshaus in Luzern. Dort fährt man in das Gotthard-Massiv und kann anhand ausgewählter Szenen den Bau des Gotthard (Scheitel-)-Tunnels vor über 100 Jahren nachempfinden.

Ich möchte also nun den Vorschlag machen, den Besuchertunnel auch von innen wie einen gigantischen Tunnel durch die Modell-Alpen zu gestalten!

Das wird Harry besimmt nicht gefallen, aber es wäre die Gelegenheit, die Anlage quasi nahtlos auch innen, im Besuchertunnel fortzusetzen, und somit eine Menge mehr 'Anlagenfläche' (auch wenn diese nicht beim Guinessbuch zählen würde) zu schaffen.

Um ein Gebirge auch von innen darzustellen, sollte man sich selbstververständlich zunächst einmal über die Gegebenheiten informieren, wie man es bei der Planung der überirdischen Landschaften ja auch macht, besonders dann, wenn man plant ein so kompliziertes Gebirge, wie die Zentral-Alpen nachzuempfinden.

Um sich dem Thema vorsichtig anzunähern, schlage ich einen Blick auf die Landkarte vor, um sich die Regionen näher anzuschauen, die tatsächlich auch auf der Anlage dargestellt werden sollen.

Wie man sieht werden wir von der "kleinen" Schweiz nur ganz wenige Ausschnitte zu sehen bekommen, dafür aber die Regionen, die landschaftlich, kulturell, verkehrpolitisch, eisenbahntechnisch und nicht zuletzt touristisch am spannensten sind.

Bild
Kartengrundlage: Swiss-Travel-System Prospekt

Zur Erläuterung der einzelnen Regionen:

1 - Matterhorn und Gornergrat
2 - Brig und Oberwallis
3 - Gotthard (unterirdisch, Porta Alpina)
4 - Tessin, Val Ticino
5 - Chur und Rheintal
6 - Graubünden / Albulatal
7 - Graubünden / Engadin, St. Moritz
8 - Graubünden / Bernina

Nun, das mag erstmal wenig aussehen, so sind aber dennoch die spektaklärsten Berge der Walliser Alpen (Matterhorn), die wichtigsten Transitrouten (Gotthard, Tessin), die spekakulärsten Strecken (GR, Albulatal) und die touristisch bedeutensten Regionen (Matterhorn, Engadin) der Schweiz vorhanden. So gesehen, schon mal ein Riesenwurf, der Plan von Gerhard Dauscher.

Nun, wie verteilen sich diese Regionen auf der Anlage?
Dafür habe ich mal versucht, die Abgrenzungen grob einzuzeichnen, auch wenn die Übergänge zwar später deutlich, aber fliessend sein werden:

Bild

In der selben Karte: Der Besuchertunnel:

Bild

Wenn man nun beide Grafiken übereinanderlegt, sieht man, daß sich der Besuchertunnel, in einer spannenden Region befindet, wo verschiedene Landschaften (und damit auch Gesteine) aufeinandertreffen:

Bild

Um sich über die Beschaffenheit des Untergrundes zu informieren reicht in einer derartig wichtigen Region oft schon der einfache Blick in den Schulatlas:

Bild
Quelle: ALEXANDER Weltatlas, Klett, 1996

Gut zu erkennen ist hier, daß in der für uns wichtigen Region der Zentralalpen Grundgebirgsstöcke aus kristallienem Gestein (Granit und Gneis) bis an die Oberfläche geschoben wurden.
Einzelne Reste der Kalkdecken sind gut in Graubünden und im Engadin zu erkennen:

Bild
Quelle: ALEXANDER Weltatlas, Klett, 1996

Die in den Karten eingezeichneten gestrichelten Linien sind zwei N - S - Schnitte durch die entsprechenden Alpenregionen, die uns schon erste Hinweise auf die Gestaltungsmöglichkeiten des Besuchertunnels liefern können:

Bild
Quelle: ALEXANDER Weltatlas, Klett, 1996

Da ja im Wunderland die Porta Alpina im Gotthard-Massiv dargestellt werden wird, ist für uns natürlich in erster Linie der westliche Schnitt von Interesse:
Hier sieht man auch schon sehr schön, daß sich die Alpen hier aus annähernd senkrecht stehenden Schichten von kristallinenem Gestein* verschiedener Beschaffenheit zusammensetzt. (Die Wunderländer und Macko müssten das als Empfänger unserer Gesteinsteinsproben aus dem Gotthardmassiv bestätigen können)

Zum Vergleich einmal ein Schnitt durch den Gotthard entlang des neuen Basistunnels:

Bild

Meine Idee wäre nun, diese Verschienenartigkeit des geologischen Unterbaus der Alpen in dem Besuchertunnel darzustellen, indem man auf der linken Seite (aufwärts) das Gotthard-Massiv mit der Porta-Alpina und v.a. den div. Reduit-Bauten zeigt und auf der anderen, rechten Seite des Gangs einen Kalksteinuntergrung darstellt, wie es Peter Müller ja bereits einmal vorgeschlagen hat.
Auf dieser Seite könnte man dann wunderschön verbogene Gesteinsschichten modellieren, in etwa so wie es die Natur hier beinahe im richtigen Maßstab auf Kreta getan hat:

Bild
Kreta, Südküste, Agios Pavlos

Bei dieser seltenen Laune der Natur, bekommt man quasi die Orogenese (griech. Oros = Berg, Genese = Erschaffung) eines Kalksteingebirges èn Miniature vorgeführt, westhalb hier natürlich auch regelmäßig Geologiestudenten aus aller Welt anzutreffen sind! ;-)

Tatsächlich kann man sich das aber bei den (Kalk-)-Alpen ganz ahnlich, sogar noch extremer vorstellen.
Hier wurden die Gesteinsschichten übereinander geschoben, streckenweise sogar überkippt, so daß jetzt heutzutage die älteren Schichten über den jüngeren liegen.

Nun habe ich ja schon an anderer Stelle geschrieben, daß sich die Landschaften (die es ja treffend auf der Anlage darzustellen gilt) je nach geologischem Untergrund grundsätzlich von einander unterscheiden.

Da wir ja jetzt schon die verschiedenen Landschaften und Regionen und deren Untergrund kennengelernt haben, möchte ich es nicht versäumen, diesen Unterschied auch mit eigenen Fotos zu belegen:

Hier zunächst eine Felsenlandschaft auf Granit am Gotthard-Massiv:
Die berühmte Schöllenenschlucht zwischen Göschenen und Andermatt:

Bild

Bild

Auf dem extrem harten Granit können kaum Pflanzen wurzeln, durch die regelmäßigen Hochwasser sind die Granitfelsen teilweise rundlich angeschliffen.

Und zum Vergleich eine ganz ähnliche Situation im Albulatal bei Kalkgestein:

Bild

Bild

Bild

Beide Situationen liegen übrigens auf ca. 1350 bis 1400 Metern, beide Täler entwässern nach Norden. Trotzdem ist das landschaftliche Erscheinungsbild durch den geologischen Untergrung vollkommen verschieden!

Einige Detailaufnahmen aus dem Albulatal können noch mal unterstreichen, was die enormen tektonischen Kräfte aus den extrem harten Dolomit-Kalkstein-Schichten machen:

Bild

Bild

Bild

Kalksteinformationen verwittern immer entlang der einzelnen Schichtgrenzen, wodurch sich in den Alpen auch für den geologisch unkudigen Betrachter sehr häufig spektakuläre Gesteinsteinsschichtungen, oft auch extrem verbogen, zeigen!
Sowas sollte auf der Anlage doch auch unbedingt zu sehen sein!

Mein Vorschlag wäre nun, die Grenze zwischen diesen gut unterscheidbaren Landschaftsformen auch unterirdisch im Besuchertunnel fortzusetzen und sichtbar zu machen:

Links (aufwärts) die kristallinen Gesteine des Gotthard-Massivs mit Porta Alpina und Reduit.
Rechts (aufwärts) die verbogenen Kalksteinschichten unter dem Albulatal.
Allerdings sollten die schon wieder etwas schräg durch den Berg verlaufen, denn oben drüber wollen wir ja das Matterhorn und den Gornergrat mit dem so typischen schwarz-grünen Gneis sehen:

Bild

Ich hoffe meine Idee ist einigermaßen deutlich geworden und ich setze auf eine rege Beteiligung an der "Schweiz-von-innen-Diskussion", denn die Alternative wäre wohl eine langweile "Anlagenkanten-Diorama-Wand", die keinerlei Bezug zu der Oberfläche hat...

Viel Spaß bei diesem geografisch / geologischen Exkurs in den zuküfigen Untergrund des Wunderlandes wünscht

Flo

*
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Zuletzt geändert von Flo K (der erste) am Samstag 14. Oktober 2006, 11:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Achim
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Beitrag von Achim » Montag 9. Oktober 2006, 11:27

hallo Flo!

Toller Beitrag - toller Vorschlag.

Ich muß gestehen Flo und ich haben schon darüber geredet, weil dieses ganze Theater um die Tropfsteinhöhlen zu einem für alle Seiten befriedigenden Ende gebracht werden sollte.

Bei einer Realisierung deines Vorschlages würde das ganze ja wie ein "echter" Gebirgs -Tunnel anmuten und wäre trotzdem aus "Gips"

- Vielleicht kann man an ein paar Stellen ein paar kleine Brocken "Echtes Gestein" einbauen?

Und im Kalkgestein Graubündens, da wo es nicht so zerfaltet ist, da könnte man in einer der Karstklüfte -- eine Tropfsteinhöhle einbauen.

Achim
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Flo K (der erste)
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Beitrag von Flo K (der erste) » Montag 9. Oktober 2006, 11:44

Achim hat geschrieben:Und im Kalkgestein Graubündens, da wo es nicht so zerfaltet ist, da könnte man in einer der Karstklüfte -- eine Tropfsteinhöhle einbauen.
Ganz genau! ;-)

"Wie durch ein Wunder" wurde eine Kalksteinschicht nicht durch die Naturgesetze zerquetscht, sondern kann jetzt im Gesteinsverbund in dem Besuchertunnel bestaunt werden! Übrigens ist natürlich auch "wie durch ein Wunder" das benötigte Wasser durch darüber liegenden Gesteinschichten gesickert und "wie durch ein Wunder" hat diese extrem tiefe Höhle auch noch einer entdeckt und für Touristen erschlossen...

Eigentlich wollte ich hier garnicht auf dieses leidige Thema zu sprechen kommen, aber die beträchtliche Anzahl der "Wunder" die hier für die Erklärung der Platzierung nötig sind, lassen mich nochmals daran zweifeln, warum man sich im Wunderland-Team freiwillig, ohne jeden Zwang auf so dermaßen dünnes Eis begibt... - ich verstehe es einfach nicht! (Zumal sich doch direkt in den nächsten BA`s (Südeuropa) ideale Gelegenheiten bieten würden...) :roll:

Flo
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Björn
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Beitrag von Björn » Montag 9. Oktober 2006, 15:10

Flo K (der erste) hat geschrieben:(...) aber die beträchtliche Anzahl der "Wunder" die hier für die Erklärung der Platzierung nötig sind, lassen mich nochmals daran zweifeln, warum man sich im Wunderland-Team freiwillig, ohne jeden Zwang auf so dermaßen dünnes Eis begibt... - ich verstehe es einfach nicht! (Zumal sich doch direkt in den nächsten BA`s (Südeuropa) ideale Gelegenheiten bieten würden...) :roll:
"Wunder gibt es immer wieder..." sang doch schon Katja Ebstein. :lol: :wink: . Ok, das war jetzt grad totaler Unfug, aber persönlich sehe das nicht ganz so verkrampft.
Nun zu Flos Vorschlag: eine sehr interessante Sache mit einem sehr ausführlichen Bericht über die verschiedenen Gesteinsarten in der Schweiz. Und darüber hinaus wie die einzelnen Gebirgsgegenden aussehen die in diesem BA umgesetzt werden sollen. Ich denke eine gute Hilfe für die Modellbauer um die Gebirge so naturgetreu wie möglich darzustellen. Die jetzigen Alpen, sowie die Rocky Mountains nebst Grand Canyon sind ja ebenfalls schon hervorragend gelungen. Wenn auch die Farbgebung vom Grand Canyon eigentlich nicht korrekt ist, aber so kennt man es. Eben ein Kompromiss.

Diese Tunnelidee hat auf jeden Fall was und wäre ein besonderes Highlight in diesem Abschnitt.

Viele Grüße

Björn
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ssilk
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Beitrag von ssilk » Montag 9. Oktober 2006, 22:39

Wo ist da die Miniatur?

Man geht in den Berg hinein und ... ja was dann?! Ich nehme an, links und rechts soll es dann "Szenen" geben. Aber das passt einfach nicht zusammen. Das sind ja nur Dioramen. Das ist keine "Landschaft".

Hmpf. Schlecht erklärt, was ich meine. Nochmal anders.


Überleg mal: Momentan ist man ja "Geländergott".

Man steht am Geländer, blickt hinab auf die Landschaft (oder bei den Alpen hinauf).

Es gibt eine klare Trennung zwischen der Miniaturwelt und der wirklichen Welt. Nämlich das Geländer. (Oder die Wand mit den eingefassten Dioramen.)

Was passiert, wenn man das mischt? Eben in diesem Fall, indem man eine Höhle für die Besucher nachbaut.

Ergo: Das passt irgendwie nicht. Wir sind im Miniatur-Wunderland und nicht in einer Geologieausstellung.


Daher dagegen.


Dafür wäre ich aber einen Tunnel zu bauen, eindeutig künstlich, glatte Wände, so wie die Anlagenkante, und da drin viele verschiedene Dioramen zu zeigen. Vorbild siehe Bergwerg in Schweden oder Atlantis.

In diesem Rahmen ist es natürlich möglich, ein Diorama zu machen, was diese oben erklärten geologischen Besonderheiten zeigt. Von mir aus auch sehr groß.

Aber ich finde es einfach wirklich wichtig, diese Trennung Zuschauer vs. Modelllandschaft nie, nie aufzugeben und immer eindeutig und klar zu trennen.

hrt

Re: Der Besuchertunnel - Die Schweiz von innen!

Beitrag von hrt » Dienstag 10. Oktober 2006, 11:24

Flo K (der erste) hat geschrieben: ....
Das wird Harry besimmt nicht gefallen
....
warum Harry quällen? Das geht einfacher und besser und zwar so wie es die Leute im Deutschen Museum gemacht haben:
die sind zum Orginal gefahren, haben sich dort ein paar Silikonformen? gemacht und sind dann mit diesen wieder zurück nach München gefahren.
Dort konnten die dann in aller Ruhe Abgüsse machen und mit diesen das Bergwerk bauen.
Gruß
Hartmut

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Achim
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Beitrag von Achim » Dienstag 10. Oktober 2006, 14:09

Hallo Alexander!

Darf ich mal an die Skate Boarder erinnern oder an die anderen Figuren, die über die Anlagenkante hängen - müssen die auf Grund deiner strikten Trennung jetzt auch abgenommen werden?
Diese strikte Trennung existiert doch jetzt schon nicht, warum soll die jetzt auf einmal so relevant sein?

Zum Leidwesen der Erbauer kommt es ja ständig zu Übergriffen über die Anlagenkante. Trotzdem verzichten sie auf eine klare Abgrenzung durch eine Plexiglasabdeckung und reparieren lieber.

So wichtig ist ihnen der Eindruck von "mitten im Geschehen sein".

Gerade dies soll Flos Vorschlag ermöglichen, die Anmutung "durch einen richtigen Gebirgs-Tunnel gehen"

Wenn das Bergwerk in Skandinavien einen richtigen Felsabschluß hätte mit "richtigen" Erzadern z.b., was wäre dagegen einzuwänden?

@ HRT Die Idee aus dem Münchner Museum ist wirklich gut.
Schade das Hamburg soweit vom Gotthardtunnel entfernt ist. :lol:

Gruss nach Franken

Achim
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hrt

Beitrag von hrt » Dienstag 10. Oktober 2006, 15:22

Achim hat geschrieben: ...
Schade das Hamburg soweit vom Gotthardtunnel entfernt ist. :lol:
....
na vielleicht tut es ja auch ein altes Bergwerk im Harz wenn die dort das gleiche Gestein haben. Aber Gotthardtunnel, das wäre dann doch genial.
Gruß
Hartmut

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Beitrag von ssilk » Dienstag 10. Oktober 2006, 15:43

@achim:

<seufz>

Ich erklär es noch anders:

Eine Felswand als solche wäre nicht das Problem, aber wenn da drin jetzt wieder "Löcher" gemacht werden, in denen Dioramen stehen.

Was ist Anlage und was ist Besucherraum?

Darum gehts.

Und bis jetzt ist 100%ig klar, was ist Anlage und was ist Besucherraum. Entweder ist da das Geländer dazwischen, oder der Teil ist in eine extrem schlichte Wand eingelassen.

Bei einem Besuchertunnel, der in Form eines Gebirges gebaut wird und in dem dann garantiert wieder Szenen eingefügt werden ist das nicht der Fall. Also man kann nicht mehr genau sagen: Das ist Besucherraum und das ist Modelllandschaft. Aber diese Trennung ist sehr, sehr wichtig, weil wenn das vermischt wird, dann würde das nicht mehr zum bisherigen Stil passen.

Das heißt nicht, dass es nie so eine durchmischte Anlage geben darf - solche Anlagen gibt es ja - aber in der bisherigen Anlage sollte man sich an diese Regeln halten und daher bin ich momentan dagegen und ich habe auch einen Kompromissvorschlag gemacht, wie es gehen kann.

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Beitrag von Hannes » Dienstag 10. Oktober 2006, 16:17

Hallo ssilk,
warum muss denn diese strikte Trennung von Anlage und Besucherraum sein ? Wo ist denn der Nachteil einer Nichttrennung oder der entscheidende Vorteil einer Trennung ?
Ob schlüssige Szenen über irgendwelche Geheimverstecke, Höhlen oder Bergwerke jetzt nun in einer glatten Wand im bisherigen Stil der Anlagenkante sind oder ob ein Besucher im Tunnel das wirkliche Gefühl hat, im Berg zu stehen, spielt doch eigentlich nur eine kleine bis gar keine Rolle. Ich halte letzteres auch für interessanter.

Warum soll das denn gleich eine Geologieausstellung sein ? Oder denkst du etwa, es sollen dann noch kleine Täfelchen angebracht werden, die einem den Werdegang der Entstehung der Alpen erklären ? Klar, es besteht die Gefahr, dass der Besucher das, was er sieht, für geologisch korrekt hält, aber dann muss eben darauf hingewiesen werden, dass dem nicht so ist, was sich ja mit Schildern vor dem Tunnel realisieren lässt.

Hannes

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Beitrag von Flo K (der erste) » Dienstag 10. Oktober 2006, 16:47

Danke Hannes

Genau so war es gedacht!

Das Gebirge auch innen fortzusetzen, so daß sich auch ohne Probleme Szenen im passenden Maßstab in die Felswände integrieren ließen, wegen mir auch eine Tropfsteinhöhle (wenn es denn unbedingt sein muss).

Aber eines sollte klargestellt sein:
Das Gebirge sollte auch im inneren verkleinert (also im passenden Maßstab) dargestellt sein.

Das sollte auch auf keinen Fall geologisch möglichst korrekt wiedergegeben werden, sondern nur einen Eindruck von der Verschiedenartigkeit des Alpen-Unterbaus zu zeigen versuchen.
Hier kann bei der Gestaltung gerne die Phantasie die Hauptrolle spielen; Unterschiedlich gefärbte Gesteinschichten kann man im Besuchertunnel "von innen" sehen und auch wieder "draußen" auf der Anlage!
Wenn das nur bei einem von Hundert Besuchern einen "A-HA-Effekt" auslöst wäre das Ziel schon mehr als errreicht.
Ganz zu schweigen, von den tollen 'Background-Storys', die Freddy dann im Fernsehen erzählen könnte... ;-)

In diesem Sinne...

Flo
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hrt

Beitrag von hrt » Dienstag 10. Oktober 2006, 17:52

wenn man schon Nischen in die Wand macht, dann sind doch im Gotthardmassiv eigentlich Bergkristalle aus dem richtigen Gotthardmassiv das passendere als Dioramen.
Gruß
Hartmut

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Beitrag von Achim » Dienstag 10. Oktober 2006, 17:59

Hallo Hartmut!

Berkristalle in 1 : 87 ?
ob das wirkt?

@ Alexander

Ich hab dich schon genau verstanden :lol: :makehappy:
Du hast mich nur absolut nicht überzeugt...

Grüße

Achim
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Beitrag von ssilk » Dienstag 10. Oktober 2006, 20:35

Hannes hat geschrieben:Hallo ssilk,
warum muss denn diese strikte Trennung von Anlage und Besucherraum sein ? Wo ist denn der Nachteil einer Nichttrennung oder der entscheidende Vorteil einer Trennung ?
Kein Nachteil oder Vorteil. Es geht um die Konsitenz der Anlage.
Ob schlüssige Szenen über irgendwelche Geheimverstecke, Höhlen oder Bergwerke jetzt nun in einer glatten Wand im bisherigen Stil der Anlagenkante sind oder ob ein Besucher im Tunnel das wirkliche Gefühl hat, im Berg zu stehen, spielt doch eigentlich nur eine kleine bis gar keine Rolle. Ich halte letzteres auch für interessanter.
Ich sag ja auch nicht, dass es nicht möglich ist, ich sage nur, dass die Trennung gewährleistet werden muss und das widerspricht einer "Durchmischung". Also Fels UND Szenen an der gleichen Wand macht keinen Sinn. Nur als Beispiel.
Warum soll das denn gleich eine Geologieausstellung sein ? Oder denkst du etwa, es sollen dann noch kleine Täfelchen angebracht werden, die einem den Werdegang der Entstehung der Alpen erklären ? Klar, es besteht die Gefahr, dass der Besucher das, was er sieht, für geologisch korrekt hält, aber dann muss eben darauf hingewiesen werden, dass dem nicht so ist, was sich ja mit Schildern vor dem Tunnel realisieren lässt.
Wie mir wieder die Worte im Mund umgedreht werden. :) Bitte lest genau was ich schrieb.

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Beitrag von ssilk » Dienstag 10. Oktober 2006, 20:37

Flo K (der erste) hat geschrieben:Das Gebirge sollte auch im inneren verkleinert (also im passenden Maßstab) dargestellt sein.
Ah! Das ist wichtig! Ich habe mich an deinem Deutsches Museum-Beispiel aufgehängt.

hrt

Beitrag von hrt » Mittwoch 11. Oktober 2006, 17:09

Achim hat geschrieben: .....
Berkristalle in 1 : 87 ?
ob das wirkt?
....
nein eigentlich hatte ich an richtige gedacht (1:1)
Gruß
Hartmut

Nigel Phineas Bentley
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Beitrag von Nigel Phineas Bentley » Donnerstag 12. Oktober 2006, 09:28

Eine generelle Gestaltung des Besuchertunnels in Optik des GEsteins der Alpen ist eine sehr gute Idee.

Ich möchte nur zu bedenken geben: Es bedeutet viel Arbeit, genau die GEsteinsformationen in 1:87 nachzubilden, wie es die Regionen oben auf der Anlage vorgeben. Aber ich denke, der Nutzen ist sehr gering. Ich würde mal sagen, dass schätzungsweise 60 -70 % Besucher über diese Detailierung staunen werden, aber mindestens 90 % dieser Besucher würden dieses Erstaunen auch zeigen, wenn nicht ganz genau die Gesteinsformationen stimmen würden. d.H. nur etwa 5 - 10 % der Besucher wissen das Bemühen um die richtigen Gesteinsschichten wirklich zu würdigen. Ob sich für einen Tunnel dieser Aufwand lohnt? Arbeitstechnisch und kostenorientiert?

Dann muss auch in Frage gestellt werden, ob die richtigen Gesteinsformationen auch realistisch genug dargestellt werden können. Ich möchte hier nur an die Rockys im Amerikateil erinnern, die auch nicht die richtige Farbgebung aufweisen, sondern eine dekorativere und den Zuschauervorstellungen angepassten Gestaltung haben, ohne das sie realistisch ist.

Hinzu kommt, dass ich mir mehr davon verspreche, wenn ein paar Dioramen im Besuchertunnel in die Wand eingelassen werden. nicht nur die Tropfsteinhöhle, sondern vielleicht auch ein Bunker, Banktresorraum, Bergwerk, etc.

Ok, der letzte Punkt widerspricht sich nicht mit der Gestaltung des Tunnels, aber mir sind die Dioramen wesentlich wichtiger, als die Tunnelgestaltung an sich. vor denen werden auch mehr Zuschauer stehen bleiben, als im Besuchertunnel die Gesteinsfaltungen zu betrachten.

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Beitrag von Achim » Donnerstag 12. Oktober 2006, 10:54

Hallo Nigel!

Wieviele Dinge im Wunderland werden nur von einem äußerst geringen Prozentsatz gewürdigt?
Kann mich an einen Fernsehbericht erinnern, wo Gerrit glaube ich den Greyhound Bus (so ein amerikanisches "Postauto"" :lol: nur für Insider ) mit einem kleinen Fernseher ausstattet und es ihm reichen würde, wenn irgendwann einmal irgendeiner das sieht und dann verblüfft ist, über diese Detailgestaltung.

Genauso würde es geologisch versierte Menschen verblüffen, wenn sie im Tunnel des Miwula eine stimmige Nachahmung des originalen Gebirgsgesteins wiederentdecken.
Das wär für die so ein ""Booaaah" Effekt, wie für andere der Fernseher im Greyhoundbus, die Anzeige des genauen Feuerwehralarms oder tausende von anderen Effekten. Es geht natürlich ohne, aber Miwulastandart wäre das nicht.
Bei dem Saurier aus dem "Karbon" hat man eine Geologengruppe aufgestellt, die dieses Wunder erforschen.
Die gleiche Krücke muß man aber doch nicht ohne Not zweimal benutzen!!

Schöne Grüße

Achim
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Nigel Phineas Bentley
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Beitrag von Nigel Phineas Bentley » Donnerstag 12. Oktober 2006, 16:22

@Achim: Ups, das mit dem Greyhound hatte ich damals auch gesehen und wieder vergessen ... Und im Wunderland ist mir das dann auch nicht aufgefallen.

Klar machen die Wunderländer viel mehr, als uns allen aufgefallen ist. Und genau dafür liebe ich das wunderland auch. Bei jedem Besuch enddeckt man wieder etwas und das in jedem Bauabschnitt, nicht nur in den neuen ...

Ich finde die Idee mit dm Gesteinstunnel auch hervorragend! Nur denke ich, das es ein Heidenaufwand werden könnte. Recherche, welche Formationen unter den entsprechenden Schweizteil denn vorherrschen, Wie kann man das dann in 1:87 darstellen. Sieht es realistisch aus, wie wirkt es auch auf die Besucher ...

Und das ganze für einen Tunnel ... Es würde mich freuen, wenn es umgesetzt werden könnte, aber es wäre doch verhältnismäßig doch etwas anderes, als einen Kleinbildschirm in einem Greyhoundbus ...

Cool wäre es, und lehrreich, aber eben doch eher Kür und nicht Pflicht!!! Deswegen mein Posting ...

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Beitrag von Achim » Donnerstag 12. Oktober 2006, 16:34

Hallo Nigel!

Nun einen fachkundigen Geologen gibts doch hier im Forum sogar - vielleicht sollte man den mal auf diese Recherche ansetzen - müssen die im Wunderland nicht alles alleine machen.

Achim
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